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Hauskauf, Regelung für Scheidungsfall

29.03.2017 09:55 |
Preis: ***,00 € |

Hauskauf, Immobilien, Grundstücke


Beantwortet von

Rechtsanwältin Karin Plewe


Zusammenfassung: Wer im Grundbuch steht, ist Grundstückseigentümer. Wenn der Kaufpreis nur von einem Ehegatten bezahlt wurde, sollte sich dieser Ehegatte für den Fall der Scheidung durch Ehevertrag absichern.

Ich möchte mit meiner Frau zusammen ein Haus kaufen (bzw. vom Bauträger bauen lassen inkl. Grundstück), dass ich aber zu 100% finanzieren werde aus Vermögen das vor der Ehe erworben wurde (seit 1 Jahr verheiratet, keine Kinder, Frau arbeitet Vollzeit, ich Teilzeit). Wir haben bisher keinen Ehevertrag und den Güterstand der Zugewinngemeinschaft.
Aus emotionalen Gründen wäre es für meine Frau sehr wichtig, auch im Grundbuch eingetragen zu werden. Sie wäre bereit im Falle einer Scheidung dann auf Ihren Anteil zu verzichten. Sie soll aber Anspruch auf einen etwaigen Zugewinn behalten. Ist sowas über das Grundbuch möglich oder benötigt man einen Ehevertrag? Oder ist gar nichts nötig, weil das Geld von vor der Ehe ist und daher das davon finanzierte Haus eh "meins" ist, auch wenn Sie mit im Grundbuch steht?
Falls ein Ehevertrag notwendig ist, kann für diesen einfachen Fall der Vertrag auch selbst aufgesetzt werden? So

Ehevertrag zwischen XXX geb. am in im Folgenden Ehemann und YYY geb am in im Folgenden Ehefrau.

§1. Das zu erwerbende Grundstück und das darauf zu erstellende Haus in ZZZ Gem. FlNr., für das heute der Kaufvertrag und Werkvertrag abgeschlossen werden, soll im Eigentum beider Eheleute sein.

§2. Im Falle einer Scheidung soll der Anteil der Ehefrau ins Eigentum des Ehemanns übergehen. Der Anspruch der Ehefrau auf Ausgleich eines etwaigen Zugewinns soll davon nicht berührt werden und fortbestehen. Der Ausgleich soll ggf. durch den Ehemann in Geld erfolgen.

Sehr geehrter Fragesteller,

Ihre Anfrage möchte ich Ihnen auf Grundlage der angegebenen Informationen verbindlich wie folgt beantworten:

Was die Grundbucheintragung betrifft, gilt der Grundsatz "wer im Grundbuch steht, ist Eigentümer". Es wird dabei nicht hinterfragt, woher das Geld für den Erwerb des Grundstücks kam. Sofern Sie also eine Immobilie mit Ihren eigenen Mitteln erwerben, jedoch die Eintragung im Grundbuch als hälftige Miteigentümer gemeinsam mit Ihrer Frau vornehmen lassen, schenken Sie Ihrer Frau sozusagen die Grundstückshälfte. Bei einer eventuellen Trennung/Scheidung wäre Ihre Frau dann hälftige Miteigentümerin. Bei einem Verkauf stünde ihr die Hälfte des Verkaufserlöses zu. Beim Zugewinnausgleich wäre dann bei Ihnen beiden im Endvermögen jeweils rechnerisch eine Haushälfte (bzw. deren Verkaufserlös) anzusetzen.
In diesem Fall könnten Sie gegebenenfalls einen finanziellen Ausgleich über den Zugewinnausgleich erhalten, denn der Zugewinnausgleich berechnet sich aus der Differenz zwischen Endvermögen und Anfangsvermögen, wobei das Anfangsvermögen für den Stichtag der Heirat zu ermitteln ist. Sofern Sie also das Haus aus Mitteln erwerben, die vor der Ehe bereits vorhanden waren, verbleiben Ihnen diese Mittel rechnerisch auch bei einer Scheidung und anschließendem Zugewinnausgleich.
Allerdings besteht dann ein Risiko für Sie, dass ein Zugewinnausgleich nur dann stattfindet, wenn überhaupt ein Zugewinn erwirtschaftet wurde. Wenn also das Endvermögen Ihrer Frau bei einer eventuellen Scheidung nicht höher wäre als das Anfangsvermögen bei Heirat ( z.B. weil Ihre Frau während der Ehe Geld verloren hat oder Schulden gemacht hat) dann könnten Sie einen Zugewinnausgleichsanspruch nicht mehr realisieren.

Daher empfehle ich Ihnen, über folgende Vorgehensweise nachzudenken:

Sie erwerben das Haus gemeinsam zu hälftigem Miteigentum und vereinbaren im Rahmen eines Ehevertrages mit Ihrer Frau, dass Sie Ihrer Frau zum Erwerb dieses Miteigentumsanteils ein Darlehen in Höhe des hälftigen von Ihnen aus Ihrem Vermögen aufgebrachten Betrages gewähren. Das Darlehen könnte zinslos gestundet sein bis zur Beendigung der Ehe. Diesen Darlehensrückzahlungsanspruch sichern Sie ab durch eine Grundschuld, die zu Ihren Gunsten im Grundbuch eingetragen wird und die auf dem hälftigen Miteigentumsanteil Ihrer Frau lastet.

Einen Ehevertrag können Sie grundsätzlich nicht selbst aufsetzen, weil dies formunwirksam wäre sondern Sie müssen den Vertrag beim Notar beurkunden lassen. Sinnvollerweise sollten Sie diesen Ehevertrag gleichzeitig mit dem Hauserwerb beurkunden lassen (allerdings in getrennter Urkunde).
Der Notar wird Ihnen einen entsprechenden Ehevertrag aufsetzen, wenn Sie ihm Ihre Wünsche und Bedürfnisse schildern. Hierdurch entstehen keine Mehrkosten, weil die diesbezügliche Beratung in den Notarkosten enthalten ist.

Ich hoffe, Ihre Frage verständlich beantwortet zu haben und bedanke mich für das entgegengebrachte Vertrauen. Bei Unklarheiten können Sie die kostenlose Nachfragefunktion benutzen.

Mit freundlichen Grüßen

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