Hilfe & Kontakt
Schnell einen Anwalt fragen:
 Antworten,  Anwaltsbewertungen
480.252
Registrierte
Nutzer
Anwalt? Hier lang

1
 
Frage Stellen
an unsere erfahrenen Anwälte.
Jetzt auch vertraulich
Frage Stellen
einem erfahrenen Anwalt
Jetzt auch vertraulich
2
 
Preis festlegen
Sie bestimmen, wieviel Ihnen die Antwort wert ist.
Preis festlegen
Sie bestimmen die Höhe selbst
3
Antwort in 1 Stunde
Sie erhalten eine rechtssichere
Antwort vom Anwalt.
Antwort in 1 Stunde
Rechtssicher vom Anwalt
Jetzt eine Frage stellen

Haustürschlüssel bei Einbruch gestohlen


16.11.2007 02:36 |
Preis: ***,00 € |

Mietrecht, Wohnungseigentum



Bei einem Einbruch in meine Geschäftsräume wurden aus einem verschlossenen Schrank einige nicht gekennzeichnete Schlüssel
gestohlen.
Den Verlust des Haustürschlüssels habe ich unverzüglich der Hausverwaltung gemeldet, die daraufhin am nächsten Tag die gesamte Schließanlage von insgesamt drei angrenzenden Mietshäusern austauschen ließ.

Die Rechnung für den Austausch der Schließanlagen
incl. 150 Schlüssel soll ich nun begleichen.

Ich habe mich darauf berufen, das der Haustürschlüssel bei einem Einbruch gestohlen wurde, und mir somit keine Sorgfaltsverletzung vorzuwerfen ist.
Aus meiner Sicht kann der Vermieter keinen Schadenersatz verlangen, auch nicht für die Kosten für ein neues Schloss.
(AG Hamburg vom 26.8.1999-47C 178/99 WuM 1999,687).

Die Hausverwaltung sieht das anders, und will das Geld gerichtlich einklagen - sollte ich mich weiterhin weigern zu bezahlen.
Aus Sicht der Hausverwaltung musste die Gefahr eines erneuten Einbruchs verhindert werden, abgesehen davon, wäre ich zum Ende der Mietzeit auch nicht in der Lage alle mir zur Verfügung gestellten Schlüssel zurückzugeben...

Ich möchte mich ungern auf eine gerichtliche Auseinandersetzung einlassen, komme aber mit Gesprächen nicht weiter.

Wie ist die Rechtslage?
Wer muß die Kosten für den Austausch der Schließanlage bei einem Einbruch/Diebstahl bezahlen?

Vielen Dank für Ihre Antwort
Sehr geehrter Fragesteller,

vorweg möchte ich Sie darauf hinweisen, dass diese Plattform nur dazu dienen soll, Ihnen einen ersten Eindruck der Rechtslage zu vermitteln. Die Leistungen im Rahmen einer persönlichen anwaltlichen Beratung/Vertretung können und sollen an dieser Stelle nicht ersetzt werden. Durch Weglassen oder Hinzufügen von wesentlichen Tatsachen kann die Beurteilung Ihres Anliegens anders ausfallen. Es können nur die wesentlichen Aspekte des Falles geklärt werden.

Aufgrund Ihrer Angaben und unter Berücksichtigung des Einsatzes beantworte ich Ihre Frage wie folgt:

Grundsätzlich hat es der Mieter zu vertreten, wenn ihm überlassene Schlüssel abhanden kommen. In diesem Fall ist grundsätzlich der Mieter schadensersatzpflichtig, was bei Schlüsseln einer Schließanlage schnell zu hohen Forderungen führen kann. Eine Schadensersatzpflicht besteht aber nur dann, wenn tatsächlich die Gefahr besteht, dass sich jemand mit den Schlüsseln Zugang zu den betroffenen Räumlichkeiten verschaffen kann. In Ihrem speziellen Fall dürfte diese Gefahr gegeben sein, da auf Grund der Geschäftsräume leicht auch die private Anschrift ermittelt werden kann. Bei vielen Haftpflichtversicherungen besteht die Möglichkeit, dieses Risiko durch eine in der Regel sehr kostengünstige Schlüsselversicherung abzudecken. Ob eine solchen bei Ihnen besteht, lässt sich dem Sachverhalt nicht entnehmen. Im Zweifel sollten Sie sich bei Ihrem Versicherungsvertreter erkundigen.

Das von Ihnen zitierte Urteil bezieht sich darauf, dass dem Mieter hier nur ein durch eigenes Verschulden entstandener zugerechnet werden kann. Inwieweit ein solches Verschulden vorliegt, lässt sich aber nicht pauschal beurteilen, hier kommt es auf eine genaue Einzelfallbetrachtung und im Zweifel auch auf die Einschätzung des Gerichtes an.

Bei einem Diebstahl des Wohnungsschlüssels aus einer in einem verschlossenen PKW liegenden Handtasche hat das AG Berlin-Hohenschönhausen beispielsweise ein Verschulden des Mieters durchaus angenommen. (vgl. AG Hohenschönhausen, Urteil vom 27.07.2004 – 5 C 348/03; Fundstelle: GE 2004, 1397).

Darüber hinaus ist zu prüfen, inwieweit bereits im Mietvertrag selber der Schadensersatz im Falle eines Schlüsselverlustes geregelt ist. Vertragsklauseln, die sagen, dass der Mieter auf jeden Fall, also verschuldensunabhängig für Ersatz sorgen muss, sind wegen der unangemessenen Benachteiligung des Mieters wohl unwirksam.

Wie ein Gericht im Streitfall entscheidet, hängt letztlich jedoch vom Einzelfall ab. Eine sichere Prognose kann daher in diesem Rahmen nicht gestellt werden.

Ich hoffe, Ihnen eine erste Orientierungshilfe gegeben zu haben. Bei Unklarheiten benutzen Sie bitte die Nachfragefunktion.

Mit freundlichen Grüßen

Nikolai F. Zutz
-Rechtsanwalt-
FRAGESTELLER 30.12.1899 /5.0
Durchschnittliche Anwaltsbewertungen:
4,6 von 5 Sternen
(basierend auf 60124 Bewertungen)
Aktuelle Bewertungen
5,0/5,0
Meine Frage wurde verständlich und ausführlich beantwortet. Vielen herzlichen Dank! ...
FRAGESTELLER
4,6/5,0
Klar und unumwunden im Ganzen zu empfehlen ! ...
FRAGESTELLER
5,0/5,0
Die Antworten auf meine Fragen waren ausführlich und verständlich. ...
FRAGESTELLER