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Heirat mit Russin in Dänemark

| 31.03.2010 11:31 |
Preis: ***,00 € |

Ausländerrecht


Beantwortet von

Rechtsanwältin Isabelle Wachter


Hallo!
Meine russische Freundin (wohnhaft in Moskau) und ich möchten heiraten. Ich bin deutscher Staatsbürger, selbständig und auch wohnhaft in Deutschland. Momentan planen wir es während ihres 2-wöchigen Deutschlandsaufenthalts im Mai zu machen. Für diesen Zeitraum hat sie ein Touristenvisum. Danach möchte sie nochmal zurück nach Russland reisen um ihre beruflichen und privaten Angelegenheiten abschließend zu klären und dann möchte sie permanent zu mir kommen. Momentan unterhalten wir uns problemlos auf Englisch aber sie macht schon seit 2 Monaten einen Deutschkurs in Moskau. Will im Mai auch einen Test mit Zertifikat im Goethe Institut in Moskau machen.

Jetzt meine Frage(n):
- Müssen wir die Hochzeit in Dänemark extra legalisieren lassen von einem Konsulat oder ähnlichem damit sie in Deutschland anerkannt wird oder wird die Hochzeitsurkunde die wir in Dänemark bekommen ausreichen?
- Kann uns die Ausländerbehörde einen Strich durch die Rechnung machen? Wenn ja, warum und wie können wir das verhindern?
- Wird es Probleme geben für ihre Wiedereinreise ein Visum zu bekommen oder wie ist die Rechtslage da sie ja dann schon meine Frau ist?
- Müssen wir dann ein besonderes Visum beantragen?

Ich habe hier im Forum schon gelesen das wir nach der Hochzeit am besten direkt mit unseren Pässen und der Hochzeitsurkunde zum Einwohnermeldeamt gehen sollten (da wo ich wohne) und unseren gemeinsamen Wohnsitz anmelden.

- Vereinfacht das den Visumsantrag für ihre permanente Einreise oder reicht es diese Anmeldung erst bei ihrem nächsten Besuch zu machen?

- Ist dieses Sprachkenntniszertifikat aus Moskau gültig in Deutschland?
- Sollte sie lieber einen Test in Deutschland machen dann?

Ich bedanke mich im Vorraus schonmal VIELMALS für Ihre Ratschläge und Unterstützung! Vielen Dank!

Mit besten Grüßen,
Sascha

Sehr geehrter Fragesteller,

Sie können mit Ihrer russischen Freundin, nachdem diese mit einem Touristenvisum in den Schengenraum eingereist ist, in Dänemark heiraten. In Dänemark gibt es zahlreiche Agenturen, die auf die Organisation von Eheschließungen zwischen EU-Bürgern und Nicht-EU-Bürgern spezialisiert sind und die für Sie die Eheschließung organisieren. Sie können auch direkt mit einem Standesamt in Dänemark Kontakt aufnehmen. Dort wird in der Regel auch deutsch gesprochen. Sie sollten sich schon vor der Einreise Ihrer Freundin erkundigen, welche Dokumente Sie beide für eine Eheschließung in Dänemark vorlegen müssen und alles vorbereiten, damit bei der Eheschließung nichts schiefgeht. Die Dokumente Ihrer Freundin müssen für eine Heirat in Dänemark übersetzt und mit einer Apostille der zuständigen russischen Behörde versehen sein.

Wenn Sie die Ehe in Dänemark geschlossen haben, müssen die deutschen Behörden diese anerkennen. Dänemark ist Mietglied des "Haager Übereinkommens zur Befreihung ausländischer öffentlicher Urkunden von der Legalisation". Eine Legalisation der dänischen Heiratsurkunde durch die deutsche Botschaft in Kopenhagen ist also nicht erforderlich. Eine Apostille (Beglaubigung der Urkunde durch das dänische Außenministerium) kann die deutsche Behörde von Ihnen jedoch verlangen.

Nach erfolgter Eheschließung sollten Sie die Heiratsurkunde in die Deutsche Sprach übersetzen lassen, falls diese nicht mehrsprachig ausgestellt ist. Mit der Heiratsurkunde gehen Sie dann in Deutschland zum Standesamt und lassen ihre Ehe registrieren. Die Standesämter in Deutschland verlangen hierfür neben der Eheurkunde auch die Geburtsurkunden der Ehegatten, sowie eine Bescheinigung über den Wohnsitz zum Zeitpunkt der Eheschließung. Wenn Sie in Dänemark geheiratet haben, dann müssen Sie dem deutschen Standesamt Meldebescheinigungen der Dänischen Kommune vorlegen, in der Sie geheiratet haben, da Sie für die Eheschließung in Dänemark dort (in Dänemark) angemeldet sein müssen. Das Standesamt in Deutschland wird dann Ihre Ehe nachträglich registieren und Ihnen eine deutsche Heiratsurkunde ausstellen.

Diese kann Ihre Frau mit nach Russland nehmen und bei der deutschen Ausandsvertretung in Russland einen Antrag auf Erteilung eines Visums zur Familienzusammenführung (§ 28 Abs, 1 Nr. 1 AufenthG) stellen.

Auf die Erteilung dieses Visums hat Sie als Ehefrau eines Deutschen einen Anspruch. Die für Ihren Wohnsitz in Deutschland zuständige Ausländerbehörde muss der Erteilung des Visums zwar zustimmen; sie hat insoweit jedoch keinen Ermessensspielraum (das gilt jedenfalls dann, wenn Sie Ihren Lebensunterhalt und den Ihrer Frau sicherstellen können; anderenfalls besteht ein reduziertes Ermessen, das es der Ausländerbehörde ermöglicht, ihre Zustimmung zu der Visumserteilung in "atypischen Fällen" zu verweigern).

Voraussetzung für die Visumserteilung ist, dass Ihre Frau den Deutschtest Level A1 des Goethe Instituts erfolgreich bestanden hat. Das Zertifikat muss sie bei der Visumsantragstellung vorlegen, da der Nachweis deutscher Sprachkenntnisse bereits im Visumsverfahren nach §§ 28 Abs. 1 S. 5 i.V.m. 30 Abs. 1 Nr. 2 AufenthG gesetzlich zwingend vorgeschrieben ist. Der in Russland bestandene A1 Test wird anerkannt.

Ich hoffe, Ihnen weiter geholfen zu haben und stehe Ihnen bei Unklarheiten über die kostenlose Nachfrangefunktion für Ergänzungen zur Verfügung.

Bewertung des Fragestellers 05.04.2010 | 16:25

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