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Haushaltshilfe für Gewerbe und Privat anstellen und abrechnen

05.06.2016 22:50 |
Preis: ***,00 € |

Anwaltsrecht, Gebührenrecht


Neben meinem normalen Job bin ich Einzelunternehmer.

Meine Frau ist nun schwanger und ich selbst könnte bald auch Hilfe im Gewerbe gebrauchen (Pakete verpacken) um mich um mein Kind zu kümmern. (ich arbeite insgesamt von Montag-Sonntag von 8-20Uhr)

Wie kann ich nun eine Haushaltshilfe einstellen?
(für privat: Getränke holen, Fenster putzen, Garenarbeit und für gewerblich: Pakete verpacken, Büro saugen, Müll entsorgen, Spühlmaschine einräumen...)

Ich kenne jemanden der keinen Job hat, aber nicht arbeitslos gemeldet ist, und zur Zeit von seinem ersparten lebt und freiwillig gesetzlich Krankenversichert ist.
Diese Person hätte Interesse an dem Job und wäre bereit ein Gewerbe anzumelden um mir dann Rechnungen zu schreiben.

Vor einiger Zeit hatte ich mir schon überlegt diese Person für mein Gewerbe zu beschäftigen, was aber daran gescheitert ist, dass diese Person dann evtl. nur für mich arbeitet und somit scheinselbstständig wäre. Bei Haushaltshilfen scheint das aber nicht der Fall zu sein?

Desweiteren frage ich mich wie ich diese Person bezahle:
1. Von meinem privaten Konto. (um auch die Kontoauszüge und Rechnungen dem Finanzamt nachweisen zu können.
Scheinbar werden bis zu 20% der Kosten über die Einkommensteuererklärung vom FA erstattet?

oder

2. Von meinem geschäftlichen Konto. Da könnte ich 100% der Kosten als Ausgaben geltend machen.

Sehr geehrter Ratsuchende,

vielen Dank für Ihre Anfrage, die ich auf Grundlage Ihrer Schilderung summarisch gerne wie folgt beantworte:

da die von Ihnen vorgesehene Person sowohl in Ihrem "privaten" als auch geschäftlichen Bereich tätig sein soll, muss in Bezug auf die Beteiligung des Fiskus zwischen privater (haushaltsnahe Dienstleistung) Haushaltshilfe und Aushilfe (rein betriebsbedingte Ausgabe) unterschieden werden.

Im Hinblick auf die Hilfe im Betrieb ist zu beachten, dass der Unternehmer selbst in den seltensten Fällen Zeit haben wird, um die Firmenräume sauber zu halten. Gerne wird deswegen auf eine eine Reinigungskraft ausgewichen. Die Kosten dafür (zu 100%) stellen mithin abziehbare Betriebsausgaben dar, soweit ausschließlich betriebliche Räume gereinigt werden.

Bei den privaten Räumen ist dies so nicht der Fall.

Soweit Sie die Aufwendungen für die Beschäftigung einer Person im privaten Haushalt als Betriebsausgaben, Werbungskosten oder Sonderausgaben geltend machen, ist der Abzug einer Steuerermäßigung ausgeschlossen. Werden aber diese Aufwendungen als außergewöhnliche Belastungen abgezogen, können Sie den Teil der Aufwendungen für eine Steuerermäßigung (direkter Abzug von der Steuer) berücksichtigt werden. Da Ihre Situation bzgl. des Wohnens unklar ist, könnten Sie im Grundsatz selbst als Mieter den Fiskus zur Hilfe ziehen.

Im Grundsatz gilt: wer im Privathaushalt eine Haushaltshilfe einsetzt, kann das Finanzamt an den Kosten beteiligen. Hierfür gibt es für Sie drei unterschiedliche Möglichkeiten:

450-Euro-Job; Sozialversicherungsverhältnis oder die Selbständigkeit.

Bei allen Möglichkeiten (im Privathaushalt) werden vom Fiskus 20 % von der Steuerschuld abgezogen, wobei bei dem 450-Euro-Job bis zu 510 Euro, bei den beiden anderen Alternativen bis zu 20.000 Euro jährlich. Hier ist an die Argumentation des BMF (AZ.: IV C 4 - 2296-b/07) zu verweisen, die sich mit der Übersicht anerkannten Arbeiten und Zweifelsfragen der Finanzämter beschäftigt, zu verweisen. Da Sie in Ihrer Frage nicht auf Ihre Wohnsituation verwiesen haben, ist möglicherweise auch die Entscheidung des BFH (Az.: <a href="http://dejure.org/dienste/vernetzung/rechtsprechung?Text=VI%20R%2060/09" target="_blank" class="djo_link" title="BFH, 29.07.2010 - VI R 60/09: Steuerermäßigung für Handwerkerleistungen - Auslegung des Begriff...">VI R 60/09</a>) von Relevanz.

Voraussetzung für die Steuerermäßigung aufgrund von haushaltsnahen Dienstleistungen (bei den betriebsbedingten Aufwendungen a priori der Fall) ist, dass Sie die Rechnung erhalten haben und die Zahlung auf das Konto des Leistenden erfolgt ist. Da Sie weder Rechnung noch Ihre Kontoauszüge Ihrer Steuererklärung beifügen, auf Anforderung des Finanzamtes jedoch vorlegen müssen, bleibt es Ihnen überlassen, wie, bzw. von welchem Konto Sie die Leistungen überweisen möchten. Im Ergebnis würde sich jedoch die getrennte (privat und betriebsbedingt) Zahlung anbieten.

Für die Frage der (Schein-)Selbständigkeit sind überaus viele weiteren Kriterien von Bedeutung, z.B.:

- keine persönliche Abhängigkeit

- keine Weisungsgebundenheit hinsichtlich Ort, Zeit und Inhalt der Tätigkeit

- keine festen Arbeitszeiten

- kein Urlaubsanspruch

- kein Anspruch auf sonstige Sozialleistungen

- keine Fortzahlung der Bezüge im Krankheitsfall

- keine Überstundenvergütung

- Selbständigkeit in Organisation und Durchführung der Tätigkeit

- Unternehmerrisiko

- Unternehmerinitiative

- Kapitaleinsatz z.B. Reisekosten

- Pflicht zur Beschaffung von Arbeitsmitteln

Sie sehen, für die Entscheidung, ob jemand selbständig oder abhängig beschäftigt ist, muss festgestellt werden, welche Merkmale überwiegen. Das Gesamtbild ist maßgebend.Es reicht also nicht aus, dass der Selbständige mehrere (oder im Umkehrschluss nur einen) Auftraggeber hat.

Ich hoffe, Ihre Frage verständlich beantwortet zu haben und bedanke mich für das entgegengebrachte Vertrauen. Bei Unklarheiten können Sie gern die kostenlose Nachfragefunktion benutzen.

Mit freundlichen Grüßen

Vladimir Malinkovich
Rechtsanwalt

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