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Hausratversicherung lehnt Schadensregulierung ab

24.01.2011 18:49 |
Preis: ***,00 € |

Versicherungsrecht, Privatversicherungsrecht


Beantwortet von

Rechtsanwalt Guido Matthes


Guten Tag!

Wir haben eine durch ein elektrisches Tor verschlossene Doppelgarage, das Grundstück selbst ist ebenfalls durch ein elektrisches Tor verschlossen. Zur Garage gibt es eine Stahl-Seitentür, die nicht abgeschlossen ist, da nur durch den (nicht einsehbaren) Garten erreichbar. Unser Grundstück grenzt an ein Feld, zu diesem führt ein Türchen (das nur mit einem Seil verschlossen war, weil sich der Pfosten gesenkt hat, was wir witterungsbedingt noch nicht reparieren konnten).

Durch dieses hintere (von der Straße nicht sichtbare) Türchen ist in der Nacht jemand in das Grundstück eingedrungen und durch die Seitentür in die Garage. Aus den dort stehenden (nicht abgeschlossenen) PKWs wurden 4 hochwertige Brillen und ein teurer Wintermantel gestohlen, Schaden ca. 2000,-- EUR. Die Spurensicherung der Polizei geht davon aus, dass es der eigentliche Plan war, eines der Autos zu stehlen: einen BMW X5, der wohl in Osteuropa sehr gefragt ist und häufig geklaut wird. Es deuten Spuren darauf hin, dass man versucht hat, das Auto kurzzuschließen. Eine hohe kriminelle Engergie und Gewaltbereitschaft wird auch dadurch klar, dass die Polizei eine große Axt gefunden haben, die die Täter zurück gelassen hatten.

Wir haben seit vielen Jahren eine Hausratversicherung, die wir bislang nie in Anspruch nehmen mussten. Als ich heute dort den Schaden gemeldet habe, sagte man mir, es handle sich um einen einfachen Diebstahl, nicht um einen Einbruchdiebstahl, der Schaden wäre also nicht von der Versicherung zu übernehmen.

Nun habe ich aber gelesen, dass "Ein Einbruchdiebstahl ... auch dann vorliegt, wenn der Täter durch Überwindung von erschwerenden Hindernissen oder durch nicht zum Eintritt bestimmten Öffnungen in einen versicherten Raum einsteigt oder sich einschleicht."

Das dürfte ja wohl in unserem Fall zutreffen, oder? Immerhin wurde in ein umfriedetes, abgeschlossenes Grundstück und eine darauf stehende verschlossene Garage eingedrungen. Also kein Bagatelldelikt und auch nicht auf offener Straße passiert.

Bitte klären Sie mich auf, ob es eine Möglichkeit gibt, die Ablehnung der Versicherung anzufechten. Vielen Dank!

Sehr geehrte Fragestellerin,

Ihre Anfrage beantworte ich wie folgt:

Versichert sind nur die erschwerten Begehungsformen des Diebstahls. Bei Vorliegen eines einfachen Diebstahls greift der Versicherungsschutz nicht.

Leider liegt nach Ihrer Schilderung weder ein "Einschleichen", noch ein "Einsteigen" vor:

"Einschleichen" liegt nicht bereits dann vor, wenn der Täter lediglich durch eine nicht verschlossene Tür unbemerkt eingetreten sind. Die Begehungsform des Einschleichens erfordert neben einer Heimlichkeit auch eine listige Art der Ausführung, d.h. besondere Vorsichtsmaßnahmen, durch die sich der Täter der Wahrnehmung anderer entzieht. Solche Vorsichtsmaßnahmen liegen noch nicht deshalb vor, weil der Täter einen uneinsichtigen Gartenweg gewählt hat.

Ein Einschleichen im Sinn der Versicherungsbedingungen erfordert zudem aber auch, dass der betreffende Raum, in den sich der Täter eingeschlichen hat, verschlossen war. Auch daran fehlt es leider nach Ihrer Schilderung, da die Seitentür nicht abgeschlossen war; es genügt nicht, wenn das Garagentor verschlossen war.

"Einsteigen" erfordert, daß sich der Dieb auf ungewöhnliche, nach den üblichen Gegebenheiten des Bauwerks nicht vorgesehene Weise Zugang zu seiner Beute verschafft. Diese Alternative ist nicht erfüllt, wenn der Täter mittels einer Seitentür in das Gebäude gelangt. Dabei handelt es sich um einen üblichen Zugang, anders z.B. bei einem Fenster. Ein mögliches Übersteigen des Gartenzaunes ist dabei ohne Belang, da das Einsteigen in das Gebäude und nicht auf das Grundstück erfolgen muss.

Die Ablehnung Ihres Versicherers ist der m.E. rechtmäßig erfolgt. Ich bedaure, keine günstige Auskunft geben zu können.

Ich hoffe, Ihnen einen ersten hilfreichen Überblick in der Sache verschafft zu haben. Ich weise darauf hin, dass die Beantwortung Ihrer Frage ausschließlich auf Grundlage Ihrer Schilderung erfolgt. Die Antwort dient lediglich einer ersten rechtlichen Einschätzung, die eine persönliche und ausführliche Beratung durch einen Rechtsanwalt in den seltensten Fällen ersetzen kann. Das Weglassen oder Hinzufügen weiterer Sachverhaltsangaben kann möglicherweise zu einer anderen rechtlichen Beurteilung führen. Eine endgültige Einschätzung der Rechtslage ist nur nach umfassender Sachverhaltsermittlung möglich.

Mit freundlichen Grüßen

Matthes
Rechtsanwalt

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