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Heirat in Deutschland

23.05.2008 12:59 |
Preis: ***,00 € |

Ausländerrecht


Hallo,
ich möchte meinen Freund ( Marokkaner ) hier in Deutschland heiraten. Meine Frage: mit welchem Visum haben wir eine Chance?
( Visum zur Begründung einer Lebenspartnerschaft, Touristenvisum,..) Ich weiß, dass ein Marokkaner nicht so einfach nach Deutschland ausreisen kann.
Danke und viele Grüße

Sehr geehrter Fragesteller,


Ihre Frage beantworte ich basierend auf den von Ihnen geschilderten Sachverhalt wie folgt:


Es kommen insbesondere zwei Möglichkeiten in Betracht:


1.

Zum einen könnte ein Visum nach § 6 Abs. 1 S. 1 Nr. 2 AufenthG (Typ C bis zu 3 Monaten) für kurzfristige Aufenthalte beantragt werden.

Zuständig für das Visumsverfahren ist die vom Auswärtigen Amt ermächtigte Auslandsvertretung. (vgl. § 71 Abs. 2 AufenthG )

Für die Einreise müssen vor allem die folgenden materiellen und formellen Voraussetzungen vorliegen (vgl. Art. 5 Abs. 1 SDÜ):
Keine Ausschreibung zur Einreiseverweigerung im SIS
Besitz gültiger Grenzübertrittspapiere
Besitz eines erforderlichen Visums
Besitz ausreichender Mittel für den Lebensbedarf
Erforderlichenfalls Belege über Aufentahltszweck und -umstände.
Keine Gefahr für die öffentliche Ordnung, nationale Sicherheit oder internationale Beziehungen der Mitgliedstaaten.

Aber auch bei Erfüllung der genannten Kriterien besteht kein Anspruch auf Erteilung eines Schengen- Visum.
Es herrscht keine Einreisefreiheit, andererseits gehören die Aufrechterhaltung und die Förderung des internationalen Personenverkehrs auch zu den Grundanliegen der gemeinsamen Politik der Schengen- Staaten.

Sie können angeben, dass Sie beabsichtigen Ihren Freund zu heiraten und eine sog. Verpflichtungserklärung bei der zuständigen Ausländerbehörde ausfüllen. Dabei müssen Sie einen gültigen Pass oder Personalausweis und eine aktuelle Gehaltsbescheinigung/Lohnbescheinigung vorlegen.


2.

Zum anderen könnten Sie versuchen, ein sog. Nationales Visum zu beantragen. Dieses kann auch bei Beteiligung der Ausländerbehörde im Fall des § 7 Abs. 1 S. 3 AufenthG für einen längeren Zeitraum als 3 Monate ausgestellt werden.
Dies kommt in Betracht, wenn der Aufenthalt für einen vorübergehenden sonstigen Zweck für höchstens 1 Jahr ermöglicht werden soll, die Ausländerbehörde keinen Bedarf für ein Erscheinen des Antragstellers zur Durchführung weiterer Überprüfungen sieht und ersichtlich kein Bedürfnis für die Erteilung eines Aufenthaltstitels, der zu Reisen in andere Schengen- Staaten berechtigen würde, oder ein Visum der Kategorie "D + C" erteilt werden soll.
Diese Möglichkeit kann z. B. bei einem Verlöbnis vorliegen; dieses gehört zu keinem der gesetzlichen Aufenthaltszwecke.
Verlobte streben ein vorübergehenden Aufenthalt bis zur Eheschließung an. Voraussetzung sind ein ernsthaftes Eheversprechen und eine unmittelbar bevorstehende Eheschließung.


3.
Sollte eine Eheschließung im Ausland erfolgen (wirksame Ehe)könnte unter bestimmten Umständen auch ein Antrag auf Familiennachzug gem. § 28 Abs. 1 S. 1 Nr. 1 AufenthG in Betracht gezogen werden.


Ich hoffe Ihnen eine erste Orientierung gegeben zu haben.



Mit freundlichen Grüßen


Johannes Kagerer
(Rechtsanwalt)



Rückfrage vom Fragesteller 23.05.2008 | 16:29

vielen dank für die schnelle bearbeitung.Welches Visum würde er eher bekommen? Ein Schengen-Visum oder ein Heiratsvisum? ( mit meiner Verpflichtungserklärung )
Danke

Antwort auf die Rückfrage vom Anwalt 23.05.2008 | 21:16

Sehr geehrte Fragestellerin,

Ihre Nachfrage beantworte ich wie folgt.

Bevor Sie das Visum zur Eheschließung beantragen, sollten sie bei Ihrem Standesamt einen Termin vereinbaren, um zu klären welche Dokumente Sie und Ihr Partner beibringen müssen. Erst wenn das Standesamt die Vollständigkeit der Unterlagen bescheinigt, sollte Ihr Freund einen Antrag auf Visumserteilung stellen.

Ich würde Ihnen raten zwecks der Eheschließung das hierfür vorgesehene Visum bei der Deutschen Botschaft in Rabat bzw. bei dem zuständigen Generalkonsulat/Konsulat zu beantragen.

Für die Antragstellung benötigt Ihr Freund einen Termin.

Für die Erteilung ist die Zustimmung der zuständigen Ausländerbehörde notwendig. Dies dauert in der Regel 2 Monate.

Benötigt werden u. a. 4 biometriefähige Passfotos und drei in Deutsch ausgefüllte Anträge.

Die marokkanische Identitätskarte (CIN) mit zwei Fotokopien.

Der marokkanische Reisepas mit zwei Fotokopien.

Verpflichtungserklärung mit zwei Fotokopien.

Marokkanische Ledigkeitsbescheinigung mit Übersetzung ins Deutsche und zwei Fotokopien.

Legalisiertes polizeiliches Führungszeugnis mit Übersetzung ins Deutsche und zwei Fotokopien.

Nachweis Deutschkenntnisse auf Niveau A1 (Goethe Institut).

Es fallen Gebühren in Höhe von 60 € an.

Ergänzung vom Anwalt 23.05.2008 | 21:20

Ich hoffe ihnen mit der Beantwortung Ihrer Fragen behilflich gewesen zu sein.


Mit freundlichen Grüßen


Johannes Kagerer
(Rechtsanwalt)

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