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Hauserbe bei 2 Geschwistern, eine möchte ins Haus

| 07.04.2011 13:03 |
Preis: ***,00 € |

Erbrecht


Beantwortet von


14:35
Sehr geehrte Damen und Herren,

ich habe eine sehr verzwikte Frage und hoffe auf Vorschläge Ihrerseits.
Hier die Fakten:
Eltern leben, besitzen Haus, darauf ist noch eine offene Zahlung von ca. 55.000 Euro, Verkehrswert des Hauses etwa. 130.000-150.000 Euro.
Bei Ableben eines der Elternteile erbt zunächst der übrige alles (Berliner Testament). Meine Eltern haben mir nun den Floh ins Ohr gesetzt, zu Lebzeiten eines der Elternteile das Haus zu kaufen, ich möchte mit meiner Familie unbedingt da rein. Wir sind aber beide nicht vermögend obwohl wir beide Vollzeit arbeiten. Das Verhältnis meiner Schwester zur restl. Familie ist mehr als dürftig, jeder lebt sein Leben und ich sollte am ehesten ins Haus.
Hier meine Frage: Was für ein Konstrukt wäre am besten:
1) Dem überlebenden Elternteil z.B. für 80.000 Euro das Haus abkaufen, so kann der die offenen Positionen tilgen und hat noch 20.000 zum Leben-das Haus gehört uns. Kann mir da meine Schwester noch nachträglich was?
2) Schenkung? Wahrscheinlich würde Schwester da trotzdem von partizipieren so wie ich recherchiert habe
3) Pflichteil zu Lebzeiten auszahlen und ich bekomme das Haus-sie hat keine weiteren Ansprüche daraus?
4) Könnte ich das Haus zum Wert von z.B. 10.000 Euro kaufen (oder ist das nicht rechtmäßig)und in die Hausfinanzierung einsteigen/Sie übernehmen? Dadurch das das Haus aber an mich verkauft ist müßte meine Schwester ja dann streng genommen außen vor sein.

Um "gemein" zu fragen: Wie komme ich rechtmässig aber kostengünstig in das Haus meiner Eltern sobald einer der beiden verstirbt und ohne jede Menge Geld noch darüberhinaus an meine Schwester zahlen zu müssen? Fakt ist, meine Schwester möchte das Haus nicht, ich unbedingt, 55.000 sind noch offen, übriger Elternteil soll noch Geld zum Leben haben...
ich hoffe auf Antwort-diese Fragen rauben einem dem Schlaf...
07.04.2011 | 13:44

Antwort

von


(2292)
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Sehr geehrte Fragestellerin,

ich möchte Ihre Fragen der Reihe nach wie folgt beantworten:

1) Es bleibt Ihnen natürlich unbenommen, dass Haus von dem letzten Elternteil für den Bertrag von € 80.000,00 abzukaufen und das eigentum an dem Haus zu erwerben, da das Vermögen des Erbees an sich auch nicht geschmälert werden würde, da die 80.000,00 als Kaufsumme ja auch dem Vermögen des letzten Elternteils zu Gute kommen.
Das wäre also auf jeden Fall eine unproblematische Alternative.

2) Es gibt zwar hier die Möglichkeit im Wege eines Vorausvermächtnisses den einen Erben zu begünstigen und dieses Vermächtnis wäre auch nicht auf den Erbteil anzurechnen, jedoch trifft es dann nicht zu, wenn der andere Erbe das Erbe ausschlägt und seinen Pflichtteil geltend macht.
Dies wird dann der Fall sein, wenn das Erbe hauptsächlich aus dem Haus besteht.

Hier besteht eben immer die Gefahr der späteren Pflichtteilsansprüche.

Wenn jedoch seit der Schenkung bereits 10 Jahre verstrichen sind und erst dann der jeweilige Todesfall eintritt, brauchten keine weiteren Ansprüche gezahlt zu werden.

§ 2325 BGB:
Die Schenkung wird innerhalb des ersten Jahres vor dem Erbfall in vollem Umfang, innerhalb jedes weiteren Jahres vor dem Erbfall um jeweils ein Zehntel weniger berücksichtigt. Sind zehn Jahre seit der Leistung des verschenkten Gegenstandes verstrichen, bleibt die Schenkung unberücksichtigt.)

Auch hier ist aber wieder das Risiko des vorzeitigen Versterbens der Eltern, welches aber jährlich gemindert wird bis zum Ablauf von zehn Jahren.
Diese Lösung hätte aber auch den Vorteil gegenüber der ersten Variante, dass Sie die Miterben auch auszahlen können und rechtlich weiter im Haus bleiben können, vermutlich zu einer geringeren Summe als € 80.000,00 da hierbei auch noch Ihr eigener Erbteil Ihnen zu Gute kommt.

