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Heizkostenverdoppelung


| 03.12.2013 10:17 |
Preis: ***,00 € |

Mietrecht, Wohnungseigentum


Beantwortet von

Rechtsanwalt Jan Wilking



Seid gegrüßt. Über die Jahre hinweg waren die Heizkosten in der betreffenden Mietwohnung und im ganzen Haus immer sehr hoch. Ca. 3 mal so hoch wie in einem vergleichbaren Haus. Dann gab es Modernisierungsarbeiten und endlich im Jahr 2011 hatten wir normale Heizkosten. Doch im Abrechnungsjahr 2012 lagen die Heizkosten wieder auf einem sehr hohen Niveau (ähnlich der Jahre vor 2011). Konkret wurde in der Wohnung noch Heizenergie eingespart, denn die Ablesewerte für 2012 lagen um 30% niedriger als im Jahr 2011. Trotzdem sollen doppelt soviel Heizkosten bezahlt werden. Dies lässt sich bei weitem nicht durch den Anstieg des Heizölpreises (+15%) oder durch einen kälteren Winter erklären (+5%). Wir stehen nun in der Position 30% der reinen Heizkosten für den Abrechnungszeitraum zurückhalten zu können. Uns wurde bereits angekündigt, dass ein Mahnbescheid erstellt wird, wenn wir nicht bezahlen. Haben wir hier Aussicht auf Erfolg, wenn es vor Gericht geht? Der Streitwert liegt bei 800 EUR. Und wie pokert man bei einem Mahnbescheid möglichst hoch?
Sehr geehrter Ratsuchender,

gerne beantworte ich Ihre Anfrage unter Berücksichtigung Ihrer Sachverhaltsschilderung und Ihres Einsatzes wie folgt:

Zunächst einmal sollte Einblick in die entsprechenden Belege des Vermieters genommen werden (falls noch nicht geschehen). Denn der pauschale Einwand, dass eine Abrechnung zu hoch sei, wird von den Gerichten regelmäßig nicht anerkannt.
Aber auch wenn die Belege grundsätzlich korrekt sind, wird von der Rechtsprechung bei einer Verdoppelung der Heizkosten innerhalb eines Jahres üblicherweise eine Beweislastumkehr angenommen. Als Folge muss dann der Vermieter im Einzelnen darlegen und beweisen, dass der Verbrauch gleichwohl vom Mieter zu vertreten sei und eine Ursache aus dem Verantwortungsbereich des Vermieters ausscheide (vgl. z.B. Amtsgericht Lüdenscheid, Urteil vom 7.9.2010, Aktenzeichen: 95 C 305/09). Da dies erfahrungsgemäß dem Vermieter meist schwerfällt, sind die Erfolgsaussichten des Mieters dann durchaus als gut einzuschätzen – insbesondere wenn die Heizkosten auch den oberen Durchschnittswert für Heizkosten in der Region deutlich überschreiten sollten.

Pokern kann man bei einem Mahnbescheid nicht viel. Wollen Sie sich hiergegen wehren, sollte fristgemäß Widerspruch eingelegt werden, da der Vermieter ansonsten einen Vollstreckungsbescheid beantragen und aus diesem Titel auch direkt in Ihr Vermögen vollstrecken könnte.


Ich hoffe, Ihnen eine erste hilfreiche Orientierung ermöglicht zu haben. Bei Unklarheiten benutzen Sie bitte die kostenfreie Nachfragefunktion.

Bedenken Sie bitte, dass ich Ihnen hier im Rahmen einer Erstberatung ohne Kenntnis aller Umstände keinen abschließenden Rat geben kann. Sofern Sie eine abschließende Beurteilung des Sachverhaltes wünschen, empfehle ich, einen Rechtsanwalt zu kontaktieren und die Sachlage mit diesem bei Einsicht in sämtliche Unterlagen konkret zu erörtern.

Mit freundlichen Grüßen

Nachfrage vom Fragesteller 03.12.2013 | 13:52

Herzlichen Dank für Ihre Hilfe.
Was bedeutet bitte die Formulierung, Zitat " dass der Verbrauch gleichwohl vom Mieter zu vertreten sei."

Mit freundichen Grüßen
der Ratsuchende

Antwort auf die Nachfrage vom Anwalt 03.12.2013 | 14:10

Vielen Dank für Ihre Nachfrage, die ich wie folgt beantworten möchte:

Dies bedeutet, dass der Mieter natürlich auch bei einer Verdoppelung der Heizkosten diese Kosten tragen muss, wenn er sie selbst verursacht hat. Vereinfacht gesagt: Wenn Sie doppelt soviel geheizt haben wie im Jahr davor, müssen Sie auch das Doppelte bezahlen. Da es in der Praxis aber so gut wie nie vorkommt, dass ein Mieter in einem Jahr doppelt so viel heizt wie im Vorjahr, hält die Rechtsprechung eine solche Steigerung für unplausibel und fordert daher vom Vermieter den entsprechenden Nachweis. In Ihrem Fall können Sie aber anhand der Ablesewerte ja sogar selbst belegen, dass Sie weniger verbraucht haben als im Vorjahr.

Ich hoffe, ich konnte Ihnen weiterhelfen und verbleibe

Mit freundlichen Grüßen

Bewertung des Fragestellers 03.12.2013 | 14:44


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