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Hausbau in der Ehe

| 30.08.2018 09:19 |
Preis: 56,00 € |

Familienrecht


Beantwortet von

Rechtsanwalt Christian Joachim


Hallo,

mein Mann und ich sind seit 2 Jahren verheiratet und wollten gemeinsam bauen.
Nun ist es allerdings so dass er sich alleine ins Grundbuch eingetragen lassen hat und auch jegliche Verträge allein unterschreibt.
Er möchte das Haus teilweise von seinem ersparten und den Rest mit Kredit abfinanzieren. Dies alles geschieht gegen meinen Willen.
Von mir erwartet er nun dass ich die Nebenkosten sowie Lebensmittel kaufe.
Welche Rechte habe ich hier?
Ein Wohnrecht möchte er mir nicht einräumen.
Was passiert im Falle einer Trennung?
Was passiert wenn er krank wird und den Kredit nicht mehr bedienen kann.

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Sehr geehrter Fragesteller,

Ihre Anfrage möchte ich Ihnen auf Grundlage der angegebenen Informationen verbindlich wie folgt beantworten:

Hinsichtlich der Grundbucheintragung müssen Sie sich zwingend miteinander einigen. Sie können nicht durchsetzen, dass, wenn Ihr Mann die Verträge alleine unterschreibt, Sie mit in den Vertrag hinein kommen können. Dies müssen Sie untereinander entsprechend vereinbaren. Hierüber müssen Sie mit Ihrem Mann reden und die entsprechenden beidseitigen Ideen und Vorstellungen zur jetzigen Situation besprechen.
Zwar wäre es möglicherweise wirtschaftlich gerecht, wenn er das Haus vollständig aus eigenen Mitteln bezahlt und dann auch Alleineigentümer wird, im Rahmen der Ehe muss man allerdings schauen, ob dies so eine gerechte Lösung ist.
Alternativ kann man auch hinterfragen, ob zum Beispiel wirtschaftliche Risiken, die Ihr Mann trägt, Auswirkungen haben. Wird er zum Beispiel insolvent, haftet vollständig das Haus. Werden Sie Miteigentümer, haftet nur die Hälfte des Hauses Ihres Mannes zum Beispiel im Rahmen der Insolvenzmasse.
Zu Ihren konkreten Fragen kann ich mitteilen, dass Sie, wie anfangs erwähnt, keinen Anspruch direkt darauf haben, dass Sie Miterwerber des Hauses werden, wenn Ihr Mann dies nicht möchte und das Haus alleine erwirbt. Es hört sich etwas komisch an, Sie können natürlich auch entgegnen, dass Sie in diesem Haus nicht wohnen möchten, was der Ehe sicherlich nicht zuträglich ist.
Es setzt immer zwischen Ihnen und Ihrem Mann eine Einigung voraus, ob sie gemeinsam das Haus erwerben oder ein Ehegatte alleine.
Dies bezieht sich auch auf ein Wohnrecht, welches er nicht einräumen muss, was aber eine interessante Alternative wäre zumindest Hinblick auf eine mögliche Insolvenz ihres Mannes. Problematisch wird es allerdings dann bei einer Scheidung, zu ihren Gunsten könnte dann möglicherweise das Wohnrecht gegen Zahlung eines Ausgleichsbetrags wieder gelöscht werden.
Diesem gegebenenfalls unterschiedliche Dinge weiter zu betrachten.
Interessant wird es durchaus im Fall einer Trennung. Dann könnten Sie im Rahmen des Zugewinnausgleichs, da er durch das Haus und die jeweiligen monatlichen zu seinen Gunsten erfolgenden Raten entsprechendes Vermögen erwirbt, gegebenenfalls mehr als Sie, Ausgleichsansprüche geltend machen. Dies bedeutet, dass, wenn Ihr Mann zum Beispiel ein höheres Endvermögen nach der Ehe hat als Sie, insbesondere durch das Haus, Sie die Hälfte des Wertes der Differenz zwischen dem Endvermögen und dem Anfangsvermögen Ihres Mannes verlangen können, genauso wie Ihr Mann in Bezug auf Ihr Vermögen.
Hat er allerdings dann ein wesentlich höheres Vermögen zum Ende der Ehezeit erwirtschaftet, müsste er Ihnen gegebenenfalls einen Ausgleichsbetrag zahlen. Auch hier haben Sie allerdings keinen direkten Anspruch auf das Haus.
Erkrankt Ihr Mann, ist der weiterhin verpflichtet die entsprechenden Darlehensbeträge zu zahlen, es sei denn, er hat sich hiergegen zum Beispiel versichert, sofern solche Versicherung möglich ist.
Kann er dies nicht, wird das Darlehen gekündigt und im Zweifel das Haus versteigert. Andererseits könnten Sie möglicherweise die Darlehensraten weiter tragen, gegebenenfalls im Gegenzug zur Übertragung einer Grundstückshälfte, was auch nach Erwerb des Hauses durch Ihren Mann noch möglich ist.


