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Heirat Chinesische Freundin

| 26.02.2019 17:22 |
Preis: 53,00 € |

Ausländerrecht


Beantwortet von

Rechtsanwalt Evgen Stadnik


Sehr geehrte Damen und Herren,

ich gedenke in der zweiten Jahreshälfte 2019 meine langjährige chinesische Freundin
nach Deutschland zu holen und zu heiraten. Kennen gelernt haben wir uns in Australien während eines Studienaufenthalts und momentan befindet sie sich wieder in China. Zudem ist sie zurzeit auch im 8ten Monat schwanger und wird das Kind auch in China austragen (Schwiegermutter wollte das gerne so). Sie war selbst bis ende Januar hier in Deutschland mit einem Urlaubsvisum für 3 Monate. Die Vaterschaft des Kindes habe ich zudem in den Niederlanden bereits anerkannt und es wird die Niederländische Staatsangehörigkeit bekommen.

Ich selbst bin niederländischer Staatsangehöriger und es stehen Wohneigentum (>50m2)und ausreichendes Einkommen zu Verfügung (>46,000 Euro), sodass es von dieser Seite kein Ungemach bezüglich der später nötigen Aufenthaltserlaubnis geben dürfte.

Ich frage mich zur Zeit welchen Weg wir am besten beschreiten sollten. Welches Visum müsste sie hierfür anfragen (Botschaft von Deutschland oder die der Niederlanden?) und wie lange könnte das ungefähr dauern. Ist es sinnvoll zum Beispiel in Dänemark zu heiraten um uns dadurch erheblichen Aufwand zu ersparen? Insbesondere da ich die niederländische Staatsangehörigkeit besitze frage ich mich, ob da andere Gesetze gelten, als für deutsche Staatsangehörige.

Welche Papiere werden zur Eheschließung benötigt und welche Stolpersteine
kann man bezüglich der AE im Vorfeld ausschließen?

Wir freuen uns über Ihre Hilfe,
Vielen Dank und mit freundlichen Grüßen.

Fan & Philippe

Sehr geehrter Fragesteller,

Ihre Anfrage möchte ich Ihnen auf Grundlage der angegebenen Informationen verbindlich wie folgt beantworten:

Vorab, denken Sie bitte daran, für das Neugeborene einen Reisepass bei der niederländischen Botschaft in China zu beantragen.

Ich gehe davon aus, dass Sie zusammen mit Ihrer Frau einen Wohnsitz in Deutschland nehmen möchten. Da Sie EU-Bürger sind genießen Sie Freizügigkeit nach dem FreizügG/EU. Auch der Aufenthalt Ihrer Kernfamilie (Kinder, Ehefrau) richtet sich nach dem FreizügG/EU. Da das Kind sodann ebenfalls niederländische Staatsangehörigkeit bekommt, kann es problemlos nach Deutschland einreisen und sich hier aufhalten. Es müssen lediglich die Voraussetzungen des § 4 FreizügG/EU erfüllt werden, sprich ausreichender Krankenversicherungsschutz und ausreichende Existenzmittel. Sobald Ihr Kind in das Bundesgebiet einreist, können Sie es bei sich familienversichern (wenn gesetzliche Krankenversicherung vorhanden). Über ausreichende Existenzmittel verfügen Sie ihren eigenen Angaben nach.
Die Unionsbürger werden gegenüber den Deutschen bevorzugt behandelt. Dennoch wird für Ihre Verlobte gem. § 2 Abs. 4 S. 2 AufenthG /EU i.V. mit §§ 4 Abs. 1 , 6 Abs. 3 AufenthG ein nationales Visum benötigt, dass bei der Deutschen Botschaft zu beantragen wäre. Um die Bearbeitung zu beschleunigen werden zunächst folgende Unterlagen benötigt,
- der Antrag (regelmäßig auf der Seite der Botschaft zu finden)
- der Reisepass des Kindes mit der Geburtsurkunde
- eine formlose Erklärung von Ihnen wo das Kind und die Mutter in Deutschland leben werde (inkl. Mietvertrag und Meldebescheinigung von Ihnen)
- entweder Ihr Arbeitsvertrag und Lohnzettel als Nachweis der Existenzsicherung oder ein Kontoauszug mit der von Ihnen benannten Summe
- eine Reisekrankenversicherung.
Eine Eheschließung ist in Ihrem Fall auch nicht zwingend notwendig, da Ihre Verlobte ihr Aufenthaltsrecht im Bundesgebiet von dem Kind ableiten kann, das die niederländische Staatsangehörigkeit besitzt. Die von deutschen Behörden ausgestellte Aufenthaltstitel gelten ebenfalls in den Niederlanden.

Was die Eheschließung anbelangt, kann ich leider zu den Voraussetzungen in Niederlanden keine Aussage treffen.
In Deutschland werden folgende Unterlagen benötigt,
- gültige Ausweisdokumente (Reisepass u.ä.),
- Ehefähigkeitszeugnis aus dem jeweiligen Heimatland und Geburtsurkunde (aus nicht EU-Ländern regelmäßig mit Apostille und Übersetzung eines vereidigten Übersetzers),
- erweiterte Meldebescheinigung nachdem Sie Ihre Verlobte und das Kind in Deutschland angemeldet haben,
- vom Vorteil ist auch die Geburtsurkunde des Kindes, wenn ein gemeinsames Sorgerecht besteht.
Sollten Sie oder Ihre Verlobte bereits verheiratet gewesen sein, so wird das Standesamt in der Regel das Ehescheidungsurteil, ggf. die Sterbeurkunde des Ehegatten sehen wollen. Das Ehefähigkeitszeugnis kann auch bei der chinesischen Botschaft beantragt und abgeholt werden, falls die Heiratspläne zunächst in den Hintergrund treten sollten. Allerdings ist das persönliche Erscheinen notwendig.

In Dänemark werden weitgehend die gleichen Unterlagen benötigt, ausgenommen erweiterte Meldebescheinigung und Geburtsurkunde des Kindes. Die Unterlagen sind in deutscher, englischer oder dänischer Sprache vorzulegen. Der Vorteil an einer Heirat in Dänemark ist die Tatsache, dass die Ehe nach der Anmeldung in kürzester Zeit (binnen wenigen Tagen) vollzogen werden kann, während in Deutschland die Prüfung der Unterlagen Monate in Anspruch nimmt. Die dänische Heiratsurkunde ist dort zu beglaubigen. Die Standesbeamten sind aber dort in der Regel bestens informiert.
Nach der Eheschließung in Dänemark erlangt sie auf Antrag einen Aufenthaltstitel nach § 3 Abs. 1 FreizügG/EU.

Abschließend möchte ich Sie darauf hinweisen, dass es sich bei dieser Antwort, basierend auf Ihren Angaben, lediglich um eine erste rechtliche Einschätzung des Sachverhaltes handelt. Diese kann eine umfassende Begutachtung nicht ersetzen. Durch Hinzufügen oder Weglassen relevanter Informationen kann die rechtliche Beurteilung völlig anders ausfallen.

Ich hoffe, Ihre Frage verständlich beantwortet zu haben und bedanke mich für das entgegengebrachte Vertrauen. Bei Unklarheiten können Sie die kostenlose Nachfragefunktion benutzen.

Mit freundlichen Grüßen

Bewertung des Fragestellers 01.03.2019 | 18:26

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FRAGESTELLER 01.03.2019 5/5,0