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Hausverkauf - mehrere Kaufinteressenten zurückgezogen --> Schadensersatz?

| 06.07.2020 14:43 |
Preis: 58,00 € |

Hauskauf, Immobilien, Grundstücke


Beantwortet von


16:36
Liebes Frag-einen-Anwalt-Team,

wir sind seit Februar 2020 dabei, unser Haus im Landkreis München mit Hilfe eines Maklers zu verkaufen. Bereits nach einigen Wochen hatten wir einen ersten Kaufinteressenten (Kapitalanleger), der unser Objekt kaufen wollte. Die Maklerin sagte uns, dass sie hier den Kaufvertrag für den Notar vorbereitet. Der Vertragsentwurf wurde uns und dem Käufer per Mail zugeschickt und kurz danach kam die Absage mit der Begründung, dass er die Finanzierung bei der Bank jetzt nicht mehr bekomme.

Dies passierte uns sage und schreibe 4-mal!!! Einmal wurde wegen Corona plötzlich abgesagt. Das dritte Mal bestand auf einmal kein Interesse mehr an der Immobilie und die anderen Male war die Begründung, dass die Finanzierung jetzt plötzlich nicht klappt! Bei einem Interessenten arbeitete die Tochter sogar bei der Bank und auch dort wurde uns gesagt "Es tut uns Leid, wir bekommen die Finanzierung nicht".

Uns hat es das Gefühl gegeben, dass dies nur Besichtigungstouristen waren, denen langweilig gewesen ist und sich gedacht haben "Schauen wir uns mal Häuser an"!!!

Nun meine Frage: kann ich mich hier auf die "Treuhandpflichtverletzung" berufen? Da uns das nicht nur einmal passiert ist, kann man eigentlich davon ausgehen, dass die Kaufbereitschaft nur vorgetäuscht wurde, oder?

Aufgrund der Zusagen der potenziellen Käufer sind wir bereits selbst eine Vertragsverpflichtung mit einer anderen Immobilie eingegangen. Nun möchte ich gerne wissen, ob ich hier von den Interessenten, die ganz plötzlich die Finanzierung nicht mehr bekommen haben, einen Schadensersatz einfordern kann?

Für morgen hätten wir einen Notartermin.... Jetzt hat uns die Maklerin angerufen, dass die Bankgutachterin das Gutachten für die Grundschuldbestellung noch nicht geliefert hat und der Termin morgen scheint morgen nicht zu klappen.

Habe ich hier auch eine Möglichkeit rechtlich etwas zu unternehmen? Die Gutachterin war bereits am 30.06. da und wusste, dass am 07.07. der Notartermin ist und hat es bis heute nicht geschafft, den Bericht fertigzumachen.... Das kommt uns alles sehr komisch vor.

Herzlichen Dank für Ihre Antwort und liebe Grüße
06.07.2020 | 15:36

Antwort

von


(496)
Hagenburger Str. 54A
31515 Wunstorf
Tel: 05031/951013
Web: http://www.anwaeltin-holzapfel.de
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Sehr geehrte Fragestellerin,



Ihre Anfrage möchte ich Ihnen auf Grundlage der angegebenen Informationen wie folgt beantworten:

Grundstückskaufverträge über Immobilien bedürfen der notariellen Beurkundung. Bis dahin besteht im Regelfall keine Verpflichtung. Aus diesem Grunde ist die Rechtsprechung sehr zurückhaltend mit Schadensersatzansprüchen, wenn der Vertrag im Ergebnis nicht zustande kommt.

Sie werden leider nicht verhindern können, dass sich auch in Zukunft vermeintliche Interessenten für Besichtigungen anmelden. und dann doch abspringen. Bevor Sie Ihrerseits Kosten verursachen, sollten Sie die Beurkundung abwarten. Bevor der Notar tätig wird, sollte zumindest geklärt sein, ob die Finanzierung des Kaufers steht.

Für Schadensersatzansprüche müssen Sie nachweisen, dass die Käufer von Anfang an nicht beabsichtigt haben, die Immobilie zu kaufen. Das dürfte schwierig werden, insbesondere, wenn sich die Käufer um eine Finanzierungszusage bemüht haben. Ansonsten müsste ein besonderer Vertrauenstatbestand geschaffen worden sein, um einen Schandesersatzanspruch im Einzelfall begründen zu können.


Ich hoffe, Ihre Frage verständlich beantwortet zu haben und bedanke mich für das entgegengebrachte Vertrauen.


Mit freundlichen Grüßen aus Wunstorf

Anja Holzapfel
-Rechtsanwältin-


Nachfrage vom Fragesteller 06.07.2020 | 16:01

Liebe Frau Holzapfel,

vielen Dank für die schnelle Antwort. Ich verstehe :-(

Ich habe als Verkäufer also keinerlei rechtliche Möglichkeit mich zu wehren? Auch wenn mir das 100-mal passiert muss ich es hinnehmen und bin in der Beweispflicht?

Ich könnte mir nämlich die "Besichtitungstouristen" vom Hals halten, wenn es, wie in Österreich geregelt wäre: Es muss ein "verbindliches Kaufangebot" abgegeben werden und bei Rücktritt vom Kaufangebot ist der Kaufinteressent unter Umständen schadenersatzpflichtig.

Vielen herzlichen Dank für Ihre Mühe und einen schönen Tag

Antwort auf die Nachfrage vom Anwalt 06.07.2020 | 16:36

Sehr geehrte Fragestellerin,

tatsächlich wird der Käufer hier sehr weitgehend vor Schadensersatzansprüchen geschützt: Die notarielle Form als Erfordernis für einen wirksamen Vertrag soll auch für einen Schutz vor übereilten Entscheidungen sorgen. Diese Funktion würde unterlaufen, wenn die mündliche oder schriftliche Zusage schon Schadensersatzansprüche auslösen würde.

Sie können Ihren Schaden nur dadurch gering halten, dass Sie Ihrerseits kostenauslösende Maßnahmen erst nach der Beurkundung veranlassen. Hinsichtlich der Notarkosten empfiehlt es sich, den Käufer den Notar beauftragen zu lassen.

Ich wünsche Ihnen viel Erfolg.

Mit freundlichen Grüßenn

Anja Holzapfel

Bewertung des Fragestellers 08.07.2020 | 08:24

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BEWERTUNG VOM FRAGESTELLER 08.07.2020
5/5,0

Die Antwort kam sehr schnell und war verständlich. Auch meine Nachfrage wurde sofort beantwortet.


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