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Hauskauf in Kroatien mit Eltern, Auschluss meines Bruders im Todesfall meiner Eltern!

06.09.2009 16:06 |
Preis: ***,00 € |

Erbrecht


Sehr geehrte Damen und Herren,

wir (mein Mann und ich) beabsichtigen zusammen mit meinen Eltern ein Haus in Kroatien zu kaufen. Jeder zahlt die Hälfte. Nun stellt sich die Frage wer ins Grundbuch eingetragen werden soll. Wenn wir und meine Eltern zusammen eingetragen werden würden, haben wir die Angst das im Falle eines Todes meiner Eltern mein Bruder Ansprüche auf diese Gebäude hat. Das wollen wir auf jeden Fall ausschließen. Gibt es bei diesem Modell die Möglichkeit einen Vertrag auf zu setzen (Gültigkeit in Deu u. Kroat.), der komplett ausschließt das mein Bruder irgendeinen Anspruch auf dieses Haus hat. Wir haben bereits mehrfach gelesen das es hier zu Problemen, auch im Ausland, kommen kann.
Die andere Möglichkeit wäre das nur wir im Grundbuch eingetragen werden und wir meinen Eltern ein lebenslanges Wohnrecht in Abt. II eintragen lassen. Wir wollen also sicher gehen das nur wir bei einem Ableben meiner Eltern auch den anderen Teil bekommen.
Ist es eigentlich ein Problem in Kroatien mehrere Leute im Grundbuch eintragen zu lassen?
Die Überlegung meiner Mutter (geb. Kroatin) ist, dass sie das Haus auf ihren Namen im Grundbuch eintragen lässt und es mir dann anschließend schenkt, aber auch diese Variante gefällt uns nicht.

Beide Seiten wollen natürlich ihre Sicherheit haben, was ist hier die sicherste Variante? Oder ist es wirklich nur möglich meinen Bruder da komplett raus zu halten in dem nur wir im Grundbuch stehen?

Sehr geehrter Ratsuchender,

Ihre Frage möchte ich unter Berücksichtigung Ihrer Schilderung und Ihres Einsatzes wie folgt beantworten:

Ob es in Kroatien möglich, mehrere Personen in das Grundbuch eintragen zu lassen, weiß ich nicht.

Fest steht allerdings, dass Ihr Bruder als gesetzlicher Erbe, der durch den Erblasser enterbt wurde, nach § 2303 BGB einen sog. Pflichtteilsanspruch hat. Danach kann der Enterbte von den Erben die Zahlung eines Betrages verlangen, der wertmäßig der Hälfte des gesetzlichen Erbteils entspricht, dies wäre in Ihrem Fall 1/8 des Hauswertes. Dabei spielt es keine Rolle, in welchem Land das Haus steht.

Im Falle einer Schenkung an Sie ist § 2325 BGB zu beachten. In § 2325 BGB ist der sog. Pflichtteilsergänzungsanspruch wegen Schenkungen des Erblassers normiert.
Danach wird der Wert einer innerhalb von 10 Jahren vor dem Tod des Erblassers erfolgten Schenkung zur Berechnung des Pflichtteilsanspruchs dem Nachlass hinzugerechnet.

Der sicherste Weg ist also tatsächlich, dass Sie Alleineigentümer werden und ein Wohnrecht zugunsten Ihrer Eltern eintragen lassen. Allerdings sollten Sie sich auch hierzu umfassend beraten lassen.

Ich hoffe, ich konnte Ihnen eine erste Orientierung geben.

Mit freundlichen Grüßen

Ute Bildstein
Rechtsanwältin


Nachfrage vom Fragesteller 06.09.2009 | 20:40

Hallo,

vielen Dank für die schnelle Antwort.

Mein Bruder soll aber nicht enterbt werden, sondern nur von diesem Objekt in Kroatien ausgeschlossen werden.
Es besteht noch ein weiteres Objekt in Deutschland und sicherlich auch Bargeld.
Kann dieser Pflichtteil nicht mit dem Objekt in Deutschland abgegolten werden? Gibt es keinen Vertrag der ihn für einen Erbteil von dem Haus in Kroatien ausschließt?

Antwort auf die Nachfrage vom Anwalt 07.09.2009 | 13:31

Sehr geehrter Ratsuchender,

falls Ihr Bruder nur von dem Objekt in Kroatien ausgeschlossen werden soll, kann dies auch in einem Testament oder Erbvertrag detailliert geregelt werden, selbst für den Fall, dass Ihre Eltern im Grundbuch eingetragen sind.

So kann in einem Testament genau bestimmt werden, wer welchen Gegenstand oder Immobilie erben soll oder wie das Bargeld aufgeteilt wird, um einen entsprechenden Ausgleich zu schaffen.


Der Erbvertrag (§ 1941, §§ 2274 ff. BGB) ist neben dem Testament die zweite Möglichkeit, durch letztwillige Verfügung Regelungen über das Schicksal des eigenen Vermögens nach dem Tod zu treffen und von der gesetzlichen Erbfolge abzuweichen. Der wesentliche Unterschied zum Testament besteht darin, dass der Erblasser sich beim Erbvertrag gegenüber seinem Vertragspartner binden kann. Während der in einem Testament Bedachte keine rechtliche Handhabe hat, einen Widerruf des Testaments zu verhindern, erlangt er beim Erbvertrag eine gesicherte Position in Gestalt einer Anwartschaft. Der Erbvertrag kann mit anderen, nicht erbrechtlichen Geschäften wie etwa Grundstücksübertragungen, verbunden werden.

Welche Regelung am besten ist und wie diese verfasst werden sollte, kann allerdings nur in einer umfassenden Beratung geklärt werden.

Mit freundlichen Grüßen

Ute Bildstein
Rechtsanwältin

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