Hilfe & Kontakt
Schnell einen Anwalt fragen:
 Antworten,  Bewertungen
508.934
Registrierte
Nutzer
Anwalt? Hier lang

1
 
Frage stellen
an unsere erfahrenen Anwälte.
Jetzt auch vertraulich
Frage stellen
einem erfahrenen Anwalt
Jetzt auch vertraulich
2
 
Preis festlegen
Sie bestimmen, wieviel Ihnen die Antwort wert ist.
Preis festlegen
Sie bestimmen die Höhe selbst
3
Antwort in 1 Stunde
Sie erhalten eine rechtssichere
Antwort vom Anwalt.
Antwort in 1 Stunde
Rechtssicher vom Anwalt
Jetzt eine Frage stellen

Heirat aus Eigennutz, Betrug im strafrechtlichen Sinn?

| 03.01.2008 17:29 |
Preis: ***,00 € |

Strafrecht


Beantwortet von

Rechtsanwalt Ingo Bordasch


Sehr geehrte Anwälte,

mein Fall ist etwas komplizierter. Ich hoffe dennoch Sie können mir weiterhelfen. Mein Mann und ich haben während seiner Haftzeit geheiratet. Er ist immernoch inhaftiert. Er hat nun die Scheidung eingereicht und selber durch seinen Anwalt verlauten lassen,daß er keine Zukunft mit mir geplant hat. Jetzt im Nachhienein stellt sich für mich das so dar, dass er mich nur geheiratet hat um div. Vorteile zu haben.Ich habe einige tausend Euro investiert, damit diese Ehe aufrecht erhalten werden kann (Fahrtkosten zur JVA,Hotelunterkunft,Zuwendungen für ihn etc), da ich ja davon ausgegangen bin, dass er mit mir eine Zukunft plant.
Liegt in diesem Fall strafrechtlich ein Betrug vor? Was hab ich für Möglichkeiten zumindest den mir entstandenen Schaden zurückerstattet zu bekommen ? Mit welchen starfrechtlichen Konsequenzen hat er zu rechnen?
Hinzu kommt noch, dass er mich im Mai telefonisch bedroht hat, dafür habe ich eine Zeugin. Kann ich das jetzt noch zur Anzeige bringen ?
Und zu guter Letzt: Ich habe meinem Mann vor knapp drei Jahren Geld gegeben. Dieses hat er, was ich zu dem Zeitpunkt nicht wußte, in Drogen investiert. Bisher hab ich deswegen geschwiegen, weil ich mir nicht sicher bin,ob ich mich damit selbst strafbar gemacht habe. Wie ist das zu beurteilen?
Vielen Dank im vorraus für die Antwort.

Sehr geehrte Fragestellerin,

1.
für Ihren Ehegatten kommt Betrug hinsichtlich der Zuwendungen die Sie an ihn geleistet haben in Betracht. Dafür müsste er durch Täuschung Sie veranlasst haben ihm Vermögen z.Bsp. Geld zu überlassen. Ob die Täuschung bereits in der Eigehung der Ehe bestand oder Sie erst innerhalb der Ehe getäuscht wurden kann von hier nicht beurteilt werden. Grundsätzlich ist auch Betrug in der Ehe möglich. Betrug wird gem. § 263 StGB mit Freiheitsstrafe bis zu 5 Jahren oder mit Geldstrafe bestraft.
Das Vermögen das Sie ihm überlassen haben, können Sie grundsätzlich dann zurückfordern, wenn es sich nicht um eine Schenkung handelte bzw. die Schenkung aufgrund Betruges erfolgte.

Ihre weiteren Kosten (Fahrtkosten zur JVA,Hotelunterkunft)können Sie jedoch nicht von Ihrem Ehegatten zurückfordern.

Wegen der Bedrohung können Sie Ihren Ehegatten anzeigen.

2.
Durch die Übergabe des Geldes an Ihren Ehegatten haben Sie sich nicht strafbar gemacht, da Sie damals nicht wussten, dass er es für illegale Geschäfte nutzt. Selbst heute können Sie wahrscheinlich nicht sicher wissen, dass er dazu Ihr Geld genutzt hat.
Das Geld das Sie Ihrem Ehegatten gegeben haben (als Darlehen ?) können Sie zurückfordern, wenn es sich nicht um eine Schenkung gehandelt hat.

Bitte haben Sie Verständnis dafür, dass diese Plattform eine ausführliche und persönliche Rechtsberatung nicht ersetzen kann,
sondern ausschließlich dazu dient, eine erste überschlägige Einschätzung Ihres Rechtsproblems auf Grundlage der von Ihnen
übermittelten Informationen von einem Rechtsanwalt zu erhalten.
Durch Weglassen oder Hinzufügen weiterer Sachverhaltsangaben Ihrerseits kann die rechtliche Beurteilung anders ausfallen.

