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Hauskauf: bekommt der Makler Provision?

27.08.2007 16:08 |
Preis: ***,00 € |

Kaufrecht


Beantwortet von

Rechtsanwalt Thomas Bohle


Wir wollen privat ein Haus kaufen. Vor einigen Wochen
haben wir daher eine Zeitungsanzeige geschalten, worauf
hin wir per Post ein Angebot von einem privaten Verkäufer
bekommen haben. Leider waren wir zu diesem Zeitpunkt zwei
Wochen im Urlaub. Als wir aus dem Urlaub gekommen sind,
hatte der Verkäufer nun schon einen Exclusivvertrag mit
einem Makler geschlossen. Der Zeitpunkt der Kontaktaufnahme
zu uns war also vor dem Einschalten des Maklers.
Darf der Verkäufer uns das Haus nun noch privat zeigen,
auch wenn in dem Vertrag mit dem Makler etwas anderes steht
und wäre der Makler bei einen Zustandekommen eines
Kaufvertrages uns gegenüber provisionsberechtig? Bis dato
hatten wir noch keinerlei Kontakt zu dem Makler.

Sehr geehrter Ratsuchender,


damit der Makler seinen Mäklerlohn erhält, muss er bei der Vermittung, bzw. dem Abschluss eine Ursache gesetzt haben, d.h. die Tätigkeit des Maklers muss im Zusammenhang mit dem Vertragsschluss stehen.

Davon wird man nach Ihrer Schilderung aber deshalb nicht ausgehen können, da die Ursache schon VOR dem Maklervertrag gesetzt worden ist, nämlich Ihre Anzeige und die Antwort des möglichen Verkäufers.

Danach wird der Makler vermutlich keinen Anspruch geltend mahen können. "Vermutlich" deshalb, da ein schriftlicher Vertrag geschlossen worden ist, dessen GESAMTER Inhalt geprüft werden müsste - allein die Bezeichung Exclusivvertrag sagt leider nichts über die rechtlichen Inhalte aus. der Vertrag sollte daher noch geprüft werdn.

Allerdings sollte der Verkäufer SOFORT den Makler von diesem vorvertraglichen Kontakt unterrichten, da er sich sonst schadensersatzpflichtig machen kann. Denn ER ist Vertragspartner des Maklers und ER müsste die Tätigkeit auch zahlen, SOWEIT nicht zwischen Ihnen und dem Verkäufer diese Zahlungslast anders vertraglich vereinbart wird.

Einer Besichtigung steht bei Information des Maklers nichts entgegen.


Mit freundlichen Grüßen

Rechtsanwalt
Thomas Bohle


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