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Heirat mit einem Iraner (Visum)

23.12.2019 21:59 |
Preis: ***,00 € |

Ausländerrecht


Mein Verlobter ist momentan seit kurzem in Deutschland für 3 Monate (mit Visum hergekommen) und wir haben vor zu heiraten, damit wir nicht mehr getrennt sind voneinander.
Ich bin Studentin und würde wenn er kommt einen Werkstudenten Job oder Teilzeit Job anfangen.
Meine Frage ist, wie die Chancen aussehen, dass er nicht zurück in den Iran muss und von dort ein Heiratsvisum beantragen soll.
Wie kann er bleiben? Er macht auch gerade sein A1-Zertifikat (ich selber habe die deutsche staatsbürgerschaft)
Wir haben gehört dass es auch ohne Heiratsvisum klappen soll und man sich aber einen Anwalt holen muss.
Außerdem, müsste ich denn gewisse Vorraussetzungen haben, damit er hier bleiben kann und wir heiraten können? ( Gehalt, Wohnung,...)
Wie läuft das alles ab?

Einsatz editiert am 24.12.2019 09:39:26

Sehr geehrter Fragesteller,

Ihre Anfrage möchte ich Ihnen auf Grundlage der angegebenen Informationen verbindlich wie folgt beantworten:

Sie müssen sich keinen Anwalt nehmen! Sie können auch heiraten, ohne eine Anstellung oder ein Gehalt in bestimmter Höhe zu haben.

Allerdings gibt es formelle Voraussetzungen, damit Sie Ihren Verlobten heiraten können, und die Folge einer Heirat wäre auch nicht sofort ein unbeschränktes Aufenthaltsrecht für Ihren Verlobten. Er erlangt in der Regel (nur) einen Anspruch auf die Erteilung einer Aufenthaltserlaubnis, die auf drei Jahre befristet ist. Allerdings kann diese versagt werden. Das hängt von ausländerrechtlichen Bestimmungen ab, die in diesem Format nicht abstrakt dargestellt werden können. Eine Einbürgerung erfolgt bei der Eheschließung für den Ausländer jedenfalls nicht automatisch, die Voraussetzungen für solch eine Einbürgerung sind aber erleichtert.

Ihr Verlobten muss zwingend ein sogenanntes Ehefähigkeitszeugnis vorlegen. Da die Standesbeamten weder die Zeit noch die Kapazitäten haben, um die Ehefähigkeit eines Ausländer zu überprüfen, muss dieser auf jeden Fall selbst ein Zeugnis der zuständigen Behörde seines Heimatstaates beibringen. Dieses Ehefähigkeitszeugnis soll belegen, dass gemäß den Gesetzen des Heimatstaates keine Hindernisse einer Eheschließung entgegenstehen, insbesondere keine andere Ehe vorliegt (das wäre eine in Deutschland strafbare Bigamie). Kann das Ehefähigkeitszeugnis (aufgrund der Verhältnisse im Heimatstadt, etwa kriegerische Auseinandersetzungen) nicht beigebracht werden, kann eine Befreiung von dieser Verpflichtung beim Standesamt beantragt werden.

Desweiteren benötigt Ihr Verlobter eine Geburts- oder Abstammungsurkunde, und diese muss möglicherweise durch die Deutsche Botschaft auf ihre Echtheit geprüft werden. Das kann einige Wochen, wenn nicht Monate dauern. Erkundigen Sie sich, wie im Falle Irans verfahren wird.

Außerdem wird im Falle einer Heirat zwischen einer deutschen Staatsangehörigen und einem Ausländer ohne gesicherten Aufenthaltsstatus (und ein Kurzzeitvisum zum Studium oder ein Touristenvisum ist kein Aufenthaltstitel) geprüft, ob es sich um eine "Schein-Ehe" handeln könnte, also eine Ehe, die nur deshalb geschlossen wird, weil der Ausländer ein Aufenthaltsrecht erlangen möchte. Unter Umständen müssen Sie Wohnungsbesichtigungen und Befragungen über sich ergehen lassen. Wenn Anhaltspunkte für eine "Schein-Ehe" bestehen, wird keine Duldung erteilt, und wenn Ihr Verlobter nach Ablauf seines Visums ausreisepflichtig wird (also dann illegal in Deutschland verbleibt, so hart das jetzt auch klingt), dann wird eine Abschiebung nur dann verhindert, wenn die Heirat unmittelbar bevorsteht, also alle nötigen Unterlagen und der Antrag beim Standesamt vorliegen.

Ob alle nötigen Papiere innerhalb von drei Monaten zu beschaffen sein werden, muss ich leider bezweifeln. Daher mein Vorschlag: Wenden Sie sich direkt an Ihr zuständiges Standesamt (in Ihrer Heimatstadt oder -gemeinde) und schildern Sie dort ganz offen Ihre Pläne, am besten zusammen mit Ihrem Verlobten. Vereinbaren Sie einen Gesprächstermin. Ehe und Familie sind gemäß Artikel 6 Grundgesetz besonders geschützt, das heißt auch, dass die Eingehung einer Ehe nicht verhindert werden darf, wenn die Voraussetzungen vorliegen. Da aber genau das manchmal schwierig ist, versuchen Sie, die Behörde um Hilfe zu bitten. Überall sind es Menschen, die in Behörden tätig sind, die sich Argumenten nicht verschließen werden. Ein offener Umgang mit den Institutionen ist oft der beste Weg, zu einem gewünschten Ziel zu kommen.

Dafür wünsche ich Ihnen alles Gute!

Elisabeth v. Dorrien
Rechtsanwältin

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