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Hauskauf verheiratet Zugewinn

05.11.2019 10:27 |
Preis: 57,00 € |

Hauskauf, Immobilien, Grundstücke


Beantwortet von

Rechtsanwalt Dennis Meivogel


Zusammenfassung: Zugewinnausgleich bei gemeinschaftlichem Hauskauf - wie wird der Zugewinn ermittelt, wenn ein Ehegatte mehr investiert, oder der Partner sogar mit Schulden startet?

Hallo,

Mein Mann und ich werden ein Grundstück erwerben um darauf zu bauen.

Zum Zeitpunkt der Eheschließung:
Anfangsvermögen Frau: 200.000 €
Anfangsvermögen Mann: - 10.000 €
Zugewinngemeinschaft

Das Grundstück wird rein aus Eigenkapital der Frau gekauft und erst später ein Kredit für den Hausbau aufgenommen, den beide zu gleichen Teilen tragen werden.

Im Grundbuch wird 50/50 eingetragen. Aber tatsächlich am Haus gezahlt hätte man sobald es abgezahlt ist 66,66% / 33,33%.

1. Was passiert bei Trennung nach Grundstückskauf bevor der Kredit für das Haus aufgenommen wird? Gehören dann 50% des Hauswertes und somit Gelds dem Mann? Oder ist das Anfangsvermögen sicher und dies erhält die Frau auch wieder?

2. Was passiert bei Trennung wenn bereits der Kredit für den Hausbau aufgenommen wurde? (Angenommen 500.000 € Kreditsumme)

3. und was ist wenn die Frau dem Mann das Haus abkaufen möchte bei Trennung? Muss die Frau dann tatsächlich die 50% wie im Grundbuch angeben zahlen obwohl nie so viel vom Mann gezahlt wurde?

Wie wäre es sinnvoll zu handeln? Sollte eine andere Aufteilung im Grundbuch eingetragen werden?

Vielen Dank!

Sehr geehrter Fragesteller,

gerne beantworte ich Ihre Fragen.

1.
Der Zugewinnausgleich erfolgt nach den Vorschriften der Paragraphen 1373-1390 BGB. Der Zugewinn ist demnach der Betrag, um den das Endvermögen eines Ehegatten sein Anfangsvermögen übersteigt. Zum Anfangsvermögen zählt all das, was einem Ehegatten nach Abzug der Verbindlichkeiten beim Eintritt in den Güterstand der Zugewinngemeinschaft gehört. Das Endvermögen ist dabei das Vermögen, dass einem Ehegatten nach Abzug der Verbindlichkeiten bei der Beendigung des Güterstandes gehört. Der Zugewinn beträgt mindestens null, d.h. er kann niemals eine negative Größe sein. Verluste eines Ehegatten sind also nicht auszugleichen. Dies ergibt sich aus Paragraph 1373 BGB.

Beim Grundstückskauf ist zu beachten, dass die MitEigentumsanteile in das jeweilige Endvermögen der Ehegatten fallen. Dies würde bei einem hälftigen Miteigentumsanteil bedeuten, dass der Grundstückswert in Höhe von 200.000 EUR je zur Hälfte dem Endvermögen der Ehegatten hinzuzurechnen wäre.

Somit hätte man in Ihrem Fall beim Partner einen Zugewinn in Höhe von 100.000,- EUR und bei Ihnen eben keinen Zugewinn (ihr Endvermögen wäre 100.000,- EUR, faktisch also ein Verlust von 100.000,- EUR, was aber nicht berücksichtigt wird, da die Zugewinngemeinschaft eben keine Verlustgemeinschaft ist, vgl. Paragraph 1373 BGB.)

Von diesem Zugewinn ihres Partners stünde Ihnen dann ein Zugewinnausgleich in Höhe der Hälfte zu. Somit ergibt sich ein Anspruch in Höhe von 50.000 € gegen den Partner.

2.
Für diesen Fall ist die Berechnung prinzipiell identisch. Die Verbindlichkeiten sind zwar abzuziehen, aber haben ja einen Gegenwert in Form eines Hauses etc. was auf dem Grundstück gebaut worden ist und somit dessen Wert erhöht. Bei einer gemeinschaftlichen Kreditaufnahme ergeben sich daher keine Änderungen. Beispiel: das Grundstück hat nach Bebauung einen Wert von 600.000 €. Der Kredit beträgt 400.000 €. somit hätten beide Ehegatten nach Abzug des Kredites immer noch ein Endvermögen von 200.000,- EUR. bei einem hälftigen Miteigentumsanteil ergeben sich dann für den Zugewinn keine anderen Zahlen als unter 1. dargestellt.

3.
Sie können vorliegend darüber nachdenken, einen Ehe-Vertrag zu vereinbaren. Dort können Sie grundsätzlich freie Vereinbarungen über den Zugewinnausgleich treffen. Sie können somit den Zugewinnausgleich auch in der Berechnung anders regeln, als es das Gesetz vorsieht. Es gibt dort zahlreiche freie Gestaltungsmöglichkeiten für die Auseinandersetzung, zum Beispiel in Form einer pauschalen Abfindung etc.. Sie können daher in einem entsprechenden Vertrag auch einfließen lassen, dass sie 200.000 € in das Objekt investiert haben, während ihr Partner sogar mit Schulden in Ehe eingetreten ist.
Diese Vereinbarungen bedürfen aber immer der notariellen Beurkundung. daher sollten Sie einen Notar aufsuchen und die gewünschten Regelungen mit diesem besprechen.

Ich wünsche Ihnen Alles Gute!

Bitte beachten Sie, dass die Beratung im Rahmen dieser Plattform nur eine erste rechtliche Orientierung bieten soll. Sie kann daher eine detaillierte Rechtsberatung, unter Vorlage von Unterlagen und Urkunden, niemals ersetzen.

Freundliche Grüße

D. Meivogel
-Rechtsanwalt-

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