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Hauskauf - durch Makler vereitelt. Arglistige Täuschung? Schadensersatz?

18.04.2014 08:05 |
Preis: ***,00 € |

Vertragsrecht


Beantwortet von

Rechtsanwalt Johannes Kromer


Zusammenfassung: Der Makler steht grundsätzlich nicht dafür ein, dass ein Kauf zustandekommt.

Hauskauf - durch Makler vereitelt. Arglistige Täuschung? Schadensersatz?


Wir besichtigten ein Haus, vom Makler vorgestellt. Zweite Besichtigung 7 Tage später. Wir entschieden uns für das Haus. Es erfolgte eine mündliche Einigung mit dem Makler, ebenso wurde eine Maklervereinbarung unterzeichnet.

Makler sagte Zusendung eines Vorvertrages durch Notar zu. Nach 14 Tagen noch keine Zusendung. Telefonische Nachfrage beantwortet Makler mit:

"Verkäufer ist eine Erbengemeinschaft, die zerstritten ist. Da sind noch einige Dinge zu klären. Ich melde mich".

Dieser Umstand wurde Anfangs nicht genannt.

Makler meldet sich nicht. 4 Wochen später auf telefonische Nachfrage gibt Makler weitere Komplikationen an. Erben seien sich noch nicht einig. Weiterhin aber "Wir kriegen das hin!"

Auch weitere 4 Wochen lang werden meine eMails nicht beantwortet, in meinen darauf folgenden Anrufen hörte ich immer - aus heutiger Sicht - Ausflüchte. "Ein Termin ist gelaufen, jetzt warten wir auf das Amtsgericht". Dann "2 Erben sind noch uneinig." Große Geschichten, von "Mutter, die mit der Tochter nicht mehr redet" usw.

Dann, Makler: "alles geklärt, Notar sendet Vorvertrag zu".

Weitere 4 Wochen passiert nichts. eMails und Anrufe von mir weiterhin mit Ausflüchten wie 'Notar krank', oder 'Makler war im Urlaub' usw.


Heute, 5 Monate nach Erstbesichtigung, immer noch telefonisch 'Ausreden', UND: "Wir kriegen das hin."


- Wir haben keine Angaben über/zu dem Verkäufer.
- Wir haben vom Makler nichts schriftlich; keine eMails etc. - alles nur mündlich/telefonisch.


Unser VERDACHT:
Das Haus ist bereits längst anderweitig verkauft und Makler 'traut' sich nicht, uns das zu sagen. Verdacht wird durch Indizien erhärtet.

Unsere HOFFNUNG:
Der Makler ist einfach nur ... unfähig, und darin liegt die Verzögerung begründet.



Meine Frage an einen Anwalt:

Sollte das Haus bereits anderweitig verkauft sein - können wir den Makler hier finanziell (Schadenersatz) in Anspruch nehmen? Gründe gäbe es. z.B. zwei zusätzlich besichtigte Immobilien, für eine von denen wir uns sonst entschieden hätten. Daraus folgend 5 Monate (unnötige) Mietzahlungen usw.

Ich sehe hier möglicherweise eine arglistige Täuschung, mit für uns finanziellem Schaden.

Sehr geehrter Fragesteller,

Ihre Anfrage möchte ich Ihnen auf Grundlage der angegebenen Informationen verbindlich wie folgt beantworten:

Meiner Beantwortung unterstelle ich, dass es sich um einen praxisgängigen Maklervertrag handelte, sprich Sie ein Objekt über Werbeanzeigen gesehen haben und dann Kontakt mit dem Makler bezüglich dieses einen Objektes aufgenommen haben. Die Tätigkeit des Maklers beschränkt sich dann üblicherweise auf dieses eine Objekt.

1.
Grundsätzlich lässt sich festhalten, dass den Makler im Rechtssinne nur die Pflicht trifft dem Interessenten einen Verkäufer vorzustellen, mit dem dieser verhandeln kann.

Aber Sie kennen die Verkäufer selbst noch nicht.
Vorliegend ist jedoch vor allem eines problematisch: wer einen Schadensersatzanspruch geltend machen will, muss beweisen, dass wegen der Pflichtverletzung ein Schaden entstanden ist.
Unproblematisch ist Ihnen ein Schaden entstanden, z.B. im Hinblick auf die längere Mietbelastung. Aber die Frage ist, ob dies durch den Makler verursacht wurde. Das wäre nur dann der Fall, wenn Sie nachweisen könnten, dass der Verkäufer – die Erbengemeinschaft – Ihnen das Haus auch verkauft hätte. Dies nachzuweisen könnte hier schwierig werden, wenn es sich tatsächlich um eine zerstrittene Erbengemeinschaft handelt, bei der evtl. ein Erbe nicht verkaufen möchte, nicht so günstig verkaufen möchte, oder das Haus selber kaufen möchte. In einem Gerichtsprozess müssen Sie jedoch zweifelsfrei nachweisen, dass der Verkäufer/die Erbengemeinschaft Ihnen das Haus zu einem Preis X verkauft hätten. Ob dies möglich ist, kann ich Ihnen aus der Ferne nicht sagen.

2.
Weiter stellt sich die Frage ob der Makler durch eine „Hinhaltetaktik" nicht zusätzlich Vertrauen auf das Zustandekommen des Vertrages geweckt hat. Das ist hier jedoch nicht wirklich entscheidend, da Sie auch in diesem Falle nachweisen müssten, dass gerade dies zu einem Schaden geführt hat. Es besteht somit die gleiche Situation wie soeben geschildert.

3.
Erlauben Sie mir zum Abschluss einen praktischen Hinweis: ich berate seit Jahren Makler und Maklerkunden. Ich habe noch nie davon gehört, dass der Makler sich nicht traut einem Interessenten abzusagen, wenn das Haus anderweitig veräußert wurde. Dies macht auch zumindest rechtlich keinen Sinn, da er überhaupt nichts zu befürchten hat. An wen das Haus verkauft wird, ist alleine die Entscheidung der Verkäufer.
Von daher spricht für mich eine gewisse Wahrscheinlichkeit dafür, dass der Makler hier die Wahrheit sagt. Eventuell ist es sinnvoll, wenn Sie den Makler bitten Ihnen die Kontaktdaten der Erbengemeinschaft zukommen zu lassen, damit Sie sich auch selber Kontakt aufnehmen können und damit eventuell mehr erreichen.

Ich hoffe, Ihre Frage verständlich beantwortet zu haben und bedanke mich für das entgegengebrachte Vertrauen. Bei Unklarheiten können Sie die kostenlose Nachfragefunktion benutzen.

Mit freundlichen Grüßen

Johannes Kromer
Rechtsanwalt

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