Hilfe & Kontakt
Schnell einen Anwalt fragen:
 Antworten,  Anwaltsbewertungen
480.463
Registrierte
Nutzer
Anwalt? Hier lang

1
 
Frage Stellen
an unsere erfahrenen Anwälte.
Jetzt auch vertraulich
Frage Stellen
einem erfahrenen Anwalt
Jetzt auch vertraulich
2
 
Preis festlegen
Sie bestimmen, wieviel Ihnen die Antwort wert ist.
Preis festlegen
Sie bestimmen die Höhe selbst
3
Antwort in 1 Stunde
Sie erhalten eine rechtssichere
Antwort vom Anwalt.
Antwort in 1 Stunde
Rechtssicher vom Anwalt
Jetzt eine Frage stellen

Hauskauf mit Lebensgefährten-Absicherung


| 14.06.2007 13:39 |
Preis: ***,00 € |

Erbrecht



Sehr geehrte Frau ( Herr ) Rechtsanwalt (in),
mein Lebensgefährte möchte mit mir gemeinsam ein Haus erwerben.
Damit ich, falls ihm etwas zustossen sollte, abgesichert wäre,
haben wir vereinbart, dass ich als alleinige Eigentümerin im
Grundbuch eingetragen werden soll, er zahlt das Haus ( Wert:
€ 240.000,--)jedoch vorerst alleine, bis ich durch einen Verkauf, der noch einige Zeit dauern wird, ihm 50% zurück erstatten werde.
Der Haken ist, dass er aufgrund einer nötigen Veräusserung seiner Immobilie eine Grundschuld auf das neue Haus eintragen lassen muss in Höhe von € 195.000,--.
Für mich bedeutet das wieder keine Absicherung, falls ihm etwas
zustossen würde. Dann müsste ich das Haus verkaufen.
Würden wir die Besitzverhältnisse anders regeln, würden seine
2 Söhne erben bzw. meine beiden Kinder. Das möchten wir nicht.
Welche Lösung gäbe es für uns?
Besten Dank im voraus.

Notfall?

Jetzt vertrauliche kostenlose Ersteinschätzung von einem erfahrenen Anwalt erhalten!

Feedback noch heute.

Kostenlose Einschätzung starten
Sehr geehrte(r) Rechtsuchende(r),

ich danke für die Einstellung Ihrer Frage und darf unter Berücksichtigung Ihrer gemachten Sachverhaltsangaben und Ihres Einsatzes wie folgt antworten:

Ihr Ziel ist es, eine Absicherung für den Todesfall Ihres Lebenspartners zu erhalten. Sofern Ihr Partner verstirbt und Sie nicht verheiratet sind, haben Sie keinen Erbanspruch. In diesem Fall würden in der Tat die Kinder zu Erben werden.

Mein Vorschlag ginge dahin, dass Sie beide Eigentümer der Immobilie werden. Der oben beschriebenen erbrechtlichen Wirkung kann man entgegen wirken, wenn Sie ein Testament errichten, in welchem Sie sich gegenseitig zu Alleinerben einsetzen.
Sind Sie verheiratet können sie ein gemeinschaftliches Testament errichten, falls nicht, so wie es hier scheint, müßte jeder eines errichten. Dies können Sie handschriftlich zu Hause tun und müssen nicht zu einem Anwalt oder Notar.

Allerdings besteht die Gefahr, dass Ihr Partner das Testament vernichtet oder ein Neues aufsetzt. Diese Gefahr kann man mit einem Erbvertrag ausschliessen, welcher bei einem Notar aufgesezt werden muss. Hier entscheiden Vertrauensgesichtspunkte.

Bei dieser Lösung wären beide Lebenspartner abgesichert.

Bei der Abfassung eines Testamentes/ Erbvertrages ist darauf zu achten, dass hier die Besonderheit einer sog. Patchworkfamilie vorliegt. D.h. versterben Sie vor Ihrem Lebenspartner würde dieser Ihren Immobilienanteil erben, da Sie sich gegenseitig zu Alleinerben eingesetzt haben. Verstirbt dann auch der Lebenspartner gehen Ihre Kinder leer aus, da sie nicht Erben Ihres Partners sind. Hier müßte dann jeder den anderen zum befreiten Vorerben und die eigenen Kinder zu Nacherben einsetzen. Hinsichtlich der genauen Formulierung empfiehlt sich die Kontaktierung eines Anwaltes.

Bitte nutzen Sie gern die kostenlose Nachfragefunktion für Sachverhaltsergänzungen oder Unklarheiten.

