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Hehlerei???


09.06.2006 20:50 |
Preis: ***,00 € |

Strafrecht



Auf dem Heimweg (an einem Dienstag) kam mir ein minderjähriger Junge mit seinem Kumpel, welcher bei mir im Haus wohnt, entgegen und fragten mich, ob ich jemanden kenne, der ein Fahrrad für 5,- Euro kaufen möchte, es müsse aber noch am selben Tag sein, weil seine Eltern stress machen und er das Fahrrad noch am selben Tag loswerden solle, welches er nach seinen Aussagen gefunden hatte. Ich antwortete ihm, dass ich mich schlau machen werde, aber mir war die Sache nicht geheuer und ich dachte mir, dass ich den Kindern das Fahrrad (Mountainbike) abkaufen werde und anschließend die Polizei informiere und frage, ob dieses Fahrrad gestohlen bzw. vermisst wird. Ich gab den Kindern die 5,- Euro und sagte ihnen, dass sie das Fahrrad jederzeit wieder zurückhaben könnten, falls sie es sich anders überlegen. Den Kauf ließ ich mir aus Sicherheitsgründen vom Kind unterzeichnen, damit ich im Ernstfall nicht als Täter eines Diebstahles oder ähnliches verantwortlich gemacht werden kann.
Dummerweise ging mein Fahrrad kaputt und ich nutzte das erstandene Rad bis Freitag für meinen Arbeitsweg. Am Samstag klingelte es an meiner Wohnungstür und die Kinder wollten das Rad zurückhaben. Ich sagte ihnen, sie sollen mir die € 5,- zurückzahlen und sie bekämen dann das Fahrrad wieder. Sie gingen, um das Geld zu besorgen, worauf ich mein Vorhaben in die Tat umsetzte und die Polizei anrief, um sicherzugehen, dass das Rad nicht gestohlen sei und ich es ohne schlechtes Gewissen den Kindern wieder zurückgeben kann. Es kam ein Streifenwagen und die Polizisten nahmen die Daten auf und das Fahrrad mit, was, wie ich zur gleichen Zeit erfuhr, nicht als gestohlen gemeldet war.
Als die Oma des Jungen erfuhr, was geschehen war, weil ich mein Geld wiederhaben wollte, drohte sie mir, mich zur Rechenschaft zu ziehen. Daraufhin rief ich abermals die Polizei an, um mich zu erkundigen, ob mein Handeln denn eine Straftat sei und erfuhr, dass ich eine Vorladung erhalte und eine Anzeige zum Staatsanwalt wegen Hehlerei geht, was ich überhaupt nicht nachvollziehen kann, weil:
a) ich das Fahrrad nicht behalten wollte, sondern es nur zur Sicherstellung gekauft habe, um dafür zu sorgen, dass es der ursprünglichen Besitzer zurückbekommt
b) den Vorfall der Polizei gemeldet habe
c) das Fahrrad den Kindern zurückgegeben hätte, nach der Feststellung, das es nicht gestohlen bzw. vermisst wird

Nun bekam ich eine Vorladung als Zeuge mit dem Inhalt:
Name unbekannt
wegen Verdacht Fahrraddiebstahl

Ich bitte Sie nun mir mitzuteilen, wie ich mich als Zeuge verhalten soll und was mir denn nun im schlimmsten Fall passieren kann? Bitte helfen Sie mir!

Vielen Dank im Voraus

P.S. Ich bin über 21 Jahre.

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Sehr geehrter Fragesteller,

vielen Dank für Ihre Frage, die ich unter Berücksichtigung der mitgeteilten Informationen und Ihres Einsatzes wie folgt beanworten möchte:

Wenn ich Sie richtig verstanden habe, dann befindet sich die Sache noch im ERmittlungsverfahren, und nicht bereits im Gerichtsverfahren. Grundsätzlich brauchen Sie der Vorladung zur Zeugenvernehmung vor der Polizei nicht Folge zu leisten. Einer Vorladung zur Zeugenvernehmung vor einem Staatsanwalt jedoch sehr wohl!!!! WEiterhin haben Sie das Recht gem. § 55 StPO die Aussage zu verweigern, wenn Sie sich hierdurch der VErfolgung einer Straftat selbst aussetzen würden (z. B. wegen Hehlerei) - hierauf sind Sie hinzuweisen und entsprechend zu belehren. Die Aussageverweigerung wäre aus meiner Sicht unter Berücksichtigung des Sachverhalts der für Sie sicherste WEg, um keinen weiteren Ärger zu bekommen. Zu klären wäre allerdings, wie die aussage, die Sie bereits vor einem Polizeibeamten gemacht haben, zu werten ist und ob diese eventuell in einem Verfahren gegen Sie verwertbar ist. Das kann ich jedoch, ohne Akteneinsciht genommen zu haben, nicht beurteilen und möchte auch keine nur wage Vermutung abgeben.

Allerdings halte ich eine Strafbarkeit wegen Hehlerei für eher unwhrscheinlich. Voraussetzung hierzu wäre zunächst, dass das Fahrrad gestohlen worden wäre. Das ist offenbar nicht der Fall oder noch unklar. WEiterhin müsste Ihnen eine Absicht, sich durch den Ankauf des Fahrrads, zu bereichern, nachgeweisen werden. Dies ist ausgeschlossen, wenn Sie deutlich zu verstehen geben, dass Ihre einzige Absicht es war, das Fahrrad sicherzustellen um es dann der Polizei zu übergeben. Dann müssen Sie sich jedoch etwas gutes einfallen lassen, warum Sie nicht sofort zur Polizei gegangen sind. Und erwähnen Sie auf keinen Fall, dass Sie das Fahrrad kurzzeitig selbst genutzt haben. Dies könnte bezüglich der Behauptung "Sicherstellung des Fahrrads" unglaubhaft ankommen.

Um jedoch den wirklich besten WEg für Sie zu finden, empfehle ich Ihnen, einen Anwalt vor Ort mit der Angelegenheit zu beauftragen. DEr wird dann Akteneinsicht nehmen und mit Ihnen das Für und Wider einer Zeugenaussage besprechen. WEnn Sie einen Rechtsanwalt mit dieser Sache beauftragen wollen, dann erklären Sie der Polizei, dass Sie den Vernehmungstermin zunächst nicht wahrnehmen werden.

Ich hoffe, dass ich Ihnen eine erste Orientierung geben konnte.


Mit freundlichen Grüßen

Diane Kirschkowski
Rechtsanwältin
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