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Hauskauf - Ist die Maklergebür gerechtfertigt?


| 21.03.2006 15:58 |
Preis: ***,00 € |

Vertragsrecht


Beantwortet von

Rechtsanwalt Jens Jeromin



Wir fanden in der Zeitung ein Immobilienangebot (Einfamilienhaus), dass von einem Makler angeboten wurde. Wir riefen den Makler an und erhielten nach einigen Tagen ein Exposé und besichtigten das Haus (zusammen mit dem Makler). Wir befanden das Haus für zu teuer und verwarfen den Gedanken es zu kaufen. Trotzdem kamen wir bei einem Spaziergang nach wenigen Wochen noch einmal bei dem Haus vorbei und trafen zufällig den Makler, der dort einen Besichtigungstermin mit anderen Interessenten hatte. Das Haus war uns nach wie vor zu teuer, obwohl es im Preis etwas gesunken war. Nach etwa 4 weiteren Wochen sahen wir im Internet nach und fanden das Haus nicht mehr auf der Seite des Maklers, so dass wir davon ausgingen, dass es verkauft sei. Tatsächlich war aber der Maklervertrag ausgelaufen (wir wussten, gar nicht, dass das geht) und der Eigentümer bot sein Haus nun ohne Makler in der Zeitung an. Wir fanden die Anzeige, erinnerten uns an das Haus und machten einen erneuten Besichtigungstermin mit dem Eigentümer, der uns auf weitere Details aufmerksam machte von denen uns der Makler zuvor nichts sagte (z.B. das Vorhandensein einer zusätzlichen Fußbodenheizung...). Der Kaufpreis für das Haus erschien uns nun nicht mehr als zu teuer, u.a. auch deswegen, weil wir nun die Maklercourtage nicht mehr einrechnen. Ohne Courtage ist das Haus für uns erschwinglich. Andere Interessenten, die erst jetzt auf das Haus aufmerksam werden müssen ja auch keine Courtage zahlen und könnten uns im Zweifelsfall überbieten.
Der Eigentümer, der den Vertrag ursprünglich mit dem Makler abschloss informierte sich (ohne Nennung unseres Namens) beim Makler und bekam die Information, dass er natürlich die Courtage erhalte, falls ehemalige Interessenten nun doch noch Interesse an dem Haus zeigten und es kauften.
Ist die Courtage gerechtfertigt, obwohl sie uns in der Verhandlung mit dem Eigentümer schlechter stellt, als neu gefundene Kaufinteressenten?

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Sehr geehrter Fragesteller,


vielen Dank für Ihre Anfrage die ich aufgrund Ihrer Informationen gerne wie folgt beantworte:

Der für Sie wichtige Paragraph ist der § 652 Absatz 1 BGB:

§ 652
Entstehung des Lohnanspruchs
(1) Wer für den Nachweis der Gelegenheit zum Abschluss eines Vertrags oder für die Vermittlung eines Vertrags einen Mäklerlohn verspricht, ist zur Entrichtung des Lohnes nur verpflichtet, wenn der Vertrag infolge des Nachweises oder infolge der Vermittlung des Mäklers zustande kommt. Wird der Vertrag unter einer aufschiebenden Bedingung geschlossen, so kann der Mäklerlohn erst verlangt werden, wenn die Bedingung eintritt.


Nach dieser Vorschrift muss ein Zusammenhang zwischen der Vermittlungstätigkeit des Maklers und dem vermittelten Geschäft bestehen. Dabei genügt es, wenn die Vermittlungstätigkeit für den Geschäftsabschluss mitursächlich gewesen ist. Nicht erforderlich ist, dass der Makler für den Abschluss die Haupt- oder einzige Ursache gesetzt hat. Es genügt, dass Sie durch die Vermittlungstätigkeit den Anstoss zu den konkreten Bemühungen um das Objekt bekommen haben. Insofern soll nicht nur der erfolgreiche Geschäftsabschluss schlechthin, sondern auch schon der Arbeitserfolg des Maklers belohnt werden (BGH in NJW RR 1996, 691).

Streitig bist dabei allenfalls, ob bereits die Bitte um Übersendung eines Exposes als konkrete Bemühung gilt, nicht bezweifelt wird dies jedoch für Besichtigungen eines Hauses in Anwesenheit des Maklers, der Erläuterungen zum Objekt abgibt. Gerade das war aber bei Ihnen der Fall.

Der Gebührenanspruch des Maklers dürfte daher bestehen.

Unerheblich ist leider auch , dass das Geschäft erst nach Beendigung des Maklervertrages zustande kommen würde, da der Erfolg nicht während der Vertragsdauer eintreten muss (BGH in NJW 66, 2008).

Ich bedauere, Ihnen keine für Sie günstigere Mitteilung machen zu können, hoffe aber, Ihnen dennoch eine hilfreiche erste Orientierung ermöglicht zu haben.

Mit freundlichen Grüßen

Jens Jeromin
Rechtsanwalt




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