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Hauskauf2016


| 16.10.2016 09:17 |
Preis: ***,00 € |

Hauskauf, Immobilien, Grundstücke


Beantwortet von

Rechtsanwalt Thomas Bohle



Guten Morgen,
ich möchte ein Haus kaufen und bin selbstständig.
Bei Immobilienscout haben wir ein Haus über Makler gefunden, was sicher seit 3 bis 4 Monaten inseriert war. Die verkaufende Familie hatte den Makler beauftragt.
Wir haben das Haus besichtigt, für gut befunden und reserviert. 2500 Euro reservierungsgebühr an den Makler.
Dann habe ich bei der Bank eine Finanzierungsanfrage gestellt, was bei selbstständigen ja sehr sehr aufwendig ist, unsere eigene Wohnung, welche wir verkaufen wollen bewerten lassen, + Energieausweis, etc...

Der Makler hat mir von der Familie Grundbuchauszüge, Flurkarte, Grundrisse etc. besorgt, um es meiner Hausbank vorzulegen. mein Steuerberater hat bwa´s erstellt etc..

Nach einem Riesenaufwand mit mehreren Bankterminen war die Finanzierung von meiner Bank genehmigt und zwar innerhalb der Reservierungsfrist.
Die schriftliche Finanzierungszusage meiner Hausbank habe ich an den Makler weitergeleitet und Terminvorschläge für den Notartermin gemacht.
Freiwillig hat er sich nicht gemeldet, ich musste anrufen und nachfragen, ob er alles erhalten hat.
Bei diesem Anruf teilte er mir mit, dass Die Familie nun Ihr Haus doch NICHT mehr verkaufen will!!!
Meine Fragen nun!!

Dürfen die das? die haben den Makler doch beauftrag und alle Unterlagen zur Verfügung gestellt. Monatelang wollten die verkaufen und nun plötzlich nicht.

Müssen die mir das Haus trotzdem verkaufen? (der Makler ist angeblich auch erschüttert und genauso betroffen wie ich)
Was passiert mit der Anzahlung der Maklerprovision(Reservierungsgebühr) und habe ich falls die nicht verkaufen müssen, das recht auf finanzielle Entschädigung?
Ich hätte das Haus sehr gerne, wäre ideal, um meine Firma weiter auszubauen...
Danke
Grüße

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Sehr geehrter Ratsuchender,


leider muss man Ihnen mitteilen, dass ein Verkaufszwang des Verkäufers nach Ihrer Sachverhaltsdarstellung nicht gegeben ist.


Der Grund liegt hier darin, dass so ein Immobilienverkauf an sehr strenge Formvorschriften gebunden ist und die notarielle Beurkundung noch nicht stattgefunden hat.

Bis zur Unterzeichnung vor dem Norat kann daher jede Partei bei so einem Vertrag vom Verkauf/Kauf Abstand nehmen - einen Zwang zur Vertragsdurchführung gibt es nicht.



Zwar gibt es grundsätzlich Ersatzansprüche, wenn eine Vertragspartei in Erwartung des Vertragsabschlusses Ausgaben getätigt hat, wenn der Vertragsschluss als sicher anzunehmen war und die andere Partei den Vertragsschluss später ohne erkennbaren Grund ablehnt.

Aber diesem grundsäzlichen Anspruch stehen wieder die strengen Formforschriften bei solchen Immobilekäufen entgegen, so dass in solchen Fällen die Rechtsprechung nur dan zugesteht, wenn die Pflichtverletzung so schwerwiegend ist, dass das Verhalten nicht mehr mit Treu und Glauben vereinbart werden kann, wenn z.B. eine in Wirklichkeit nicht vorliegende Kaufbereitschaft vorgetäuscht wirdoder der Verkäufer zunächst wirklich vorhatte, den Vertrag abzuschließen, sich dann aber später anders entschieden und dieses den Käufern nicht mitgeteilt hat.

Ob das hier schon de Fall ist, müsste im Streitfall ein Richter entscheiden; die Chancen stehen derzeit bei 50:50.


Die Reservierungsgbühr ist mit Zinsen zurückzuzahlen; der Makler wird sich dann mit dem Verkäufer auseinander zu setzen haben.


Mit freundlichen Grüßen

Rechtsanwalt
Thomas Bohle, Oldenburg

Nachfrage vom Fragesteller 16.10.2016 | 11:53

Viele Dank Herr Bohle,

also ginge es vor Gericht nur um Erstattung von Auslagen meinerseits, und die chancen sind da nicht riesig. Ok.
Wenn aber herauskäme, dass die Familie an jemand anderen Verkauft hat, würde das dann anders aussehen?

danke
freundliche grüße

Antwort auf die Nachfrage vom Anwalt 16.10.2016 | 11:59

Sehr geehrter Ratsuchender,


das würde nur dann etwas ändern, wenn der anere Käufer bereits zum Zeitpunkt Ihrer Verhandlungen mit dem Makler festgestenden hätte; dann wird man diese besondere Treuwidrigkeit wohl bejahen müssen.

Aber dafür sind Sie voll beweispflichtig und dieser Beweis ist fast nur dann zu führen, wenn der andere Käufer entsprechend Ihres Vortrages dann aussagen würde.

Und dieses Beweisrisiko wäre mir dann zu hoch, so dass ich davon abraten würde, Zeit, Geld und Energie zu verschwenden für ein solch ungewisses Verfahren aufzuwenden; ich würde dann lieber ein anderes Objekt suchen.


Mit freundlichen Grüßen

Rechtsanwalt
Thomas Bohle, Oldenburg


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Bewertung des Fragestellers 16.10.2016 | 12:03


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FRAGESTELLER 16.10.2016 5/5.0
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