Ich hoffe, ich konnte Ihnen einen ersten Lösungsansatz für Ihr Problem geben und verbleibe

mit freundlichen Grüßen


A. Woest
Rechtsanwältin

*********************
Tel. 038203/77 8 77
www.Ihr-Erbrecht-online.de

Nachfrage vom Fragesteller 14.06.2007 | 14:40

Sehr geehrte Frau Rechtsanwältin,
danke für die schnelle Bearbeitung.
Trotzdem muss ich nachhaken.
Selbst wenn wir beide Eigentümer der Immobilie würden, hätte ich
doch bei Tod meines Partners für die hohe Grundschuld zu haften.
Hierzu vermisse ich Ihre Lösungsmöglichkeit.
Ausserdem hätte ich zusätzlich die hohe Erbschaftssteuer zu zahlen,
schon deshalb wollten wir die andere Variante, dass ich alleine
Eigentümerin bin und er ein lebenslanges Wohnrecht erhält.Zumal
er noch ein eigenes Haus besitzt, ich aber nicht.
Mit freundlichen Grüssen

Antwort auf die Nachfrage vom Anwalt 15.06.2007 | 11:52

Auf Ihre Nachfrage möchte ich noch wie folgt ergänzen:

Leider kann ich Sie von der bestehenden Grundschuld nicht befreien, da es wohl keine anderen Sicherheiten gibt, die der Bank zur Verfügung gestellt werden können. Das Haus Ihres Lebenspartners sei bereits belastet. Selbst wenn Sie Eigentümerin sind und er ein lebenslanges Wohnrecht erhält, steht das Haus als Sicherheit für die Bank, selbst bei Erbausschlagung. Die vollständige Absicherung hätten Sie nur, wenn abgewendet werden kann, dass die Grundschuld auf dem Haus lastet.

Derzeit hätten Sie jedoch so keine Erbschaftssteuer zu zahlen, da die Grundschuld als Verbindlichkeit dem Steuerwert des Hauses entgegensteht. Aufgrund der absehbaren Gesetzeslage - es soll zukünftig der Verkehrswert Berechnungsgrundlage der Erbschaftsteuer werden - lohnt es sich, darüber nachzudenken, durch eine Heirat den Freibetrag von 5.200 € auf 307.000 € zu erhöhen.

Wie könnte es noch funktionieren:
Sie werden Eigentümerin der Immobilie mit einem Wert von 240.000 €. Ihr Partner trägt den vollen Kaufpreis allein, trägt dafür aber Grundschulden von 195.000 € ein. Sofern Ihr Partner verstirbt, ist ggf. schon eine beträchtliche Summe getilgt. In jedem Fall haben Sie einen Wert von 45.000 € erhalten.
Die 50%, welche Sie Ihrem Partner vom Kaufpreis erstatten wollten -120.000 €- können Sie zur Tilgung seiner Darlehensverbindlichkeiten/ Abwendung einer Zwangsversteigerung verwenden.

Das Haus hat abzgl. der Verbindlichkeiten einen Wert von 45.000 €, welches den Kapitalwert des lebenslangen Wohnrechtes ausmachen könnte (geschätzt). Sie zahlen 120.000 € (ggf.mehr), erhalten dafür lastenfreies Eigentum. Die Zuwendung Ihres Partners, hier 75.000 € (ggf. weniger)müßte unter Pflichtteilsgesichtspunkten bei gegenseitiger Erbeinsetzung begutachtet werden. Durch die "verspätete Kaufpreiszahlung" können Sie sich jedoch gut absichern.

Sollte noch weiterer Beratungsbedarf bestehen, darf ich Sie bitten, mich telefonisch zu kontaktieren.

Mit freundlichen Grüßen

A. Woest
Rechtsanwältin

Bewertung des Fragestellers |


Hat Ihnen der Anwalt weitergeholfen?

Wie verständlich war der Anwalt?

Wie ausführlich war die Arbeit?

Wie freundlich war der Anwalt?

Empfehlen Sie diesen Anwalt weiter?

"Danke, Sie haben sich sehr viel Mühe gemacht, mir einen Lösungsweg aufzuzeigen. Ich kann mir jetzt vorstellen, in dieser Richtung
den Kauf vorzunehmen.
"
FRAGESTELLER 5/5.0
Durchschnittliche Anwaltsbewertungen:
4,6 von 5 Sternen
(basierend auf 60176 Bewertungen)
Aktuelle Bewertungen
5,0/5,0
Kompetent und verständlich besten Dank ...
FRAGESTELLER
5,0/5,0
Besten Dank!!! ...
FRAGESTELLER
5,0/5,0
Vielen herzlichen Dank für die ausführliche Beantwortung meiner Frage! ...
FRAGESTELLER