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Hauskauf und Kreditvertrag

23.04.2009 09:24 |
Preis: ***,00 € |

Familienrecht


Beantwortet von


in unter 2 Stunden

Meine Frau und ich wollen ein Haus kaufen. Wir sind verheiratet ohne Ehevertrag. Meine Frau wird als alleinige Besitzerin im Grundbuch eingetragen. Wir benötigen zusätzlich einen Kredit von der Bank.

Sollten beide den Kreditvertrag unterschreiben oder nur die Frau, da sie ja Eigentümerin des Hauses ist?
Welche Variante ist im Falle einer Scheidung besser für mich und uns?

Die Raten werden wir in jedem Fall beide zu gleichen Teilen bezahlen.
Habe ich dann nach einer Scheidung ein Recht auf die Hälfte des Zugewinns der durch die Rückzahlung des Kredits entstanden ist?

23.04.2009 | 10:48

Antwort

von


(207)
Am Kabutzenhof 22
18055 Rostock
Tel: 0381 25296970
Web: http://www.mv-recht.de
E-Mail:



Sehr geehrter Fragesteller,

gern beantworte ich Ihre Frage unter Berücksichtigung des geschilderten Sachverhaltes sowie des Einsatzes wie folgt:


Sollte die Bank Ihnen tatsächlich die Wahl lassen, ob nur Ihre Frau Verpflichtete aus dem Darlehensvertrag wird oder eben auch Sie sich zur Rückzahlung verpflichten sollen, dann ist es für Sie von Vorteil nicht im Darlehensvertrag zu stehen.
Denn sollte es zu Leistungsstörungen in Bezug auf die Darlehnsrückzahlung kommen, kann nur gegen Ihre Frau vorgegangen werden.
Allerdings ist ein solches Vorgehen für Bankinstitute untypisch, da diese natürlich an einer größeren Zahl von Darlehnsschuldnern interessiert sind, um die Rückzahlung des Geldsumme so gut wie möglich zu garantieren.

Es gibt zwar eine Vorschrift im BGB, die besagt, dass bei Ehegatten auch ohne dass beide Vertragspartner sind, beide verpflichtet werden – die Vorschrift ( § 1357 BGB: Geschäfte zur Deckung des Lebensbedarfs ) gilt aber nur für Geschäfte des täglichen Lebens (was umfangreiche Darlehensverträge nicht sind).


Ihre Frau wiederum könnte im Falle einer Scheidung die dann nur von ihr zu tragende Schuldenlast im Rahmen des Zugewinnausgleichs geltend machen.

Es ist nämlich so, dass das Gesetz in § 1363 BGB: Zugewinngemeinschaft vermutet, dass wenn Ehepartner keinen Ehevertrag geschlossen haben, sie im Güterstand der Zugewinngemeinschaft leben.
Das bedeutet dann soviel, wie, dass bei einer Scheidung auf Antrag eines Ehegatten alle in der Ehe hinzukommenden Vermögenswerte zu gleichen Teilen verteilt werden. Verbindlichkeiten, wie die Belastung mit einem Darlehnsvertrag, werden hierbei auch (eben negativ) berücksichtigt.
Insofern haben Sie richtig erfasst, dass Ihnen bei einer Scheidung, egal ob nur ein Ehegatte oder beide Ehegatten den Darlehnsvertrag unterschreiben, die Hälfte des Zugewinns und sonach, sollten keine weiteren Vermögensgegenstände als das Haus vorhanden sein, auch die Hälfte des Hauses zusteht.

Ich hoffe, Ihnen mit meinen Ausführungen weitergeholfen zu haben.

An dieser Stelle sei der Hinweis erlaubt, dass diese Internetplattform eine eingehende, rechtliche Beratung nicht ersetzen kann, sondern vielmehr der ersten rechtlichen Orientierung dienen soll.
Das Hinzufügen oder Weglassen von Informationen kann das Ergebnis der juristischen Bewertung beeinflussen und sogar zu einem völlig gegensätzlichen Ergebnis führen.

Gern können Sie mich bei Rückfragen oder einer gewünschten Interessenvertretung kontaktieren.


Mit freundlichen Grüßen



Mathias Drewelow
Rechtsanwalt



Am Kabutzenhof 22
18057 Rostock

fon : 0381-25296970
fax : 0381-25296971
mail: drewelow@mv-recht.de
web: www.mv-recht.de




Rechtsanwalt Mathias Drewelow
Fachanwalt für Medizinrecht

ANTWORT VON

(207)

Am Kabutzenhof 22
18055 Rostock
Tel: 0381 25296970
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