Willkommen beim Original und Testsieger.
Online seit 2004, mit über 140.000 Fragen & Antworten. 
00.000
Bewertungen
0,0/5,0
Günstige Rechtsberatung für alle.
Anwalt? Mitmachen
1
 
Frage stellen
an unsere erfahrenen Anwälte.
Jetzt auch vertraulich
Frage stellen
einem erfahrenen Anwalt
Jetzt auch vertraulich
2
 
Preis festlegen
Sie bestimmen, wieviel Ihnen die Antwort wert ist.
Preis festlegen
Sie bestimmen die Höhe selbst
3
Antwort in 1 Stunde
Sie erhalten eine rechtssichere
Antwort vom Anwalt.
Antwort in 1 Stunde
Rechtssicher vom Anwalt
Jetzt eine Frage stellen

Hausbau steuerrechtlich besser mit Darlehen von Kindern oder von Mutter

14.08.2014 12:21 |
Preis: ***,00 € |

Steuerrecht


Zusammenfassung:

Bei Gedanken über steuerliche Gestaltungsmöglichkeiten muss man bedenken, dass diese zivilrechtliche Grundlagen haben. Kinder unter 7 sind geschäftsunfähig. Die Vertretungsmacht der Eltern für In-Sich Geschäfte und Grundstücke ist beschränkt. Es bedarf Ergänzungspflegern und Vormundschaftsgerichten.

Mein Vater hat mir und meinen 2 Kindern (1Jahr und 3 Jahre) jeweils einen großen Betrag Geld geschenkt zu gleichen Teilen.
Das Geld soll dafür verwandt werden um ein Mehrfamilienhaus zu bauen als Investitionsanlage für mich später. Meine Kinder haben das Geld geschenkt bekommen um den steuerfreien Schenkungsbetrag auszunutzen.

Das Haus soll auf meinen Namen später laufen. Ich habe schon ein Grundstück gekauft auf meinen Namen.
Wie mache ich es steuerlich am Besten? Darf ich das Geld meiner Kinder einfach nehmen, und damit ein Mehrfamilienhaus bauen? Ist es möglich das es dann zu 100% auf meinen Namen läuft? Unter welchen Umständen darf ich das Geld verwenden?

Müsste ich von meinen Kindern ein Darlehen aufnehmen?
Oder wäre es steuerlich besser ein Darlehen von meiner Mutter aufzunehmen?

Wenn man das Geld seiner Kinder in das Mehrfamilienhaus steckt und das Haus auf meinen Namen laufen würde, könnte das Finanzamt das als Täuschung werten und mich mit Steuern belasten?
Was wäre also steuertechnisch die geschickteste Herangehensweise.
Gerne höre ich wieder von Ihnen

Einsatz editiert am 15.08.2014 09:11:43


Sehr geehrter Fragestellerin,

jegliche steuerliche Gestaltungsmöglichkeit setzt hier zunächst einmal dreierlei voraus: Sie muss zivilrechtlich wirksam sein, tatsächlich vollzogen werden und einem Fremdvergleich standhalten, da es durchweg um Verträge mit nahen Angehörigen geht.

Die vorrangigen Probleme liegen hier bei der zivilrechtlichen Wirksamkeit der von Ihnen angedachten Ideen, noch bevor man die steuerlichen Auswirkungen auch nur andenkt.

Moment sind ihre ein- und dreijährigen Nachkommen absolut geschäftsunfähig und alle ihre Willenserklärungen sind nichtig (§-§ 104 BGB: Geschäftsunfähigkeit und § 105 BGB: Nichtigkeit der Willenserklärung ).

Ihre Nachkommen sind momentan nur durch sie überhaupt rechtlich „handlungsfähig", weil Sie durch Sie und auch den Vater gemeinschaftlich gesetzlich vertreten werden (§-§- 1626, § 1629 BGB: Vertretung des Kindes und § 1795 BGB: Ausschluss der Vertretungsmacht ). Diese Vertretungsmacht hat aber Grenzen für Geschäfte zwischen ihren Kindern und nahen Angehörigen (§ 1795 BGB: Ausschluss der Vertretungsmacht ) und auch für In-Sich-Geschäfte (§-§ 1795 BGB: Ausschluss der Vertretungsmacht und § 181 BGB: Insichgeschäft ) und vereinfacht gesagt, alles was mit Grundstücken zu tun hat (§§ 1909 BGB: Ergänzungspflegschaft und § 1643 BGB: Genehmigungspflichtige Rechtsgeschäfte ). In-Sich-Geschäfte sind solche Geschäfte, bei denen Sie selbst auf beiden Seiten des Vertrages stehen, einmal handelnd für sich selbst und einmal handelnd als Vertreter Ihrer Nachkommen.

