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Heizkostenabrechnung schleierhaft


| 19.04.2007 20:05 |
Preis: ***,00 € |

Mietrecht, Wohnungseigentum


Beantwortet von

Rechtsanwältin Karin Plewe



Sehr geehrte Rechtsanwältin,
sehr geehrter Rechtsanwalt,

ich erlaube mir zunächst, den meiner Frage zu Grunde liegenden Sachverhalt zu schildern.

Ich bin im März letzten Jahres umgezogen und habe nun die Nebenkostenabrechnung für das Jahr 2006 von meinem ehemaligen Vermieter bekommen. Hierin verlangt mein Vermieter die Bezahlung von Heizkosten, die ich mir so nicht erklären kann. In dem Objekts, in dem sich meine Wohnung befand, werden die Heizkosten mittels Heizkostenverteilern, die nach dem Verdunstungsprinzip arbeiten, auf die einzelnen Pateien verteilt. Im Jahr 2005 hatte ich hier einen Heizungsverbrauch von ca. 30 Einheiten ("Strichen"). Für das Jahr 2006 gab es zwei Ablesungen. Von der letzten Ablesung im Dezember 2005 bis Mitte Februar 2006 soll ich angeblich einen Verbrauch von 14 Einheiten verursacht haben, also etwa die Hälfte des Vorjahrs. (Ich muss hier ergänzen, dass ich unter anderem meine Wohnung gekündigt habe, weil sie trotz laufender Heizung so kalt war, dass ich dort tagsüber gefroren habe. Nachts war die Heizung aufgrund der Nachtabsenkung zum Teil gänzlich kalt.) Mitte Februar wurden die Röhrchen in den Heizkostenverteilern getauscht, weil mein Vermieter den Anbieter gewechselt hat. Bis dahin sind die Röhrchen aus dem Vorjahr verblieben. Ende März wurde die Heizung anlässlich meines Auszugs erneut abgelesen. Für den Zeitraum von Mitte Februar bis Ende März war kein Verbrauch feststellbar (Verbrauch lag innerhalb der Verdunstungsreserve der Röhrchen).

Mir erscheint die Tatsache, dass ich in ca. 1 1/2 Monaten von Ende Dezember bis Mitte Februar (Abrechnungszeitraum 01.01. bis 15.02.06) die Hälfte des Vorjahres an Heizungsverbrauch produziert haben soll, wohingegen die folgenden 1 1/2 Monate keinen messbaren Heizungsverbrauch aufweisen, nicht wirklich plausibel.

Insgesamt betragen die verbrauchsabhängigen Heizkosten hier ca. 150 €, ca. 100€ fordert mein ehemaliger Vermieter als Nachzahlung.

Auf die Bitte, mir die mir unverständlichen Ablesungen zu erklären, hat mir mein Vermieter eine Kopie des Ablesezettels der Ablesefirma zukommen lassen, den ich zuvor nie zu Gesicht bekommen hatte. Das Feld, in dem die Ablesung normalerweise von Nutzer gegenzuzeichnen ist, ist leer. Das Datum ist unleserlich. Handschriftlich sind die Einheiten wie oben beschrieben vermerkt.

Ich überlege nun, wie ich mich verhalten soll. Lohnt ein Prozess gegen meinen Vermieter, in dem ich die mangelnde Plausibilität der Heizkostenabrechnung bemängele sowohl hinsichtlich seiner Aussicht auf Erfolg wie seines wirtschaftlichen Risikos? Oder sollte ich unter Berücksichtigung der hier zur Diskussion stehenden Beträge lieber die Forderung meines Vermieters begleichen?

Ich bedanke mich für Ihre Antwort.
Sehr geehrter Fragesteller,

Ihre Frage beantworte ich auf der Grundlage Ihrer Angaben wie folgt:

Im Ergebnis wird es sich kaum lohnen, wegen dieser Angelegenheit einen Prozeß zu riskieren.
Sie berufen sich sinngemäß auf eine fehlerhafte Ablesung bzw. auf eine technisch nicht erklärbare zu hohe Verdunstung. In einem Gerichtsverfahren müßten Sie diese Punkte beweisen, was Ihnen kaum gelingen dürfte. Für die Richtigkeit der Ablesung steht dem Vermieter der Ableser als Zeuge zur Verfügung und Sie dürfen davon ausgehen, dass der Ableser die Korrektheit der von ihm vermerkten Verdunstungseinheiten bestätigen wird. Den Gegenbeweis könnten Sie nur führen, wenn Sie selbst die Einheiten vor der Ablesung notiert hätten, am Besten mit einem Zeugen.

Den Beweis einer fehlerhaften Verdunstungstechnik werden Sie ebenfalls kaum führen können, da die Röhrchen vermutlich nicht aufbewahrt wurden. Selbst wenn z.B. die Röhrchen in Ihrer Wohnung mit einer (zu) schnell flüchtigen Substanz gefüllt gewesen wären, dann hätten Sie nur dann einen Nachteil erlitten, wenn dies in den anderen Wohnungen anders gewesen wäre. Wenn alle Röhrchen im gesamten Haus den selben Fehler aufgewiesen hätten, dann wäre der Verbrauch wiederum korrekt erfasst worden, denn die Verdunstungsröhrchen dienen nur dazu, die Unterschiede im Verbrauch in den einzelnen Wohnungen festzustellen.

Derartige Gerichtsverfahren werden üblicherweise unter Hinzuziehung eines Sachverständigen entschieden, wodurch Kosten entstehen, die den Gegenstandswert um ein Vielfaches übersteigen.

Im Übrigen ist es nicht selten, dass in einem kalten Winter in den Monaten Dezember bis Februar ein erheblicher Teil des Jahresverbrauchs anfällt.

Angesichts der geschilderten Risiken muss ich Ihnen von einem Gerichtsverfahren daher dringend abraten.

Ich bedaure, Ihnen keine erfreulichere Mitteilung machen zu können.

Mit freundlichen Grüßen

Karin Plewe
Rechtsanwältin

info@kanzlei-plewe.de




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