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Hecke auf dem Nachbargrundstück

| 20.02.2019 19:31 |
Preis: 60,00 € |

Nachbarschaftsrecht


Beantwortet von

Rechtsanwalt Thomas Bohle


Ein Grundstück, welches hinter unserem Haus an unser Grundstück stösst, ist nun verkauft worden. Das Nachbargrundstück liegt über einen Meter höher. Unser Grundstück war beim Kauf nicht eingefriedet. Da ich keinen Grenzstein finden konnte, habe ich nach Lageplan die Länge gemessen und einen Pflanzmauer gebaut. Wie sich heute herausgestellt hat, ist die Mauer an der höchsten Stelle etwa 30 cm auf dem Nachbargrundstück. Hinter dieser Wand haben wir damals eine Kirschlorbeerhecke gepflanzt, weil uns der Anblick des wilden Grundstücks gestört hat.
Jetzt hat man uns aufgefordert, bis Ende der Woche die Hecke zu entfernen und die Mauer genau auf Grundstücksgrenze zu setzen, da sonst der Bagger das alles machen würde.
Welche Rechte oder Möglichkeiten habe ich und wie soll ich mich gegenüber dem sehr agressiven neuen Besitzer nun verhalten. Er hat gestern und heute alle Bäume auf einer Fläche von etwa 500qm gerodet und will dort eine Pferdewiese einzäunen.

Sehr geehrter Ratsuchender,


sofern Mauer und Hecke tatsächlich auf dem Nachbargrundstück stehen, hat der Nachbar das Recht, Sie unter Fristsetzung zur Entfernung aufzubauen. Erfolgt das nicht, kann der Nachbar im Rahmen der Selbstvornahme dann diese Arbeiten selbst durchführen und die entstandenen Kosten dann vor Ihnen fordern.

Insoweit gibt es leider gar nichts zu beschönigen - das Recht steht nach Ihrer Sachverhaltsdarstellung eindeutig auf Seiten des Nachbarns.


Allerdings muss die Frist auch angemessen sein und da dürfte eine Woche viel zu knapp bemessen sein.


Hier sollten Sie nun auf den Nachbarn zugehen und um eine angemessene Frist - vier Wochen dürften angemessen sein - bitten.

Oder Sie warten ab, ob der Nachbar trotz zu kurzer Frist tatsächlich die Arbeiten vornimmt, verweigern dann die Kostenübernahme, da Sie eben keine Gelegenheit hatten, innerhalb einer angemessenen Frist die Arbeiten selbst vorzunehmen.

Möglich wäre auch eine Einigung mit dem Nachbarn über die Beibehaltung des jetzigen Zustandes ggfs. unter Abkauf dieses Grundstücksstreifens.


Andere rechtliche Möglichkeiten haben Sie leider nicht.


Mit freundlichen Grüßen

Rechtsanwalt
Thomas Bohle, Oldenburg

Nachfrage vom Fragesteller 22.02.2019 | 19:20

Hallo Herr Bohle, haben Sie vielen Dank für die erste Antwort. Das bedeutet, er kann sofort die Hecke ausmachen (es pressiert ihm wahrscheinlich wegen des 1. Märzes) und muss mich nicht erst darüber in Kenntnis setzen, dass er vermutet, dass mein Eigentum auf seinem Eigentum steht. Danach brauche ich meines Wissens nach erst nachschauen, ob meine Hecke auf seinem Grundstück steht. Auch dieses - meine ich - ist mein Recht, da es ja mein Besitz ist, also die Hecke-- davon Abgesehen, dass der Vermesser einfach mal einen Nagel in meinen Zaun gehämmert und ihn mit Markierungsfarbe versehen hat....

Besten Dank.

Antwort auf die Nachfrage vom Anwalt 22.02.2019 | 19:34

Sehr geehrter Ratsuchender,

ich hatte den von Ihnen geschilderten Sachverhalt geprüft und beantwortet und dabei haben Sie u.a. geschrieben, dass die von Ihnen errichtete Mauer auf dem Nachbargrundstück steht und Sie dann dahinter noch zusätzlich eine Kirschlorbeerhecke gepflanzt haben, weil der Anblick des wilden Grundstücks gestört hat.

Das bedeutet, Sie haben auf fremden Grundstück gebaut - demgemäß haben Sie es auch zu entfernen. Der Nachbar hat Sie dazu aufgefordert (wobei man bezüglich der angemessenen Frist streiten kann), so dass Sie sich dann in Verzug befinden und die Verzugsfolgen (Kosten der Entfernung) zu tragen haben.

Insoweit haben Sie auch kein Recht zum Besitz, so dass der Nachbar keine weiteren Maßnahmen zubilligen muss. Auch haben Sie kein Eigentum mehr an den Sachen, da diese mit dem Grundstück verbunden sind, das Eigentum sogar auf den Nachbarn übergegangen ist (§ 94 BGB ).

Da Sie aber diese Sachen nach Ihrer eigenen Darstellung auf fremden Grundstück eingebracht haben, sind die Sachen eben zu entfernen. Und das sollte unverzüglich erfolgen.


Mit freundlichen Grüßen

Rechtsanwalt
Thomas Bohle, Oldenburg

Bewertung des Fragestellers 22.02.2019 | 11:22

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