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Heirat Deutsch-Nigerianisch in IT oder DK: Probleme mit Anerkennung in Deutschland??

06.07.2021 13:16 |
Preis: 70,00 € |

Familienrecht


Beantwortet von


Sehr geehrte(r) Rechtsanwalt/Rechtsanwältin,

Mein Freund (Nigerianer, subsidiärer Schutz für 5 Jahre in Italien) und ich, Deutsche, beabsichtigen zu heiraten. Laut Standesbeamtin meiner Gemeinde ist das in Deutschland „ nahezu unmöglich", jedoch zumindest sehr zeitaufwendig , die benötigten Unterlagen aus Nigeria in all ihren beglaubigten Formen und beeidigten Übersetzungen bei zu bringen. Die Unterlagen würden dann zu einer inhaltlichen Überprüfung nach Lagos zurück geschickt werden (zeit- und kostenintensiv), um dann nach erfolgter Überprüfung wieder zurück nach Deutschland geschickt zu werden.
Deswegen ziehen wir eine Heirat in Italien (mein Freund hat dort Permesso di soggiorno für 5 Jahre) oder Dänemark in Erwägung, wo zum Teil weniger /andere Papiere verlangt werden wie in Deutschland.

Frage 1: Ist eine Heirat in Italien oder Dänemark in Deutschland rechtsgültig oder kann es zu Schwierigkeiten in der Anerkennung kommen?

Hinweise, daß es zu Schwierigkeiten kommen kann, sind:

1. Die Nachfrage bei 2 deutschen Standesämtern hat ergeben, daß sie die Ehe aus Dänemark oder Italien vermutlich nicht anerkennen würden, bevor mein Freund die geforderten Unterlagen, die für eine Heirat in Deutschland nötig sind, beibringt.
2. Anerkennungsschwierigkeiten wurden bereits bei ähnlichen Einträgen auf dieser Plattform geschildert: diese allerdings aus den Jahren 2017 und 2018.
3. Unter www.dänemark.de: „ die Ehe(geschlossen in Dänemark) ist auch in Eurem Heimatland gültig, sofern es mit dem dortigem Eherecht konform ist".

Nach dem Deutsch-Dänischem Beglaubigungsabkommen vom 17. Juni 1936 (RGBI. 1936 II, S.214) und dem dortigen Artikel 3 ist für dänische Personenstandsurkunden geregelt , dass nach einer Legalisierung der Urkunden durch eine übergeordnete dänische Behörde (im Falle von Heiratsurkunden das dänische Innenministerium und das dänische Außenministerium) das Dokument in Deutschland anerkannt werden muß. (Rechtsauskunft bei Frag einen Anwalt 2017).

Was heißt, daß dt. Behörden keine weiteren Legalisierungen verlangen dürfen. Wenn aber doch: muß ich dann ein Rechtsverfahren für die Anerkennung einleiten?

Frage 2: Gibt es ein solches Abkommen auch mit Italien?

Für die Beantwortung meiner Fragen herzlichen Dank.


Einsatz editiert am 07.07.2021 14:34:03

07.07.2021 | 15:00

Antwort

von


(2423)
Damm 2
26135 Oldenburg
Tel: 0441 26 7 26
Web: http://WWW.RECHTSANWALT-BOHLE.DE
E-Mail:

Sehr geehrte Ratsuchende,

der Hinweis auf das deutsch-dänische Abkommen kommt hier im Büro irgendwie bekannt vor.


1.)
Das Abkommen gilt und das Amt hat sich eigentlich daran zu halten.

"Eigentlich" deshalb, da viele Beamte es trotz Abkommen nicht machen, also die Anerkennun g verweigern.

Leider kommt das immer wieder vor, das kann man auch nicht schönschreiben.lassen.


Für den Fall benötigen Sie einen rechtsmittelfähigen Bescheid, müssen dann das Widerspruchs- Gerichtsverfahren durchlaufen.

Anders geht es dann leider nicht.

Ihre Frage:

Wenn aber doch: muß ich dann ein Rechtsverfahren für die Anerkennung einleiten?

ist dann nur mit "ja" zu beantworten, wobei Sie dann einen Rechtsanwalt hinzuziehen sollten.

2.)

Mit Italien gibt es ein ähnliches Abkommen

Es handelt sich um

Vertrag zwischen der Bundesrepublik Deutschland und der Italienischen Republik über den Verzicht auf die Legalisation von Urkunden vom 7. Juni 1969 (BGBl. 1974 II S. 1069) – daneben seit 11.02.1978 Haager Apostille-Übereinkommen (BGBl. 1978 II S. 153).

Das bedeutet, ein Echtheitsnachweis ist nicht erforderlich.


Mit freundlichen Grüßen

Rechtsanwältin

Sylvia True-Bohle


Rückfrage vom Fragesteller 07.07.2021 | 20:22

Sehr geehrte Frau True-Bohle,
müssen wir also auch mit Schwierigkeiten bei einer Heirat in Italien rechnen, wo mein Freund seinen derzeitigen Wohnsitz hat?
Wie lang kann ein solches Widerspruchverfahren dauern und wird es sicher zu unseren Gunsten ausgehen?
Herzlichen Dank für die Beantwortung.

Antwort auf die Rückfrage vom Anwalt 07.07.2021 | 20:30


Sehr geehrte Ratsuchende,

auch in Italien müssen Sie leider mit den gleichen Schwierigkeiten rechnen.

Der Wohnsitz Ihres Freundes spielt dabei keine Rolle.

Eine Widerspruchs- Klageverfahren kann bis zu 48 Monate dauern.

Zum Ausgang kann ich keine sichere Angaben machen. Dafür muss man alle Umstände kennen und der hiesige Sachverhalt reicht dafür nicht aus.

Mit freundlichen Grüßen

Rechtsanwältin

Sylvia True-Bohle

ANTWORT VON

(2423)

Damm 2
26135 Oldenburg
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