Ich hoffe, mit der Beantwortung Ihrer Anfrage, weitergeholfen zu haben.
Für Rückfragen nutzen Sie bitte die Möglichkeit der kostenlosen Nachfrage.
Für eine weiterführende Interessenvertretung stehe ich Ihnen gerne zur Verfügung.

Mit freundlichen Grüßen

Ingo Bordasch
Rechtsanwalt

Tel.: 030 - 293 646 75
Fax.: 030 - 293 646 76
frag-einen-anwalt@RA-Bordasch.de

Nachfrage vom Fragesteller 03.01.2008 | 18:24

Danke für Ihre Antwort. Es ergeben sich für mich alerdings doch noch ein paar Unklarheiten.Da er ja selber zugegeben hat, mit mir nie eine Zukunft geplant zu haben, ist doch davon auszugehen, dass er nie ernsthaft vorhatte mit mir eine Ehe zu führen. Handelt es sich dabei schon um einen Betrug ? Er hat mich ja immerhin darin getäuscht, mit mir eine Ehe führen zu wollen. Und was ist wenn ich ihn anzeige wegen der Drogensache und ihm nichts zu beweisen ist, muss ich dann mit KOnsequenzen wegen falscher Verdächtigung rechnen?Wenn ich jetzt rechtlich gegen ihn vorgehen will, muss ich dann anwaltlich vertreten werden? Wenn ja, welche Fachanwälte sind dafür zuständig? Ich würde mich sehr freuen wenn ich darauf eine Antwort erhalte. Vielen Dank.

Antwort auf die Nachfrage vom Anwalt 03.01.2008 | 21:14

Sehr geehrte Fragestellerin,

1.
jemanden zu heiraten ohne ernsthaft eine Ehe führen zu wollen ist für sich genommen noch kein Betrug. Hinzukommen muss mindestens eine Vermögensschädigung die in Ihrem Falle in Form der Ihrerseits gegebenen finanziellen Zuwendungen liegen könnte. Ob es sich dabei in Ihrem Fall um Betrug handelt kann ohne Kenntnis aller Einzelheiten nicht beurteilt werden.

2.
Bei der Anzeige sollten Sie nur das der Polizei mitteilen, was Sie wissen. Wenn Sie etwas von Dritten gehört haben sollten sie dies bei der Anzeige auch deutlich machen.

Gem. § 164 StGB macht der jenige sich der falschen Verdächtigung strafbar der anderen bei einer Behörde oder einem zur Entgegennahme von Anzeigen zuständigen Amtsträger oder militärischen Vorgesetzten oder öffentlich wider besseres Wissen einer rechtswidrigen Tat oder der Verletzung einer Dienstpflicht in der Absicht verdächtigt, ein behördliches Verfahren oder andere behördliche Maßnahmen gegen ihn herbeizuführen oder fortdauern zu lassen .

Eine spätere Verurteilung des Beschuldigten hat grundsätzlich kenen Einfluss darauf ob man sich der falschen Verdächtigung strafbar macht.

3.
Um Ihre Rechte durchzusetzen müssen keinen Rechtsanwalt beauftragen. Ich rate Ihnen dennoch dazu, da Ihr Ehemann bereits anwaltlich vertreten ist und mit Hilfe eines Rechtsanwalts ´Waffengleichheit´ wieder hergestellt werden kann. Einen geeigneten Kollegen können Sie bei Ihrer zuständigen Anwaltskammer telefonisch erfragen.

Mit freundlichen Grüßen

Ingo Bordasch
- Rechtsanwalt -

Bewertung des Fragestellers |

Hat Ihnen der Anwalt weitergeholfen?

Wie verständlich war der Anwalt?

Wie ausführlich war die Arbeit?

Wie freundlich war der Anwalt?

Empfehlen Sie diesen Anwalt weiter?

"Detailierte Aufschlüsselung der rechtlichen Lage ! Danke, jetzt weiß ich bescheid. "
Stellungnahme vom Anwalt:
FRAGESTELLER 5/5,0
Durchschnittliche Anwaltsbewertungen:
4,6 von 5 Sternen
(basierend auf 66460 Bewertungen)
Aktuelle Bewertungen
5,0/5,0
Sehr schnelle und gut verständliche Antwort. ...
FRAGESTELLER
5,0/5,0
Sehr gute, ausführliche und freundliche Antwort, bin sehr zufrieden! Nochmals vielen Dank. Freundliche Grüße, ...
FRAGESTELLER
5,0/5,0
Verständlich, klar und eindeutig beantwortet. Bin sehr zu frieden... ...
FRAGESTELLER