3) Hierbei besteht jedoch kein Anspruch des Erblassers gegenüber dem Erben, sich den Pflichtteil vorzeitig auszahlen zu lassen, wenn das erste elternteil stirbt.
Es gäbe hierbei nur die Möglichkeit einer jetzigen Enterbung der Miterben, die dann aber im Falle des todes die jeweiligen Pflichtteilsergänzungsansprüche hätten, wenn Ihnen das Haus vorweg egschenkt wird, natürlich wieder unter Berücksichtigung der vorherigen Fristen (10 Jahre).

4) Grundsätzlich können Sie das Haus auch zu einem Preis von € 10.000,00 kaufen. Dies ist rechtmäßig, da insoweit Vertragsfreiheit besteht. Lediglich das Finanzamt nimmt dann den richtigen Verkehrswert an, um die Steuern zu berechnen.

Der Nachteil ist jedoch, dass insoweit widerum eine Schenkung über die Differenz zum Verkehrswert angenommen wird, da dies sonst eine Möglichkeit wäre, das Pflichtteilsrecht zu umgehen.

Ich würde Ihnen also zur zweiten Variante raten, dass sie sich das Haus schenken lassen und dann den Erbteil beim Tode auszahlen, sodass Sie auf jeden Fall weiter in dem Haus verbleiben können und dieses nicht Gefahr läuft, zwangsversteigert zu werden.

Im Übrigen würde ich die Miterben auch nicht enterben, wenn das Haus das wesentliche Vermögen ausmacht, denn wenn die Miterben es dann versäumen, das Erbe auszuschlagen, würde das Haus auch nicht angerechnet werden (Landgericht Coburg, Entscheidung, - 13 O 231/01 -).






Nachfrage vom Fragesteller 07.04.2011 | 14:23

Vielen Dank,

Sie haben mir schon einmal sehr geholfen und nun sehe ich klarer. Ergänzende Fragen dazu:
1) Zu welcher Variante würden Sie mir raten, wenn eine Schenkung nicht in Frage kommt seitens meiner Eltern?
2) Eine Schenkung; hat sie zur Folge dass ich womöglich von der Pflegekasse belangt werden kann? Elternteil ist Beamter in Pension, was ist, wenn es zu einem Pflegefall kommt in Bezug auf " Lebenslanges Wohnrecht"?
3) Muß ich zwangsläufig ein lebenslanges Wohnrecht notariell hinzufügen lassen bei einer Schenkung? Mir ist klar, ich geh nicht in das Haus bevor nicht beide Ihr erfülltes Leben darin selbst beenden möchten um z.B. in eine Wohnung zu ziehen.
4) Zahle ich die Steuer bei einer Schenkung direkt nach der Schenkung oder erst nach 10 Jahren oder Ableben der Eltern?

Das wärs, hoffe Sie können mir ein letztes Mal hilfreiche Antworten geben.
Vielen Dank!

Antwort auf die Nachfrage vom Anwalt 07.04.2011 | 14:35

Sehr geehrter Fragesteller,

wenn eine Schenkung nicht in Bertracht käme, würde ich Ihnen raten, das Haus den Eltern abzukaufen, um einfach der Gefahr einer späteren Zwangsversteigerung zu entgehen.

Wegen der Pflegekasse wird zunöchst noch auf das Vermögen der Eltern gescfhaut und wenn dieses nicht mehr ausreichen sollte, dann werden die Kinder/Erben zur Kasse gebeten mit den jeweiligen Nachteilen wegen des Vermögenszuwachses bei der Hausschenkung.

Wenn ein lebenslanges Wohnrecht eingetragen worden ist, dann besteht dieses auch weiterhin, auch im Falle des Nicht-Wohnens in dem Haus.

Bei einer Schenkung steht es Ihnen frei, ob ein Wohnrecht eingetragen wird oder nicht.
Es besteht darüber hinaus auch noch die Möglichkeit eines schuldrechtlichen Wohnrechtes ohne die Eintragung, die natürlich dann nur nicht dinglich abgesichert ist, z.B. im Falle des Verkaufs oder einer Versteigerung.
Das schuldrechtliche Wohnrecht wäre auf jeden Fall eine kostengünstige Alternative, wenn sich alle Parteien einig sind, also Sie mit Ihren Eltern.

Schenkungssteuer:
Der Beschenkter hat den Erwerb innerhalb von 3 Monaten ab Kenntnis des Erwerbs beim Finanzamt für Gebühren und Verkehrsteuern anzumelden, worauf das Finanzamt zur Abgabe der Steuererklärung auffordert. Binnen eines Monates ab Zustellung des vom Finanzamt erlassenen Steuerbescheides tritt die Fälligkeit ein.

Die Steuer muss also relativ gleich nach der Schenkung bezahlt werden.

Wenn Sie noch weitere Fragen haben sollten, sprechen Sie mich bitte direkt per E-Mail an, da diese Plattform nur eine einmalige Nachfrage erlaubt, ich Ihnen aber weiterhin Auskunft geben möchte.

Über eine ggf. positive Bewertung würde ich mich freuen.

Mit freundlichen Grüßen

Felix Hoffmeyer
Rechtsanwalt

Bewertung des Fragestellers 07.04.2011 | 14:42

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