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Hausverkauf im Rahmen einer Scheidung


08.04.2005 15:09 |
Preis: ***,00 € |

Familienrecht



Vor ca. 1 1/2 kaufte ich zusammen mit meinem Mann ein EFH. Mein eingebrachtes EK war 60000.-- höher als seines; die Restsumme wurde mit einer Hypothek finanziert. Es existiert kein Ehevertrag, es gibt keine gemeinsamen Kinder.
Meine beiden Kinder (5 + 7) leben bei mir.
Seit 1/2 Jahr leben wir getrennt (ich bin mit meinen Kindern vor 2 Monaten ausgezogen, er lebt weiterhin im gemeinsamen Haus), wir hatten uns verständigt, daß das Haus verkauft werden muß.
Angesichts meiner Unterhaltsforderung erpresst mein Noch-Ehemann mich nun damit, mir einerseits zu drohen, den Kauferlös nach Abzug der Verbindlichkeiten 50:50 teilen zu wollen (was selbst bei einem optimalen Verkaufserlös einen Verlust von € 30000.-- für mich zur Folge hätte) bzw. zum Anderen, das Haus nicht verkaufen zu wollen bzw. - als absolutes "Highlight" - die Finanzierung platzen zu lassen, was dann wahrscheinlich eine Zwangsversteigerung zu einem Niedrigstpreis zur Folge hätte.
Ich habe keine Möglichkeit, den Hausverkauf in die Wege zu leiten, da sämtliche Unterlagen in seinen Händen sind und er mir durch den Austausch der Schlösser den Zutritt verwehrt.
1) Kann ich, und wenn ja wie, den Hausverkauf erzwingen?
2) Ist seine Forderung nach 50:50 Teilung des Erlöses rechtens?
3) Kann ich ihn auf Auszahlung meines Anteils verklagen?
Das von mir eingebrachte Kapital war als Altersversorgung gedacht und ist nun für die Finanzierung meines Unterhalts und des der Kinder für mich unverzichtbar, da ich nach der Trennung auch noch keine Beschäftigung gefunden habe.
Ich hoffe, Sie können mir helfen!
Vielen Dank im Vorraus!

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Sehr geehrte Ratsuchende,

Sie und Ihr Mann sind im Rechtssinne Miteigentümer des Hauses. Grundsätzlich kann jeder Miteigentümer nur über seinen Anteil am Eigentum verfügen, also beispielsweise verkaufen.

Das Mit- oder Bruchteilseigentum ist eine Unterart der sog. Bruchteilsgemeinschaft. Sofern dies nicht vertraglich ausgeschlossen ist, hat jeder Teilhaber gegen den jeweils anderen einen jederzeitigen Aufhebungsanspruch. Sie haben also einen - einklagbaren Anspruch - gegen Ihren Mann auf Aufhebung der Miteigentümergemeinschaft. Diese erfolgt, da eine Teilung in Natur nicht möglich ist - durch Verkauf des Hauses.

Wie der Erlös aufzuteilen ist bestimmt sich nach den Eigentumsbruchteilen. Ich gehe davon aus, dass Sie - wie bei Ehepaaren üblich - zu jeweils 1/2 Anteil als Eigentümer in das Grundbuch eingetragen sind. Sofern dies der Fall ist, und es auch ansonsten für den Fall des Verkaufes keine (ehe)vertraglichen Regelungen gibt, steht jedem von Ihnen die Hälfte des Erlöses zu.

Wenn ein Verkauf stattfindet, haben Sie natürlich einen einklagbaren Anspruch auf Auskehrung des hälftigen Erlöses, wenn die Zahlung an Ihren Mann erfolgt. Einen Anspruch auf Auszahlung Ihres Anteiles ohne Verkauf haben Sie allerdings nicht. Das folgt aus dem oben genannten, dass die Aufhebung der Gemeinschaft durch Verkauf geschieht. Sie können allenfalls die Gemeinschaft auflösen, indem Sie Ihren Anteil Ihrem Mann verkaufen.

Ich möchte Ihnen empfehlen, sich vielleicht einmal von einem Anwalt für Familienrecht beraten zu lassen, da an das Haus natürlich zugewinnrechtliche Problematiken geknüpft sind. Insofern wird das Haus noch eine nicht unerhebliche Rolle im Rahmen Ihres anstehenden Scheidungsverfahrens spielen. Insofern sollte die Immobilie zum jetzigen Zeitpunkt nicht isoliert betrachtet werden, ohne eine vorherige Klärung der Frage des Zugewinnausgleichs.

Ich hoffe, ich konnte Ihnen zunächst weiterhelfen.

Mit freundlichen Grüßen

Thomas J. Lauer
Rechtsanwalt

Nachfrage vom Fragesteller 23.04.2005 | 19:31

Sehr geehrter Herr Lauer,

besten Dank für Ihre rasche Antwort, die zwar leider (im Resultat) nicht wie erhofft ausfiel, aber dennoch hilfreich war. Können Sie mir nun noch sagen, ob mein Mann mir den Zutritt zu unserem gemeinsamen Haus verwehren und mein sich dort noch befindliches Eigentum zurückhalten darf und wie es sich verhält, wenn er absichtlich einen Notverkauf des Hauses (z. B. wenn er die Finanzierung platzen lässt) herbeiführt (was zu erheblichen finanziellen Verlusten führen würde).
Mit bestem Dank für Ihre Mühe verbleibe ich mit freundlichen Grüßen,

Y.

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