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Hausrats- oder Gebäudeversicherung?

18.07.2011 14:00 |
Preis: ***,00 € |

Versicherungsrecht, Privatversicherungsrecht


Beantwortet von

Rechtsanwalt Thomas Krause


Ich hatte vor über drei Wochen einen Wasserschaden in meiner Eigentumswohnung. Es handelt sich unbestritten um einen Versicherungsfall. Um die notwendige Sanierung vornehmen zu können, müssen meine Möbel teilweise abtransportiert und vorübergehend eingelagert werden. Der Gebäudeversicherer behauptet, die Kosten hierfür müsse die Hausratversicherung übernehmen. Die Hausratversicherung bestreitet dies und verweist auf die Gebäudeversicherung. Begründung: Der Abtransport der Möbel sei notwendig, um Arbeiten am Wohngebäude vorzunehmen. Wer hat Recht - und was kann ich tun, damit die Sache endlich voran geht? Kann seit über 3 Wochen nicht in meine Wohnung - und bin notdürftig bei Freunden untergebracht. Als Freiberufler bin ich auch erwerbsmäßig stark eingeschränkt, da ich in der besagten Wohnung auch mein Büro unterhalte (kein externes Büro).

Sehr geehrte(r) Ratsuchende(r),

vielen Dank für Ihre Anfrage, die ich anhand des von Ihnen geschilderten Sachverhalts wie folgt summarisch beantworten möchte:

Soweit – wie von Ihnen mitgeteilt – die Eintrittspflicht des Versicherers zu bejahen ist, hat der Versicherer sowohl im Rahmen der Hausratsversicherung als auch im Rahmen der Gebäudeversicherung über den Ersatz des versicherten Schaden hinaus auch die hierzu notwendigen Aufräumungs-, Bewegungs- und Schutzkosten sowie auch die Transport- und Lagerkosten zu ersetzen. Hierbei ist jedoch zu berücksichtigen, was genau in der jeweiligen Versicherung versichert ist, nämlich in der Hausratsversicherung die versicherten Hausratsgegenstände und in der Gebäudeversicherung das versicherte Wohngebäude.

Im Rahmen der Hausratversicherung sind daher dann die Transport- und Lagerkosten für die Auslagerung von Hausratsgegenständen zu ersetzen, wenn aufgrund eines Versicherungsfalles, also etwa aufgrund des Austritts von Leitungswasser Hausratsgegenständen beschädigt wurden und somit die Wohnung (vorübergehend) nicht mehr bewohnbar ist.

Im Rahmen der Gebäudeversicherung sind diese Kosten zu ersetzen, wenn Gegenstände bewegt, geschützt oder zwingend außerorts gelagert werden müssen, um das geschädigte Wohngebäude bzw. Gebäudeteile wiederherzustellen. Da die Transport- und Lagerkosten in der Regel anders als bei der Hausratsversicherung nicht ausdrücklich als ersatzfähige Kosten in der Bedingungen aufgenommen sind, ist hier strenger zu prüfend, ob eine Auslagerung wirklich zwingend erforderlich ist, oder ob eine Bewegung innerhalb der Räumlichkeiten ausreicht (siehe hierzu auch v. Bühren, Handbuch Versicherungsrecht, 4. Auflage, § 5 Rn. 61)

Nach Ihren Angaben wird die Auslagerung erforderlich, um Arbeiten am Wohngebäude in Form der Sanierung vorzunehmen. Sofern diese Arbeiten ohne eine Auslagerung von Hausratsgegenständen nicht vorgenommen werden können, sind die Kosten für die Auslagerung somit grundsätzlich von der Gebäudeversicherung zu ersetzen, da die Übernahme der Kosten für die Sanierung des Gebäudes ohnehin zu den Hauptpflichten des Versicherers im Rahmen eines Gebäudeversicherungsfalles zählt und Folgekosten in diesem Zusammenhang mitzutragen sind. Sie sollten daher diesem gegenüber auch auf Ersatz dieser Kosten bestehen.

Daneben besteht jedoch grundsätzlich auch die Übernahmepflicht des Hausratversicherers für diese Kosten. Ein Streit aber, wer diese Kosten in welcher Höhe zu übernehmen hat, darf jedoch nicht zu Ihren Lasten gehen. Diese Frage haben die Versicherer intern zu klären, d.h. dem Gebäudeversicherer steht dann nach Übernahme der Kosten offen, den Hausratversicherer entsprechend anteilig in Regress zu nehmen.

Soweit dagegen unbrauchbar gewordene Hausratsgegenstände zur Entsorgung auf eine Deponie verbracht werden müssen, sind diese Kosten allein von der Hausratsversicherung zu tragen.

Ich hoffe ich konnte Ihnen mit diesen Ausführungen eine erste Orientierung bieten und stehe Ihnen für eine persönliche Rechtsberatung gerne zur Verfügung. Sollten noch Unklarheiten im Hinblick auf Ihre Frage bestehen, bitte ich Sie, von Ihrem Nachfragerecht Gebrauch zu machen.

Bitte nutzen Sie die Option »Direktanfrage«, wenn Sie Dokumente zur Prüfung vorlegen möchten.

Ich möchte abschießend darauf hinweisen, dass dieses Forum lediglich die Funktion hat, einen ersten Überblick über die Rechtslage zu geben. Eine vollständige und persönliche Rechtsberatung kann hierdurch nicht ersetzen werden.
Auch führt das Hinzufügen oder Weglassen relevanter Informationen unter Umständen zu einer völlig anderen rechtliche Beurteilung.

Thomas Krause, LL.M.
Rechtsanwalt

www.ra-krause-kiel.de

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