Hilfe & Kontakt
Schnell einen Anwalt fragen:
 Antworten,  Anwaltsbewertungen
480.336
Registrierte
Nutzer
Anwalt? Hier lang

1
 
Frage Stellen
an unsere erfahrenen Anwälte.
Jetzt auch vertraulich
Frage Stellen
einem erfahrenen Anwalt
Jetzt auch vertraulich
2
 
Preis festlegen
Sie bestimmen, wieviel Ihnen die Antwort wert ist.
Preis festlegen
Sie bestimmen die Höhe selbst
3
Antwort in 1 Stunde
Sie erhalten eine rechtssichere
Antwort vom Anwalt.
Antwort in 1 Stunde
Rechtssicher vom Anwalt
Jetzt eine Frage stellen

Hausverbot gegen einen 26 jährigen Stiefsohn, Entledigung seines Rest-Hausrats


11.12.2010 00:12 |
Preis: ***,00 € |

Familienrecht


Beantwortet von

Rechtsanwältin Sylvia True-Bohle



Sehr geehrte Damen und Herren,

ich bin seit fast 20 Jahren verheirat. Meine Frau hatte 1989, als ich sie kennenlernte, einen knapp 5-jährigen Sohn, den ich nicht adoptiert habe. Die Ausbildung des Jungen hat bis heute ca. 60.000 Euro gekostet hat, wofür meine Frau und ich uns mit kleinen Gehältern abgemüht haben, um ihm ein Studium, Auslandsaufenthalte, etc. (das ganze Programm...) zu ermöglichen. Er studiert schon seit ca. 6 Jahren Geschichte und Politik und wohnte jahrelang in einer WG in Münster. Alles wurde von uns bezahlt. Er kam aber dennoch zu uns an Wochenenden und brachte meist seine Freundin mit. Ich habe das irgendwann als störend empfunden, insbesondere weil seine Aufenthalte manmal über Wochen gingen und wir ständig von seinem Rein- und Rauslaufen gestört wurden, er mit seiner Freundin in meinem Schlafzimmer (intime Bereiche) herumlief, er mit 26J. mit meiner Frau beim Baden nackt im Bad war und meine Frau seine und die (Unter-)Wäsche seiner Freundin wusch. Das alles hielt ich für absolut unangemessen und eine tiefe Demütigung meiner Person. Ich habe ihn gebeten nur noch selten zu kommen, da ich mich durch seine Anwesenheit in meiner persönlichen Umgebung nicht mehr wohlgefühlt habe und mich in meiner Privatspähe von seiner Freundin beobachtet fühlte. Er hat sich nie an meine Wünsche oder Gebote gehalten und eine passiv aggressive Art an den Tag gelegt, die die Mutter, meine Frau, sogar immer noch gedeckt hat. Sein Verhalten mir gegenüber kann man als überaus anmaßend und selbstgerecht bezeichnen. Dieser Mensch ist mir inzwischen widerlich und zu einer Gefahr für meine Gesundheit geworden. Er wurde von meiner Frau dazu erzogen, andere schamlos auszubeuten. Wer kein Geld gibt ist tot für ihn. Die Ehe seiner Mutter mit mir passte ihm von Anfang an nicht. Sie hat so einen regelrechten Tyrannen großgezogen, den ich nicht zügeln durfte, denn dann drohte sie mir mit Trennung.
Ich bin über diesen emotionalen Sumpf 2007 an Multipler Sklerose erkrankt und habe auf seinen Auszug gedrängt. Aber auch auf mich als Kranken hat weder meine Frau noch mein Stiefsohn irgendeine Rücksicht genommen und hat sich immer wieder über mein Wort gestellt. Erst als ich seine Freundin im Dez. 2008 aus dem Haus geworfen habe, weil ich nicht über ihren Aufenthalt vorinformiert worden war, ist er 2009 "gekänkt" dann "offiziell" ausgezogen und bewohnt mit seiner Freundin nun in Brüssel eine Wohnung, hat aber gut die Hälfte seines Hausrats immer noch in unserem Haus und bewohnt nach wie vor sein altes Zimmer wenn er hier ist. Er will sich alle Optionen offen lassen.

