Willkommen beim Original und Testsieger.
Online seit 2004, mit über 140.000 Fragen & Antworten. 
00.000
Bewertungen
0,0/5,0
Günstige Rechtsberatung für alle.
Anwalt? Mitmachen
1
 
Frage stellen
an unsere erfahrenen Anwälte.
Jetzt auch vertraulich
Frage stellen
einem erfahrenen Anwalt
Jetzt auch vertraulich
2
 
Preis festlegen
Sie bestimmen, wieviel Ihnen die Antwort wert ist.
Preis festlegen
Sie bestimmen die Höhe selbst
3
Antwort in 1 Stunde
Sie erhalten eine rechtssichere
Antwort vom Anwalt.
Antwort in 1 Stunde
Rechtssicher vom Anwalt
Jetzt eine Frage stellen

Heizkostenabrechnung - überhöhte Forderungen aufgrund defekter Heizkörper

28.05.2011 13:11 |
Preis: ***,00 € |

Mietrecht, Wohnungseigentum


Hallo..ich hätte gern gewußt, wie sich die Rechtslage bei überhöhten Forderungen aufgrund defekter Heizkörper verhält.
Die Sachlage: Wir haben Mitte Oktober 2008 eine 3 Zimmer Mietwohnung bezogen, bei der laut Vermieterin die Nebenkosten bei ca. 150 € lägen. Wir haben freiwillig 170 € vorausbezahlt, um keine Nachzahlungen leisten zu müssen. Die erste Heizkostenabrechnung für 2008 ergab eine Nachzahlung von 300 € für 2 1/2 Monate. Dieses ergab sich aus der Bedienbarkeit der Heizkörper, die nicht zu regulieren waren. Entweder sie waren kalt, oder sie wurden durch und durch heiß, wenn man nur ein klein wenig (im Millimeterbereich) weiterdrehte. Wir haben die Vermieterin auf diesen Mangel hingewiesen, jedoch wurde nichts unternommen. Die Nebenkostenabrechnung für 2009 ergab daraufhin ca. 2800 € (!) für diese Drei-Zimmer Wohnung.
Wir haben uns daraufhin geweigert, diesen Betrag zu bezahlen und argumentiert, dass wir nicht mehr bezahlen werden, wie eine ebenfalls 3-köpfige Familie aus dem Erdgeschoß, die den höchsten Betrag der Nebenkosten nach uns hatte, ca. 1800 €. Im Herbst 2010 ließ die Vermieterin neue Heizkörper einbauen, die nun eine normale Beheizung der Wohnung zuliessen und uns eine Erstattung von etwa 460 € ermöglichten.
Offen sind nun noch die strittigen Heizkosten aus 2009 und 2010. Die Vermieterin argumentiert, dass wir ausgemacht hätten, als Vergleich den Verbrauch der Familie aus dem Erdgeschoß herzunehmen. Wir sind der Meinung, dass wir nun eine Grundlage mit den neuen Heizkörpern haben, deren Verbrauch ohne weiteres hochgerechnet werden kann und deshalb der Vergleich mit anderen nunmehr nichtig ist.
Unsere Frage hierzu: Wie verhält es sich rechtlich mit überhöhten Heizkosten und deren Forderung wegen defekter Heizkörper?
Kann die Vermieterin einfach einen selbstgewählten Vergleich als Berechnungsgrundlage anführen? Sind wir im Recht, wenn wir auf die neue Berechnungsgrundlage nach dem Ersetzen der Heizkörper beharren und den früheren Vergleich mit einer anderen Familie ablehnen?
Danke für die Antwort.

MfG

Sehr geehrter Ratsuchender,

Ihre Anfrage kann ich Ihnen anhand Ihrer Angaben und unter Berücksichtigung Ihres Einsatzes wie folgt beantworten.

Bei einer defekten Heizungsanlage, sei es an den Thermostaten, sei es anderswo ist grundsätzlich der Vermieter für die Reparatur verantwortlich.

Führt er die erforderlichen Reparaturen trotz Kenntnis des Defektes nicht aus, so muss er den dadurch entstandenen Schaden tragen.

Der Schaden ist in diesem Fall der Mehrverbrauch der im Vergleich zur intakten Heizungsanlage entstanden wäre.

Dieser Mehrverbrauch kann naturgemäß nicht gemessen sondern nur geschätzt werden.

Für den Fall, dass eine ordnungsgemäße Erfassung des Wärmeverbrauchs aufgrund eines Defektes nicht möglich ist, bestimmt § 9a Abs. 1 HeizkostenV folgendes:

„§ 9a Kostenverteilung in Sonderfällen
(1) Kann der anteilige Wärme- oder Warmwasserverbrauch von Nutzern für einen Abrechnungszeitraum wegen Geräteausfalls oder aus anderen zwingenden Gründen nicht ordnungsgemäß erfasst werden, ist er vom Gebäudeeigentümer auf der Grundlage des Verbrauchs der betroffenen Räume in vergleichbaren Zeiträumen oder des Verbrauchs vergleichbarer anderer Räume im jeweiligen Abrechnungszeitraum oder des Durchschnittsverbrauchs des Gebäudes oder der Nutzergruppe zu ermitteln. Der so ermittelte anteilige Verbrauch ist bei der Kostenverteilung anstelle des erfassten Verbrauchs zu Grunde zu legen."

Der Vermieter darf also die Kosten entweder anhand der Daten eines vergleichbaren Zeitraums für die gleiche Wohnung oder anhand des gleichen Zeitraumes für eine vergleichbare Wohnung schätzen.

Hierbei hat der Vermieter das Wahlrecht, welche Methode er anwendet.

Allerdings kann man in Ihrem Fall durchaus argumentieren, dass eine Erdgeschosswohnung bezüglich des Wärmeverbrauchs nicht mit einer Etagenwohnung vergleichbar ist, da eine Etagenwohnung i.d.R. von anderen Wohnungen umschlossen ist und daher sicher etwas weniger beheizt werden muss als eine Erdgeschosswohnung.

Ferner ist natürlich auch noch ein zum Teil sehr unterschiedliches Heizverhalten zu berücksichtigen.

Meiner Auffassung nach ist daher eine Erdgeschosswohnung kein geeignet Vergleichsraum, so dass der Vermieter diesbezüglich keine Wahlmöglichkeit hat.

Sofern es allerdings in dem Haus noch eine weitere vergleichbare Wohnung gibt, könnte Ihr Vermieter auch diese zur Schätzung heranziehen.

Gibt es eine solche Wohnung nicht, so dürfte er nach meiner Ansicht lediglich einen vergleichbaren Zeitraum in Ihrer Wohnung zugrunde legen.

Ich hoffe, dass ich Ihnen mit meiner Antwort einen Einblick in die Rechtslage verschaffen konnte und verbleibe

FRAGESTELLER 30.12.1899 /5,0
Durchschnittliche Anwaltsbewertungen:
4,6 von 5 Sternen
(basierend auf 70465 Bewertungen)
Aktuelle Bewertungen
5,0/5,0
Schnelle, kompetente und ausführliche Beratung! Dankeschön!! ...
FRAGESTELLER
5,0/5,0
Habe etwas gewartet auf die Antwort, aber mein Angebot von € 25 war ja auch das Minimum, das man bieten kann, da stürzt sich nicht jeder Anwalt sofort darauf. Alles OK, ganz gutes System. Wer es sehr eilig hat, muss halt etwas ... ...
FRAGESTELLER
5,0/5,0
Vielen Dank, Sie haben mir sehr geholfen! ...
FRAGESTELLER
Jetzt Frage stellen