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Hausbrand - Ansprüche an Haftpflichtversicherung des Verursachers

| 08.02.2018 13:33 |
Preis: 55,00 € |

Versicherungsrecht, Privatversicherungsrecht


Beantwortet von

Rechtsanwalt Ralf Hauser, LL.M.


Anfang Januar wurde durch einen Brand ein Wohnhaus mit Wirtschaftsteil auf einem uns gehörenden Resthof weitgehend zerstört. Das Haus (sowie das gesamte Grundstück und 2 weitere Wirtschaftsgebäude) war einer befreundeten Dame mietfrei überlassen. Im Gegenzug für die Mietfreiheit war vereinbart, daß sie die Instandhaltung selber organisiert und trägt.
Als Brandursache wurde seitens der Kripo Dachpappenschweißarbeiten ermittelt, welche die „Mieterin" am Vormittag des Brandtages durch einen befreundeten Handwerker durchführen ließ. Die Arbeiten waren unbezahlt, der Ausführende ist ein gelernter Dachdecker, gebürtig in MV, jedoch schon lange in der Schweiz lebend und daher auch dort haftpflichtversichert. Die Ermittlungsergebnisse wurden Ende letzter Woche an die Staatsanwaltschaft weitergeleitet.
Laut unserer Brandschutzversicherung werden uns bei der Verteidigung ihres Gutachtens zwei Werte präsentiert, der Wiederaufbauwert und der (wenn ich mich richtig an den Fachbegriff erinnere) Zeitwert. Ein Wiederaufbau kommt aus verschiedenen Gründen für uns mit hoher Wahrscheinlichkeit nicht in Frage.
Frage: gibt es eine Möglichkeit, bei der Haftpflichtversicherung des Brandverursachers die Differenz zwischen dem Wiederaufbauwert und dem Zeitwert als Schaden geltend zu machen? Wäre es dazu notwendig, ein zusätzliches Gutachten anfertigen zu lassen? Hintergrund des Gedankenganges ist, daß ja beim Zeitwert nicht der komplette entstandene Schaden beglichen wird.
In der Folge dieses Brandes bin ich aus dem zweiten auf dem Anwesen stehenden Wohnhaus ausgezogen, habe meine vier Hunde in eine Hundepension gegeben und habe diese Wohnmöglichkeit der „Mieterin" überlassen. Grund dafür: auf dem Anwesen wird durch die "Mieterin" ein Gnadenhof betrieben, nur so kann die Versorgung der Tiere aufrechterhalten werden. Meine Hunde habe ich Pension gegeben, weil die „Mieterin" ihre Haushunde mit in das zweite Wohnhaus genommen hat und meine Hunde aus diesem Grund durch die „Mieterin" in einen Außenzwinger umgesiedelt wurden. Kann ich bei der Haftpflichtversicherung des Verursachers die Kosten für die Hundepension und Unterbringungskosten für mich (ich bin bei einem Freund in der Wohnung untergekommen) geltend machen und wenn ja in welcher Höhe und für welchen Zeitraum? Gibt es weitere Kosten, die man geltend machen kann? Ist es ratsam, sich anwaltlichen Beistand zu holen (es existiert keine Rechtsschutzversicherung für diesen Rechtsbereich)?

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Sehr geehrter Fragesteller,

Ihre Anfrage möchte ich Ihnen auf Grundlage der angegebenen Informationen verbindlich wie folgt beantworten:

Leider ist es nicht möglich bei der Haftpflichtversicherung die Differenz zwischen dem Wiederaufbauwert und dem Zeitwert geltend zu machen. Eine Haftpflichtversicherung reguliert nach dem Zeitwert. Der Zeitwert ist der aktuelle Wert einer Sache, berechnet durch den Neuwert abzgl. Wertverlust, Gebrauchsspuren, Verschleiß und dem Faktor Zeit.

Lediglich Ihre Gebäudebrandversicherung ist eine Neuwertversicherung, die im Falle des Brandes die Kosten für den Abriss und den Wiederaufbau zum Neuwert übernimmt. Sofern Sie keinen Wiederaufbau wünschen, haben Sie leider auch bei der Gebäudeversicherung lediglich Anspruch auf den Zeitwert.

Vermutlich wird auch Ihre Gebäudeversicherung, nachdem sie reguliert hat, Ansprüche an den Brandverursacher bzw. dessen Versicherung stellen.

Neben dem Anspruch auf Wiederaufbau zum Neuwert bzw. bei fehlendem Wiederaufbau auf den Zeitwert, haben Sie Anspruch auf Ersatz der Kosten, die Ihnen durch das vorübergehende Wohnen und die Unterbringung Ihrer Tiere in der Pension entstehen. Diese Kosten müssen Sie allerdings der Versicherung nachweisen. Dies kann z.B. auch durch die Bestätigung Ihres Freundes, dass Sie einen Anteil an dessen Miete gezahlt haben, geschehen. Sofern Sie durch eigene Tätigkeiten den Schaden (Aufräumarbeiten etc.) minimiert haben, können Sie auch die von Ihnen aufgewandten Stunden gegenüber der Versicherung abrechnen. Ein Stundenlohn in Höhe von 10 Euro wird meistens akzeptiert.

Soweit durch den Brand Ihnen Mieteinnahmen entgehen, müssten auch diese von der Versicherung übernommen werden.

Aufgrund dessen, dass Versicherungen gerne zu Ungunsten des Versicherungsnehmers regulieren, ist es auf jeden Fall ratsam einen Rechtsanwalt mit Ihrer Vertretung zu beauftragen.

Ich hoffe, Ihre Frage verständlich beantwortet zu haben und bedanke mich für das entgegengebrachte Vertrauen. Bei Unklarheiten können Sie die kostenlose Nachfragefunktion benutzen.

Mit freundlichen Grüßen

Ralf Hauser, LL.M.(Versicherungsrecht)
Rechtsanwalt

Nachfrage vom Fragesteller 08.02.2018 | 14:48

Sehr geehrter Herr Hauser,
besten Dank für Ihre Rückantwort.
Ich möchte noch einmal nachhaken wegen der Unterbringungskosten für mich und meine Tiere: für welchen Zeitraum können diese Kosten geltend gemacht werden? Kann man auch die Übernachtungspauschale für Dienstreisen ansetzen? Können weitere Kosten zum Ansatz gebracht werden?
Danke und freundliche Grüße

Antwort auf die Nachfrage vom Anwalt 08.02.2018 | 14:55

Sehr geehrte Fragestellerin,

die Kosten können so lange in Ansatz gebracht werden, wie die Beseitigung der Schäden bzw. der Wiederaufbau andauert.

Ich gehe davon aus, dass eine Versicherung auch die Übernachtungspauschale akzeptieren wird.

Es können alle Aufwendungen, die Ihnen durch den Brand entstehen bzw. entstanden sind, ersetzt werden. Welche Aufwendungen erforderlich sind, hängt von Ihren konkreten Umständen ab und kann daher nicht näher konkretisiert werden.

Mit freundlichen Grüßen

Ralf Hauser, LL.M.
Rechtsanwalt

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Bewertung des Fragestellers 10.02.2018 | 01:19

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Stellungnahme vom Anwalt:
FRAGESTELLER 10.02.2018 5/5,0
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