Ich hoffe, Ihre Frage verständlich beantwortet zu haben und bedanke mich für das entgegengebrachte Vertrauen. Bei Unklarheiten können Sie die kostenlose Nachfragefunktion benutzen.

Mit freundlichen Grüßen

Nachfrage vom Fragesteller 30.08.2018 | 10:19

Vielen Dank für Ihre ausführliche Antwort.
Das bedeutet auch er könnte mich jederzeit vor die Tür setzen. Richtig?
Und bin ich verpflichtet mich an den Nebenkosten zu beteiligen?

Antwort auf die Nachfrage vom Anwalt 30.08.2018 | 11:27

Vielen Dank für Ihre Nachfrage, dich gerne beantworte.
Auf längere Zeit wird er sie auf die Straße setzen können. Zwar gibt es noch die familienrechtliche Regelung über die Ehewohnung, nach der bei einer Trennung die Ehewohnung demjenigen zugewiesen wird, der sie dringender benötigt, dies könnten im Zweifel Sie sein, trotzdem Sie nicht Eigentümerin sind, auf längere Zeit, würde er allerdings wieder in sein Haus gelangen.
Sie müssen sich dann eine neue Bleibe suchen. Dies wäre allerdings sicherlich nicht anders, wenn Sie Miteigentümerin wären. Dann müsste man sich auch darüber auseinandersetzen, wer im Haus verbleibt. Letztlich hätten Sie hier jedoch ihren eigenen Anteil, der auch entsprechendes Geld wert ist oder könnten eine Nutzungsentschädigung fordern.
Eine Verpflichtung die Nebenkosten zu tragen ergibt sich genauso wenig direkt aus einer gesetzlichen Regelung wie der vermeintliche Anspruch auf Übertragung eines Miteigentumsanteils an dem Haus. Letztlich ist es die eheliche Gemeinschaft, die solche Ansprüche möglicherweise gerieren kann, als dass Sie ebenfalls verpflichtet sind, im Rahmen der Ehe hier entsprechende Beiträge zu leisten. Vorliegenden Fall könnte dies zum Beispiel der Kauf des Hauses und die Finanzierung des Hauses durch ihren Mann sein, andererseits ihrerseits dann zum Beispiel die Pflege des Hauses oder die Tragung von Nebenkosten.
Die Ehe ist eine entsprechende Unterstützungsgemeinschaft, der sich dann auch möglicherweise solche Ansprüche herleiten lassen und gesetzlich normierten lassen.
Erfüllen Sie die Forderung nach der Tragung von Nebenkosten nicht, dürfte allerdings auch ein einklagbarer Anspruch eher fernliegend sein, da hieran dann möglicherweise auch die Ihre Ehe insgesamt scheitern könnte und natürlich mit Ihrem Auszug ein solch möglicher Anspruch erlischt.
Gerne stehe ich Ihnen weiterhin zur Verfügung, viele Grüße

Christian Joachim
Rechtsanwalt

Bewertung des Fragestellers 03.09.2018 | 21:32

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FRAGESTELLER 03.09.2018 5/5,0
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