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Hausratversicherung bestreitet Zuständigkeit & Versicherungsfall

| 28.02.2019 12:03 |
Preis: 60,00 € |

Versicherungsrecht, Privatversicherungsrecht


Beantwortet von

Rechtsanwalt Hans-Christoph Hellmann


Zusammenfassung: Versicherungsfall beginnt, wenn sich das Schadenereignis auf versicherten Hausrat in der Weise auswirkt, dass eine wirtschaftlich nachteilige Veränderung durch Zerstörung, Beschädigung oder Abhandenkommen einsetzt,sich die Gefahr verwirklicht.Der VN muss Schaden abwenden/mindern (Rettungskosten).

Wir sind Mieter einer Eigentumswohnung im Dachgeschoss. Im Boden der Küche hat sich durch Lochfraß ein Loch in einer Zuwasserleitung gebildet. Das ausgetretene Wasser hat sich im Boden und den Wänden unserer Wohnung verteilt - betroffen sind Küche, angrenzendes Esszimmer, angrenzendes Schlafzimmer, eine angrenzende Abstellkammer und Teile des Flurs.

Bemerkt wurde der Schaden an der Leitung erst dadurch, dass in der Wohnung unter uns Wasser die Wände herunterlief. Wir hatten bis dahin nichts bemerkt und auch keine Ahnung, dass unser Boden und Wände großflächig durchfeuchtet wurden. Nach zeitnaher Reparatur des Lecks stellte eine Fachfirma dann durch Messungen und Bohrungen den Schaden in unserer Wohnung fest - im Auftrag der Hausverwaltung und in Absprache mit der Gebäudeversicherung. Es wurde dabei auch bereits Schimmel im Bereich der Fußbodenleiste einer durchfeuchteten Wand festgestellt.

Nun soll unsere Wohnung getrocknet und saniert werden. Dazu müssen Wände und Boden teilweise geöffnet, Trocknungsgeräte aufgestellt und alle Möbel von den Wänden weggerückt werden - auch die Einbauküche. Die Wohnung wird unbewohnbar und wir müssen ausziehen - laut Fachfirma für sechs bis acht Wochen. Die Fachfirma hat uns gleich nach Feststellung der Durchfeuchtung unseres Bodens und unserer Wände geraten, unsere Hausratversicherung zu informieren, was wir unverzüglich getan haben.

Die Gebäudeversicherung wird die Trockung und Sanierung der Gebäudesubstanz bezahlen und trägt auch den Mietausfall unseres Mieters. Wir kürzen in Absprache mit dem Vermiete die Miete während der Unterbringung in der Ersatzwohnung um 100 Prozent. Unser Hausrat ist bislang nicht sichtbar beschädigt.

Nun weigert sich die Hausratversicherung die Hotelkosten zu erstatten. Begründung: Es liegt kein Versicherungsfall vor, weil bislang Hausrat nicht sichtbar beschädigt ist. Wir argumentieren indessen wie folgt:

Es handelt sich um einen Versicherungsfall, weil
a) es um den Eintritt einer versicherten Gefahr geht (durch ein Leck austretendes bzw. ausgetretenes Leitungswasser),
b) versicherte Sachen bedroht oder bereits beschädigt sind/sein könnten (unser Hausrat, insbesondere Möbel und deren Inhalt, konkret zum Bespiel Sideboard im Esszimmer, Schrank in der Küche samt Inhalt wie Vorräte und Kochbücher, Kleiderschrank im Schlafzimmer samt enthaltener Kleidung, Schubladenkommode im Schlafzimmer samt enthaltener Kleidung, Gegenstände in der Abstellkammer neben der Küche - anhängende Fotos dokumentieren die Situation)
c) nun ganz akut die Abwendung oder wenigstens Minderung von Schäden am Inventar durch geeignete Gegenmaßnahmen nötig sind.

Unstrittig ist: Ohne Gegenmaßnahmen wird das Inventar mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit in Folge des Wasseraustritts erheblichen Schaden nehmen. Einen dauerhaften und verlässlichen Schutz dagegen bietet nach Expertenauskunft nur die fachmännische Trocknung und Sanierung der Wohnung - Folge: Unbewohnbarkeit. Zuvor ist das gefährdete Inventar in den betroffenen Räumen (Küche, kleine Abstellkammer neben der Küche, Esszimmer, Schlafzimmer und teilweise Eingangsflur) zu entfernen bzw. zumindest von den durchnässten Wänden wegzurücken. Möglicherweise werden dabei noch Schimmelschäden am Mobiliar sichtbar - aber vielleicht auch nicht.

Dass die Gebäudeversicherung - aus deren anders gelagerter Zuständigkeit heraus - die Kosten der Trockung und Sanierung tragen wird, ändert unserer Ansicht nach nichts daran, dass es hier um unser versichertes Inventar und damit die Zuständigkeit der Hausratversicherung geht.

Doch die Versicherung beharrt: Ohne sichtbar beschädigtes Inventar keine Kostenübernahme.

Es gelten laut Versicherung die Allgemeinen Hausratsversicherungsbedingungen (VHB 92) für die HUK-Hausratversicherung Stand 1/01 - falls das wichtig ist.

Die Frage ist: Wer hat Recht? Oder anders gefragt: Liegt ein Versicherungsfall vor bzw. muss die Versicherung die Hotelkosten im vereinbartem Umfang erstatten?

Zusatzfrage: Ist auch der Vermieter verpflichtet, unsere Ersatzunterbringung zu bezahlen (abgzl. der einbehaltenen Miete)?

Besten Dank vorab für Antworten.

Sehr geehrter Fragesteller,

Ihre Anfrage möchte ich Ihnen auf Grundlage der angegebenen Informationen verbindlich wie folgt beantworten:

Grundsätzlich liegt in der Tat noch kein Versicherungsfall für die Hausrat vor. Der Versicherungsfall beginnt nicht bereits mit dem Eintritt einer der versicherten Gefahren, etwa dem Austritt von Leitungswasser. Er beginnt erst, wenn sich das Schadenereignis auf versicherten Hausrat in der Weise auswirkt, dass eine wirtschaftlich nachteilige Veränderung durch Zerstörung, Beschädigung oder Abhandenkommen einsetzt, sich mit anderen Worten die Gefahr verwirklicht. Dies ist hier der Fall.

Allerdings gebe ich Ihnen angesichts der Schilderung des Sachverhalts Recht, dass über das Thema Rettungskosten Ersatz möglich sein muss. Im Versicherungsfall hat der Versicherte den Schaden nach Möglichkeit abzuwenden beziehungsweise zu mindern. Diese Kosten (Rettungskosten) sind soweit versichert, wie sie der Versicherungsnehmer für geboten hält. Die Kostenübernahme erfolgt selbst für den Fall, dass die Maßnahmen erfolglos geblieben sind. Sie wollen schlichtweg den Schaden abwenden. Natürlich ist dabei die Frag ob das Ganze unstreitig ist. Aber ich geben Ihnen Recht.

Hilfsweise muss Ihr Vermieter entweder Hotelkosten tragen oder Sie können die Miete einbehalten und selbst die Kosten einer etwaigen günstigeren Unterkunft tragen.


Ich hoffe, Ihre Frage verständlich beantwortet zu haben und bedanke mich für das entgegengebrachte Vertrauen. Bei Unklarheiten können Sie die kostenlose Nachfragefunktion benutzen.

Mit freundlichen Grüßen

Bewertung des Fragestellers 28.02.2019 | 13:44

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