Meine Frau zahlt keinen Unterhalt mehr, da er bereits vor Jahren ein abgeschlossenes Studium hatte. Er studiert weiter und hat nun seinen arbeitslosen leiblichen Vater als neues zahlendes Mitglied in seinem "Verein" aufgetan. Seine 23 Jährige Freundin arbeitet seit einem halben Jahr nach erfolgreich abgeschlossenem Studium, damit die 1000 Euro teure Wohnung in Brüssel bezahlt werden kann, während er seit einem Jahr nur 2 Tage die Woche an Vorlesungen teilnimmt. Es ist wie in einem schlechten Film.
Meine Frau und ich haben massive partnerschaftliche Probleme ausschließlich wegen ihrer Unfähigkeit unsere Ehe ihrem Sohn gegenüber abzugrenzen , mit dem SIE offenbar "verheirat" ist...

Ich überlege in Kürze die Scheidung einzureichen. Ich selbst wohne sei 16 Monaten schon nicht mehr in dem gemeinsamen Haus sondern in einer 46qm kleinen Wohnung die 220 Euro im Monat kostet, da ich die Situation gesundheitlich nicht mehr ertragen konnte. Unter der Belastung meiner Krankheit ist mein Leben vor diesem haarsträubenden Hintergrund zu einer einzigen und täglichen Tortur geworden.

Ich denke über einen Befreiungsschlag nach, wieder ins Haus einzuziehen und den Rest-Hausrat des Sohnes zur Abholung in Kisten zu verpacken und einen Termin zu vereinbaren, zu dem er es entweder abholen kann, andernfalls ich alles auf der Deponie entsorgen will. Ich möchte nicht, dass er noch einmal einen Fuß auf mein Grundstück setzt.

In diesem Zuge möchte ich ein Hausverbot wenn nötig mit anwaltlicher Hilfe aussprechen, denn ich kann und will mir in meinem gesundheitlichen Zustand keinen Fehltritt erlauben, der zu einer weiteren Demütigung meiner Person führt.
Ich bin mir sicher, wenn das Recht auf meiner Seit ist, und ich endlich einmal in meinem eigenen Haus eine Entscheidung durchbekomme, die auch in meinem Sinne ist, dass die für mich eine ungeheure Genugtuung für das meiste Unrecht, das an mir begangen wurde und geradezu eine Art kleiner Therapie für meine Krankheit sein kann. Startgeld für einen Neuanfang!

Dieser Mensch führt sich in meinem Haus auf, als ob er derjenige sei, der zu sagen hätte. Meinen Anweisungen hat er sich über all die Jahre immerzu durch Unterlassungen widersetzt, er boykottiert all meine Bestrebungen; offensichtlich hat er in seinem Leben nichts wirklich Wichtiges zu tun, ist nicht ausgelastet, dass er für soviel Destruktion an einem Menschen Zeit und Kraft aufwendet, der 20 Jahre voll mit für ihn die Verantwortung getragen und für ihn eingestanden ist!

Daher bitte ich Sie um Rat, wie ich mit dem Hausrat und der formalen Aussprechung des Hausverbots vorgehen soll, denn eine weitere Anwesenheit seiner Person möchte ich auf keinen Fall mehr dulden, das wäre für mich der persönliche Untergang.

Ich möchte sozusagen mein Terrain noch einmal in einer letzten Schlacht zurückeroben, bevor ich es den Gerichten in einem Scheidungsverfahren zur "Zerschlagung" freigebe. Entschuldigen Sie meine Emotionen aber das sind menschliche Dramen, die sich hier abgespielt haben. All meine Bestrebungen der letzten 6-8 Jahre nach einer friedlichen Lösung (auch div. Therapien und Coachings) wurden von Mutter und Sohn immer wieder nur boykottiert, denn Sie wollen das Alte nicht verändern.

Ich möchte ins Haus einziehen, den Sohn per Hausverbot verbindlich aus meinem Gesichtsfeld haben und dann von dort aus meine Scheidung angehen.

Wenn die Mutter mein ausgesprochenes Hausverbot auflösen kann wäre meine Gesundheit inzwischen ernst gefährdet. Es muss doch ein Gesetz geben, dass mir hilft und Luft und Recht verschafft!? Ich habe längst seit Jahren Angst vor meinem skrupellosen Stiefsohn. Jedesmal wenn er sich ankündigt bekomme ich heute noch körperliche Ausfallerscheinungen, Schwindel, Panickattacken, Alpträume, etc. Auch meine Arbeitsfähigkeit liegt inzwischen bei nur noch 50%.