Momentan können Sie wirksam nur solche Rechtsgeschäfte für Ihre Kinder vornehmen, durch welche diese ausschließlich einen rechtlichen Vorteil erlangen, soweit es um Rechtsgeschäfte mit nahen Angehörigen und In-Sich-Geschäfte geht. Schon die Schenkung der Geldbeträge von dem Großvater an die Enkel ist nur deswegen überhaupt ein wirksamer Schenkungsvertrag samt Erfüllung zwischen dem Großvater einerseits und Ihren durch sie vertretenen Kindern andererseits, weil diese dadurch ausschließlich einen rechtlichen Vorteil erlangen (§ 1629 Abs.2 § 1795 BGB: Ausschluss der Vertretungsmacht ), auf den wirtschaftlichen kommt es noch nicht einmal an.

Sie können momentan nicht wirksam einen Darlehensvertrag mit Ihren Kindern abschließen, weil das ein verbotenes In-Sich-Geschäft wäre, durch das Ihre Kinder einen rechtlichen Nachteil erlangen, indem Sie Ihnen Geld leihen (§ 181 BGB: Insichgeschäft ). Das ginge nur, wenn ein Ergänzungspfleger für dieses Darlehen bestellt würde, das Vormundschaftsgericht zustimmt (§-§ 1909 BGB: Ergänzungspflegschaft und § 1643 BGB: Genehmigungspflichtige Rechtsgeschäfte ) und außerdem müssten sie auch Zinsen zahlen, damit der Fremdvergleich eingehalten wird.

Angenommen Sie würden etwa einen Bauträger finden, der bereit ist sich auf einen Vertrag einzulassen, bei dem außer Ihnen selbst auch ihre Kinder vertreten durch Sie Vertragspartei würden. Dieser wäre vermutlich sogar wirksam, da weder ein In-Sich-Geschäft (§ 181 BGB: Insichgeschäft ) noch ein Rechtsgeschäft mit nahen Angehörigen (§ 1795 BGB: Ausschluss der Vertretungsmacht ) vorliegt. Dadurch entstehen aber Ansprüche Ihrer Kinder gegen Sie. Sie wären zumindest nach Bereicherungsrecht (§ 812 Abs.1S.1.Alt.1BGB) verpflichtet, herauszugeben, was sie mit dem Geld ihrer Kinder erlangt hätten.

Das wären hier Miteigentumsanteile an der Immobilie entsprechend den jeweiligen Finanzierungsquoten. Jetzt könnte man denken, dem dadurch vorauseilen zu können, dass etwa eine Miteigentümergemeinschaft zwischen Ihnen und den Kindern begründet werden könnte. Die notariell zu beurkundende Übertragung von Miteigentumsanteilen an Grund und Boden an Ihre geschäftsunfähigen Kinder setzt momentan aber ebenfalls voraus, dass ein Ergänzungspfleger bestellt wird, und auch das Vormund-schaftsgericht zustimmt (§-§ 1909 BGB: Ergänzungspflegschaft und § 1643 BGB: Genehmigungspflichtige Rechtsgeschäfte ).

Das Problem ist hier im Ergebnis nicht so sehr, ob das Finanzamt sich „getäuscht" sieht, sondern dass es sehr schwierig sein dürfte diese Konstruktionen formell wirksam hinzubekommen und auch über Jahrzehnte durchzuhalten. Ich habe auch große Zweifel, ob ein Vormundschaftsgericht etwa der Übertragung von Miteigentumsanteilen an Haus und Grundstück zustimmen würde, weil durch den Erwerb des Miteigentums an Haus und Grundstück ihre Kinder auch belastet werden (z.B. für Erschließungskosten und Grundsteuern). Auch insoweit kommt es auf den wirtschaftlichen Vorteil für Ihre Kinder nicht an, sondern auf den rechtlichen Nachteil, dass diese mit Erschließungskosten belastet werden würden.

Aus all diesen zivilrechtlichen Gründen, die mit Steuerrecht erstmal gar nichts zu haben, ist jede Lösung, die das Geld Ihrer Kinder komplett draußen lässt und die auf ein Rechtsgeschäft zwischen Ihnen und Ihrer Mutter hinausläuft, in jedem Fall vorzuziehen. Auch dieser müsste aber um steuerlich anerkannt werden zu können, wirklich erfüllt und vollzogen werden und einem Fremdvergleich standhalten, in dem Sie marktübliche Zinsen tatsächlich gezahlt werden.

Bei Unklarheiten steht Ihnen hier auch eine kostenlose Nachfragefunktion zur Verfügung.

Mit freundlichen Grüßen
Ra Jahn

FRAGESTELLER 30.12.1899 /5,0
Durchschnittliche Anwaltsbewertungen:
4,6 von 5 Sternen
(basierend auf 81030 Bewertungen)
Aktuelle Bewertungen
5,0/5,0
Danke für die schnelle Info ...
FRAGESTELLER
5,0/5,0
Sehr freundlich, kompetent, hilfreich ...
FRAGESTELLER
5,0/5,0
Eine schnelle, präzise und unmissverständliche Antwort – vielen Dank! ...
FRAGESTELLER