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Hausübernahme nach Trennung, unverheiratet

21.05.2020 22:11 |
Preis: 55,00 € |

Familienrecht


Beantwortet von


Zusammenfassung: Bei vorzeitiger Auseinandersetzung von Grundstücks- oder Hauseigentum werden vom Wert die noch bestehenden Schulden und die Abwicklungskosten abgezogen.
Vom Rest werden die jeweils bezahlen Erwerbskosten individuell abgezogen.
Der Rest wird im Verhältnis der Miteigentümer Anteile geteilt.

Sehr geehrte Damen und Herren,

ich möchte mich von meiner Partnerin (wir sind nicht verheiratet) trennen und das gemeinsam gekaufte Haus übernehmen.
Wir sind beide im Grundbuch mit je 50% eingetragen und beide Gesamtschuldner bei der Bank.
Es besteht kein Partnerschaftsvertrag.
Hauskauf war 02/2014, Kaufsumme 200000 Euro, Nebenkosten incl. Renovierung 25000 Euro.
Meine Partnerin steuerte 115000 Euro dazu , wir haben einen Volltilgerkredit von 1000000Euro aufgenommen, Restschuld jetzt ca. 30000 Euro.
Ich bediene den Kredit von 900 Euro/Monat plus das hälftige Haushaltsgeld von 300 Euro und meine Versicherungen.
Sie bezahlt das hälftige Haushaltsgeld 300 Euro, ihre Versicherungen, Hausnebenkosten ca.400 Euro/Monat (Gas,Strom,Wasser,Wohngebäudevers.,Hausratsvers.,Grundsteuer)
Da ich besser verdiene als sie, waren wir uns einig, dass sich das nach 10 Jahren locker ausgeglichen hat.
Wenn ich mich von ihr trenne, möchte ich wissen, was finanziell auf mich zukommt, ob ich das Haus auch alleine halten kann.
Voraussetzung : die Bank entlässt meine Partnerin aus der Schuldhaft und das Haus wird auf 200000 Euro geschätzt und wir teilen die gemeinsam angeschafften Dinge fair auf.
Meine Fragen :
1. Was muss ich meiner Partnerin auszahlen ? Ist das nur der hälftige Verkehrswert minus hälftige Restschuld also 100000 Euro-15000 Euro = 85000 Euro oder kommt ihre Restschuld von 15000 Euro noch dazu ?
2. Hat meine Partnerin das Recht, von ihrem `Vorschuss` von 115000 Euro etwas zurückzufordern ?
3. Oder kann ich umgekehrt, da ich die Kreditsumme alleine stemme und 1/2 Haushaltsgeld zahle, verlangen, dass ihr Hausauszahlungsbetrag verringert wird ? Ich habe gelesen, dass laufende Kosten wie Strom, Gas und Wasser nicht ausgleichsfähig sind. Hat das eine Bedeutung für mich ?
Da ich in den ersten Jahren auch nebenbei einiges für Haus und Garten gekauft habe, bzw.die Urlaube größerenteils bezahlt habe, sind die von ihr vorgelegten 115000 Euro meines Erachtens schon ausgeglichen.
4. Was kommt noch an Kosten auf mich zu ?
Grunderwerbssteuer auf den 1/2 Hausanteil : ca.3500 Euro ?
Notarkosten bei Übertragungsvertrag : ca.2500 Euro ?
Grundbuchkosten bei Umschreibung auf mich ?
Gutachterkosten ?
Die Antwort hat gerne Zeit, ich möchte greifbare Zahlen haben, damit ich sehen kann, ob ich mein Haus halten kann.

Im Voraus vielen Dank

Mir freundlichen Grüßen

H.G.








23.05.2020 | 11:40

Antwort

von


(42)
Rossmarkt 194
86899 Landsberg
Tel: 08191/3020
Web: http://www.kanzlei-am-rossmarkt.de
E-Mail:

Sehr geehrter Fragesteller,

Ihre Anfrage möchte ich Ihnen auf Grundlage der angegebenen Informationen verbindlich wie folgt beantworten:

Die Antwort auf Ihre Fragen hängt von mehreren Parametern ab, die derzeit offenbar unkalkulierbar sind und über die verhandelt werden müsste. Darüber hinaus sind die Voraussetzungen unklar.

soweit von einem Stichtag 30.06.2020 ausgegangen wird, haben Sie 77 x 900€ aufgewendet (Darlehen), Ihre künftige Ex
77 x 400€ fur Versicherungen und Haus-Nebenkosten , Differenz 77 x 500€
= 38.500€ (Mehrbelastung für Sie).
Das Hausgeld von 77 x 300€ hebt sich auf, wenn nicht davon eine Rücklage für Instandhaltung gebildet wurde, die 50:50 geteilt werden muß.

1.) Die von Ihrer Ex bezahlten 115.000€
stehen ihr auch zu, zzgl. 50% der Wertsteigerung. Dass die „0,00€" sein sollte kann ich mir nicht vorstellen,
belasse es aber dabei.

2.) Wenn Sie den Kredit übernehmen mindert die Restschuld von 30.000€
der Wert des Hauses, d.h. es verbleiben nach Ihren Vorgaben 170.000€

Davon stehen Ihrer Ex die 115.000€ zu
(nicht 50% Zeitwert minus Restschuld) wie Sie gerechnet haben),
die Sie bezahlen müssen, abzüglich
50% der o.g. Mehrbelastung = 19.250€

3.) Den Kredit von 1 Mio € müssen Sie aufteilen (50% von 1.000.000€), wobei gar nicht klar wurde, wofür der war.

4.) In einer Partnerschaft sind laufende Kosten wie Strom, Gas und Wasser tatsächlich grundsätzlich nicht ausgleichsfähig.

Aber Sie können diese Beträge nicht unberücksichtigt lassen, gleichzeitig aber Ihre Tilgungsraten voll ansetzten wollen.
Das wäre rechtsmißbräuchlich und mit mir als Gegneranwalt nicht durchzusetzen.

4.) Die von Ihnen in den ersten Jahren nebenbei für Haus und Garten gekauften Sachen, verbleiben im Haus.

Eine Berücksichtigung wäre dann denkbar, wenn Sie diese konkret nachweisen können und die Rechnungen noch haben. Dann können Sie die Beträge vom Zeitwert abziehen.

5.) Ob Urlaube und andere Lustbarkeiten größerenteils von Ihnen bezahlt wurden, wird keine Rolle spielen, es sei denn Sie haben z.B. bei einer Luxusreise konkret einen Darlehensvertrag geschlossen.

6.) Bei Erwerb des 1/2 Miteigentum Anteils von Ihrer Ex müssen Sie aus 1/2 des angesetzten Werts, der nicht identisch mit dem Zeitwert sein muss, tatsächlich die üblichen Kosten tragen, d.h. mit Sicherheit zu 100%:

Grunderwerbssteuer
Notarkosten aus Übertragungsvertrag
Grundbuchkosten

Gutachterkosten kommen nur dazu, wenn Sie sich mit Ihrer Ex nicht einigen und dann nur 50% davon.

Ich bin überzeugt, Ihre Fragen verständlich beantwortet zu haben und bedanke mich für das entgegengebrachte Vertrauen.
Bei Unklarheiten können Sie die kostenlose Nachfragefunktion benutzen.

Mit freundlichen Grüßen


Rechtsanwalt Helge Müller-Roden
Fachanwalt für Arbeitsrecht

ANTWORT VON

(42)

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86899 Landsberg
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