Hilfe & Kontakt
Schnell einen Anwalt fragen:
 Antworten,  Anwaltsbewertungen
480.084
Registrierte
Nutzer
Anwalt? Hier lang

1
 
Frage Stellen
an unsere erfahrenen Anwälte.
Jetzt auch vertraulich
Frage Stellen
einem erfahrenen Anwalt
Jetzt auch vertraulich
2
 
Preis festlegen
Sie bestimmen, wieviel Ihnen die Antwort wert ist.
Preis festlegen
Sie bestimmen die Höhe selbst
3
Antwort in 1 Stunde
Sie erhalten eine rechtssichere
Antwort vom Anwalt.
Antwort in 1 Stunde
Rechtssicher vom Anwalt
Jetzt eine Frage stellen

Hauskauf statt Erbe - 'Ausgleichszahlung' an den Bruder


16.02.2005 12:55 |
Preis: ***,00 € |

Erbrecht


Beantwortet von

Rechtsanwalt Christian Kah



Sehr geehrte Damen und Herren,

folgende Problematik besteht in unserer Familie zur Zeit:

Meine Eltern haben sich aus verschiedenen Gründen ein kleineres Haus zu Miete gesucht und haben meinem Bruder und mir unser Elternhaus zum Kauf (eine Schenkung ist für meine Eltern finanziell nicht möglich) zu einem "Vorteilspreis" angeboten. Mein Bruder und seine Frau haben abgelehnt. Mein Mann und ich haben uns entschieden, das Angebot anzunehmen. Da uns durch den günstigen Preis ein "geldwerter" Vorteil entsteht (z.B. Wert des Hauses 230 TEUR, Kaufpreis 150 TEUR, Vorteil 80 TEUR), würde nach unserem Verständnis meinem Bruder die Hälfte des Vorteils, also 40 TEUR, zustehen.

1. Wer muss diese 40 TEUR an meinen Bruder zahlen?
Meine Eltern oder ich?

2. Wenn meinem Bruder z.Zt. nicht die volle Summe ausgezahlt werden kann, möchten meine Eltern ihn im Testament entsprechend bevorzugen. D.h., dass er von der Erbmasse erst einmal 40 TEUR erhält und der Rest dann geteilt wird. Kann man das so machen?

Mein Bruder hat bereits darauf hingewiesen, dass er nicht auf die Auszahlung besteht, wenn es nicht möglich ist. Wir möchten jedoch alle, dass es gerecht abgewickelt wird.

Mit bestem Dank für eine Antwort!

Notfall?

Jetzt vertrauliche kostenlose Ersteinschätzung von einem erfahrenen Anwalt erhalten!

Feedback noch heute.

Kostenlose Einschätzung starten
Guten Tag,

vielen Dank für Ihre Anfrage.

Zunächst entsteht durch den Kauf des Hauses durch Sie keine Ausgleichspflicht gegenüber dem Bruder.
Unter Lebenden besteht kein Ausgleichsanspruch.

Im Falle des Todes der Eltern bestünde allenfalls ein Ausgleichsanpruch, soweit der Bruder enterbt wird und lediglich einen Pflichtteilsanspruch hat. Dann würden alle Schenkungen der letzten 10 Jahre vor dem Erbfall (Tod) bei der Berechnung des Pflichteils einfließen.

Die Eltern haben aber die Möglichkeit den finanziellen Vorteil, welchen Sie durch den Hauskauf erlangen, als sog. Vorerbe zu deklarieren und zu verfügen, dass der Bruder einen entsprechenden Ausgleich aus dem Nachlass erhält. So wäre gesichert, dass sich kein Kind benachteiligt fühlt.

Ich halte diese Möglichkeit für die bessere Lösung.

Ich hoffe, Ihre Anfrage hinreichend beantwortet zu haben und verbleibe


mit freundlichen Grüßen


Christian Kah
Rechtsanwalt
www.net-rechtsanwalt.de

Nachfrage vom Fragesteller 16.02.2005 | 22:10

Sehr geehrter Herr Kah,

bedeutet das, dass der Vorteil in Höhe von 80 TEUR als Schenkung zu betrachten ist? ("Dann würden alle Schenkungen der letzten 10 Jahre vor dem Erbfall (Tod) bei der Berechnung des Pflichteils einfließen.")

Müsste der entsprechende Ausgleich aus dem Nachlass in gleicher Höhe wie der Vorteil, also 80 TEUR, ausfallen? ("Die Eltern haben aber die Möglichkeit den finanziellen Vorteil, welchen Sie durch den Hauskauf erlangen, als sog. Vorerbe zu deklarieren und zu verfügen, dass der Bruder einen entsprechenden Ausgleich aus dem Nachlass erhält.")

Was ist, wenn die Erbmasse nicht genügend "hergibt"? Muss ich dann meinem Bruder den Ausgleich zahlen?

Vielen Dank für Ihre Antwort!

Antwort auf die Nachfrage vom Anwalt 17.02.2005 | 16:24

Der Vorteil i.H.v. 80.000,- Euro ist keine Schenkung. Es handelt sich schließlich um einen Kauf. Auch eine sog. gemischte Schenkung vermag ich nicht zu erkennen. Schließlich liegt die Höhe des Verkaufspreises im Ermessen der Eltern.

Im Falle der Annahme eines Vorerbes, müsste der Ausgleich aus dem Erbe gezahlt werden. Sie würde keine Ausgleichspflicht treffen.

FRAGESTELLER 30.12.1899 /5.0
Durchschnittliche Anwaltsbewertungen:
4,6 von 5 Sternen
(basierend auf 60078 Bewertungen)
Aktuelle Bewertungen
5,0/5,0
Ausführlich, verständlich und klar geschrieben. Sehr zufrieden. ...
FRAGESTELLER
5,0/5,0
Herr RA Vasel erschien mir sehr kompetent, da er auch bei angedachtem weiteren Verfahren meines Steuerberaters fundierte Bedenken, gerade paradoxerweise bezüglich eventuell sich daraus ergebender steuerlicher Nachteile, hatte ... ...
FRAGESTELLER
3,2/5,0
Ohne Paragraphenangabe, alles pi x Daumen, man hätte zb § 850d ZPO oder sowas erwähnen können, Frage wurde obendrein unvollständig beantwortet aber Alles in Allem eine kleine Übersicht, musste im Endeffekt trotzdem alles Nachschlagen ... ...
FRAGESTELLER