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Hauskauf - verdeckter Mangel

02.08.2011 10:52 |
Preis: ***,00 € |

Baurecht, Architektenrecht


Beantwortet von


Im Jahr 2007 habe ich mit meiner Frau ein Holzhaus gekauft. Bei den Besichtigungsterminen fragten wir speziell nach (Zeuge: meine Mutter), ob der Fliesenboden (Sollnhofer Platten) fachmännisch verlegt ist und ob Probleme aufgetaucht sind. Der Verkäufer fühlte sich sichtlich in seiner Ehre angegriffen bejahte aber die Frage und behauptete, dass keine Probleme bekannt wären. Circa nach einem halben Jahr stellten wir fest, dass einige Platten nicht mehr richtig fest verankert waren und beim Laufen über die Platten wackelten. Desweiteren platzten bei einigen Platten die oberste Schicht ab. Anfangs gingen wir davon aus, dass evtl wir für die Schäden verantwortlich sind (Betreten durch spitze Schuhe etc.) Wir beauftragten einen Steinmetz mit der Reparatur der lockeren Platten. Nach einem weiteren halben Jahr waren teilweise an den selben Stellen erneut lockere Platten und wir verständigten wieder den Steinmetz. Der stellte die Vermutung an, dass etwas mit dem Estrich nicht stimmte und empfahl einen Gutachter zu beauftragen. Der stelle fest, dass ca. 80% der Platten locker wären, der Estrich zu dünn und die Fugen zu eng wären. Kurz: eine nichtfachmännische Arbeit. Desweiteren wurde festgestellt, dass bereits einige Platten mit einem "nicht originalen" Mörtel befestigt waren. Es haben also wahrscheinlich schon früher Reparaturen am Boden stattgefunden.

Ansonsten: üblicher Kaufvertrag mit Haftungsausschluß etc.

02.08.2011 | 13:41

Antwort

von


(817)
Langener Landstraße 266
27578 Bremerhaven
Tel: 0471/ 483 99 88 - 0
E-Mail:

Sehr geehrter Ratsuchender


vielen Dank für Ihre Anfrage .
Diese möchte ich sehr gerne wie folgt beantworten:



Da Sie hier keine konkrete Frage formuliert haben gehe ich davon aus, dass Sie wissen möchten, ob und gegebenenfalls welche Rechte Sie hier geltend machen können.

Nach ihrer Schilderung liegt hier offensichtlich ein Mangel vor.

In erster Linie kommen hier Gewährleistungsansprüche aber ob ein Anfechtungsrecht in Betracht.
Hierauf möchte ich nachfolgend etwas genauer eingehen.

Sofern Ihr damaliger Vertragspartner beim Abschluss des Vertrages den Mangel bereits kannte und diesen bewusst verschwiegen hat, käme eine Anfechtung des Kaufvertrages wegen arglistiger Täuschung gem. § 123 BGB: Anfechtbarkeit wegen Täuschung oder Drohung in Betracht. Hier gibt es aber grundsätzlich zwei Probleme.

Zum einen müssten nämlich grundsätzlich Sie beweisen, dass eine arglistige Täuschung vorgelegen hat, zum anderen unterliegt auch die Anfechtung wegen arglistiger Täuschung einer Frist.

Gem. § 124 BGB: Anfechtungsfrist muss die Anfechtung wegen arglistiger Täuschung nämlich innerhalb eines Jahres ab Kenntnis der Täuschung beziehungsweise der Umstände, die auf eine Täuschung schließen lassen, erfolgen. Wenn ich Sie richtig verstanden habe haben Sie das erste Mal festgestellt, dass die Platten wackeln im Jahr 2007 beziehungsweise 2008. Dementsprechend dürfte die Frist von einem Jahr bereits abgelaufen sein.

Weiterhin ist die Frage, ob sie hier noch Gewährleistungsansprüche haben. Bei einem Bauwerk beträgt die Gewährleistungsfrist grundsätzlich fünf Jahre, so dass sie theoretisch noch Gewährleistungsansprüche geltend machen könnten.

Hierzu müssten sie auch Gewährleistungsansprüche haben. Ein Mangel liegt hier offensichtlich vor. Aufgrund dieses Mangels kämen hier Gewährleistungsansprüche wie Schadensersatz oder auch eine Minderung des Kaufpreises in Betracht.

Oftmals beinhalten Kaufverträge Gewährleistungsausschlüsse. Es müsste also geprüft werden, inwieweit ein eventuell vorhandener Gewährleistungsausschluss greift. Ein Gewährleistungsausschluss greift jedenfalls nicht für offensichtlich verschwiegene Mängel.

Dieses wäre ein Ansatzpunkt, welcher weiter verfolgt werden sollte. Im Ergebnis würde ich ihnen anraten, einen im Vertragsrecht/Kaufrecht erfahrenen Kollegen vor Ort mit der abschließenden Klärung der Sach- und Rechtslage insbesondere unter Berücksichtigung des genauen Wortlauts des Kaufvertrages sowie anschließend gegebenenfalls der Wahrnehmung ihrer rechtlichen Interessen zu beauftragen.



Ich hoffe Ihnen eine erste rechtliche Orientierung ermöglicht zu haben und wünsche Ihnen viel Erfolg und alles Gute!

Ich möchte Sie gerne noch abschließend auf Folgendes hinweisen:

Die von mir erteilte rechtliche Auskunft basiert ausschließlich auf den von Ihnen zur Verfügung gestellten Sachverhaltsangaben. Bei meiner Antwort handelt es sich lediglich um eine erste rechtliche Einschätzung des Sachverhaltes, die eine vollumfängliche Begutachtung des Sachverhalts nicht ersetzen kann. So kann nämlich durch Hinzufügen oder Weglassen relevanter Informationen eine völlig andere rechtliche Beurteilung die Folge sein.

Ich hoffe, dass Ihnen meine Ausführungen geholfen haben. Sie können natürlich gerne über die Nachfrageoption mit mir Verbindung aufnehmen.

Ich wünsche Ihnen noch einen angenehmen Dienstagnachmittag!

Mit freundlichem Gruß von der Nordseeküste

Dipl.-Jur. Danjel-Philippe Newerla, Rechtsanwalt

Stresemannstr. 46
27570 Bremerhaven
kanzlei.newerla@web.de
Fax.0471/140244


Rechtsanwalt Dr. Danjel-Philippe Newerla
Fachanwalt für Informationstechnologierecht, Fachanwalt für Gewerblicher Rechtsschutz, Fachanwalt für Urheber- und Medienrecht

ANTWORT VON

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27578 Bremerhaven
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