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Heirat mit Türkischem Staatsbürger


29.01.2006 15:37 |
Preis: ***,00 € |

Ausländerrecht


Beantwortet von

Rechtsanwalt Christian Joachim



Sehr geehrte Damen und Herren,
am 1.Februar 2006 werde ich endlich geschieden sein und möchte dann meinen türkischen Verlobten heiraten. Dazu habe ich folgende Fragen:
1. Gibt es eine Wartezeit für eine widerverheiratung?
2. Können wir auch in Deutschland heiraten, obwohl er abgeschoben wurde, er ein Einreiseverbot auferlegt bekommen hat und ich die offenen Abschiebekosten noch nicht vollständig bezahlt habe? Oder sollten wir besser in der Türkei heiraten und ich dann einen Antrag zur Familienzusammenführung stellen? Was könnte verhindern das er herkommen darf?
3.Eigentlich möchten wir gerne hier in Deutschland leben, können dazu auch seine Kinder(8,16,17 Jahre) herkommen? Ich selbst habe 2 Kinder die bei mir wohnen
Sehr geehrte Fragestellerin,

Vielen Dank für Ihre Frage, dich unter Berücksichtigung ihrer Angaben und ihres Einsatzes beantworten darf.

1.
Eine Frist für eine Wiederverheiratung gibt es nicht. Sofern sie rechtskräftig geschieden sind, können Sie unverzüglich wieder eine neue Ehe eingehen.

2.
Es könnte durchaus Schwierigkeiten geben, wenn Ihr türkischer Verlobter abgeschoben worden ist und derzeit ein Einreiseverbot besteht. Dies bedeutet, dass er auch für den Fall einer Heirat grundsätzlich nicht nach Deutschland einreisen darf. Auch, sofern Abschiebekosten noch offen sind, dürfte eine Einreise nach Deutschland nicht möglich sein. Eine bessere Variante, um eine schnelle Eheschließung zu erreichen, wäre dann die von Ihnen angedachte Heirat in der Türkei. Zwar würde hier auch die Anerkennung der Ehe in Deutschland noch einige bürokratische Erfordernisse nach sich ziehen, jedoch dürfte aufgrund des Einreiseverbots und das Bestreben, dieses aufzuheben, sehr viel länger dauern, als die Anerkennung der Ehe in Deutschland.

Die Familienzusammenführung aufgrund der Ehe könnte jedoch auch aufgrund des Einreiseverbots bei bestehender Ehe Probleme bereiten. Hier wäre es wichtig zu wissen, aus welchem Grund das Einreiseverbot besteht. Auch müssen vorher wohl die Abschiebekosten bezahlt werden.

3.
Der Nachzug von Kindern ist grundsätzlich möglich. Dies regelt § 32 Aufenthaltsgesetz:

(1) Dem minderjährigen ledigen Kind eines Ausländers ist eine Aufenthaltserlaubnis zu erteilen, wenn
1. der Ausländer eine Aufenthaltserlaubnis nach § 25 Abs. 1 oder 2 oder eine Niederlassungserlaubnis nach § 26 Abs. 3 besitzt oder
2. beide Eltern oder der allein personensorgeberechtigte Elternteil eine Aufenthaltserlaubnis oder Niederlassungserlaubnis besitzen und das Kind seinen Lebensmittelpunkt zusammen mit seinen Eltern oder dem allein personensorgeberechtigten Elternteil in das Bundesgebiet verlegt.
(2) Einem minderjährigen ledigen Kind, welches das 16. Lebensjahr vollendet hat, ist eine Aufenthaltserlaubnis zu erteilen, wenn es die deutsche Sprache beherrscht oder gewährleistet erscheint, dass es sich auf Grund seiner bisherigen Ausbildung und Lebensverhältnisse in die Lebensverhältnisse in der Bundesrepublik Deutschland einfügen kann, und beide Eltern oder der allein personensorgeberechtigte Elternteil eine Aufenthaltserlaubnis oder Niederlassungserlaubnis besitzen.
(3) Dem minderjährigen ledigen Kind eines Ausländers, welches das 16. Lebensjahr noch nicht vollendet hat, ist eine Aufenthaltserlaubnis zu erteilen, wenn beide Eltern oder der allein personensorgeberechtigte Elternteil eine Aufenthaltserlaubnis oder Niederlassungserlaubnis besitzen.
(4) Im Übrigen kann dem minderjährigen ledigen Kind eines Ausländers eine Aufenthaltserlaubnis erteilt werden, wenn es auf Grund der Umstände des Einzelfalls zur Vermeidung einer besonderen Härte erforderlich ist. Hierbei sind das Kindeswohl und die familiäre Situation zu berücksichtigen.

Hierzu bedarf es jedoch der in Absatz 1 Nummer 2 benannten Aufenthaltserlaubnis oder Niederlassungserlaubnis. Diese könnte sich für Ihren Verlobte lediglich aus der Eheschließung ergeben, so dass dann ein Kindernachzug erst nach der Eheschließung unter Anerkennung der Ehe in Deutschland möglich wäre. Dabei müssten eben auch die Voraussetzungen des § 32 insgesamt vorliegen.

Ich hoffe, Ihnen mit meinen Antworten behilflich gewesen zu sein und stehe Ihnen gerne für weitere Informationen zur Verfügung. Hierfür können Sie die oben genannten Kontaktdaten nutzen.

Mit freundlichen Grüßen



Christian Joachim
-Rechtsanwalt-


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