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Hausübertragung zu Lebzeiten - ein Erbe, ein Verzichtender

02.12.2006 22:03 |
Preis: ***,00 € |

Erbrecht


Meine Eltern möchten schon zu Lebzeiten Ihr Haus übertragen. Zu diesem Zweck wurde bei einem Notar ein Überlassungsvertrag vorbereitet. Wir sind zwei Geschwister. Einer von uns soll das Haus erben, der andere müsste vom Erben als Verzichtender ausgezahlt werden. Der Wert des Hauses wurde hierzu ermittelt. Weitere Vermögenswerte und Immobilien sollen von dieser Regelung ausgeschlossen werden.

Wie groß ist der Anteil am Wert des Hauses, den der Verzichtende vom Erben erhält? Muss bei der Bezifferung dieses Anteils der Gesamtwert des Hauses zugrunde gelegt werden?

Sehr geehrte Fragestellerin,


ich gehe aufgrund Ihrer Schilderung davon aus,dass die Übertragung des Hauses an einen Geschwisterteil im Wege vorweggenommener Erbfolge mit Auszahlungsverpflichtung an den anderen Geschwisterteil für den Erbfall notariell vereinbart werden soll.


Bleibt es bei der gesetzlichen Erbfolge,so muss im Erbfall an den anderen Geschwisterteil die Hälfte des Verkehrswertes(=Gesamtwert ) des Hauses gezahlt werden.


Dieser Verkehrswert errechnet sich unter Berücksichtigung und
Vorwegabzug etwaiger Hausbelastungen(= Finanzierungskosten,notarielle und im Grundbuch eingetragene
Wohn-und Nießbrauchsrechte für die Eltern oder Dritte ,Pflicht zur Pflege und Versorgung der Eltern durch den begünstigten zukünftigen Erben im Bedarfsfall und bis zu deren Tod sowie allgemeine Belastungen wie Grundsteueru.ä.).


Sofern der andere(d.h.der nicht erbende) Geschwisterteil per Testament der Eltern auf den sogenanten Pflichtteil gesetzt würde,müsste im Erbfall nur ein Viertel des Verkehrswertes(s.o.) an diesen gezahlt werden.
Denn der Pflichtteil vekürzt den gesetzlichen Erbteil(und damit den entsprechenden Auszahlungsanspruch) des nicht erbenden Geschwisterteils um die Hälfte(=Anspruch in Höhe des gesetzlichen Erbteils beläuft sich,wie dargelegt,aus die Hälfte des Verkehrswertes,der Pflichtteil auf die Hälfte wiederum von dieser Hälfte,das ist ein Viertel.)



Soviel zu Ihrer Information.


Mit freundlichen Grüßen

Dorothee Mertens

Rechtsanwältin

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