Haben Sie vielen Dank für Ihre Mühe!

Notfall?

Jetzt vertrauliche kostenlose Ersteinschätzung von einem erfahrenen Anwalt erhalten!

Feedback noch heute.

Kostenlose Einschätzung starten
Sehr geehrter Ratsuchender,

grundsätzlich steht Ihnen das Recht zu, ein Hausverbot auszusprechen und dem Stiefsohn eine Frist zur Abholung der Sachen zu setzen, um sich damit allem zu entledigen, was Sie belastet.

Bei diesen grundsätzlichen Erwägungen gibt es nun aber in Ihrem Fall eine entscheidende Konstellationen, die die Sache etwas anders aussehen lassen könnte, da Sie derzeit nicht im Haus leben.

Gravierend ist, dass Sie nach Ihrer Schilderung bereits vor 16 Monaten das Haus, und damit - wie im Gesetz genannt - die Ehewohnung verlassen haben. Eine Rückkehr gegen den Willen der Frau könnte auf Schwierigkeiten stoßen. Sollte Ihre Frau Ihrer Rückkehr nicht zustimmen, müsste dies im schlimmsten Falll sogar gerichtlich durchgesetzt werden. Die Frau könnte versuchen, sich auf § 1361b Abs. 4 BGB zu berufen. Danach wird vermutet, dass im Falle eines Auszuges nach Trennung der Ehegatten, die alleinige Nutzung dem Ehegatten zusteht, der in der Wohnung/Haus verblieben ist, wenn nicht binnen 6 Monaten eine Ruckkehrabsicht ernstlich geäußert worden ist.

Diese 6 Monate sind nach Ihrer Darstellung - wenn es sich nicht um einen Schreibfehler handelt - bereits abgelaufen, so dass in diesem Punkt eine weitere Auseinandersetzung eröffnet werden kann. Sollte Ihre Frau einer Rückkehr nicht zustimmen, müsste die Zuweisung der Wohnung/Haus gerichtlich geklärt werden.

Stimmt Ihre Frau einer Rückkkehr zu, haben Sie das Recht, ein Hausverbot zu erteilen. Da in der Vergangenheit dieses immer wieder ignoriert worden ist, sollten Sie in diesem Fall sofort anwaltliche Hilfe in Anspruch nehmen, allein schon, um Ihrem Recht Nachdruck zu verleihen. In diesem Zusammenhang sollte dann auch Ihre Frau aufgefordert werden, dem Hausverbot nicht entgegenzuwirken.

Erlauben Sie mir zum Abschluss folgenden Hinweis. Nach Ihrer Darstellung ist es über viele Jahre nicht gelungen, eine gemeinsame Linie mit Ihrer Frau zu ereichen, was das Verhaltens des Stiefsohnes angeht. Diese dauernden Belastungen haben nach Ihrer Darstellung gravierende gesundheitliche Beeinträchtigungen zur Folge. Es stellt sich für mich dann die Frage, ob es allein in Ihrem Interesse sinnvoll ist, ins Haus zurückzukehren und von dort die Scheidung einzureichen. Diese Situation wird eine weitere erhebliche Belastung zur Folge haben. Auch wenn ich Ihr Anliegen der , wie Sie es ausführen " letzten Schlacht" nachvollziehen kann, sollte Sie Ihr Vorhaben und die Belastungen, die auf Sie zukommen werden, noch einmal abwägen.

Ich wünsche Ihnen alles Gute.

Mit freundlichen Grüßen

Rechtsanwältin
Sylvia True-Bohle
FRAGESTELLER 30.12.1899 /5.0
Durchschnittliche Anwaltsbewertungen:
4,6 von 5 Sternen
(basierend auf 60124 Bewertungen)
Aktuelle Bewertungen
5,0/5,0
Meine Frage wurde verständlich und ausführlich beantwortet. Vielen herzlichen Dank! ...
FRAGESTELLER
4,6/5,0
Klar und unumwunden im Ganzen zu empfehlen ! ...
FRAGESTELLER
5,0/5,0
Die Antworten auf meine Fragen waren ausführlich und verständlich. ...
FRAGESTELLER