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Hausbau Scheidung Frau nicht im Grundbuch

15.03.2019 14:53 |
Preis: 58,00 € |

Familienrecht


Beantwortet von

Rechtsanwältin Sylvia True-Bohle


Unsere Ehe geht dem Ende zu. Mein Vater hat mir vor 3 Jahren ein Grundstück überschrieben Ich stehe alleine im Grundbuch. Dann haben meine Frau und ich für 2 Darlehen unterschrieben, zusammen € 300.000,-.
Logischerweise stehe ich immer noch alleine im Grundbuch. Nach 2,5 Jahren reichlich Eigenleistung sollte unser Haus im Sommer fertig werden. Da meine Frau kein Interesse mehr am Fortbestand unserer Ehe hat, möchte ich nun versuchen, den wirtschaftlichen Schaden für mich zu begrenzen. Falls es dienlich ist, möchte ich noch anmerken, dass wir 3 kleine Kinder (zwei, drei und fünf Jahre alt) haben. Meine Frau hat finanziell nichts mit in die Ehe gebracht, hat weder Ausbildung noch irgendeinen Beruf. Des Weitern sind wir seit 2013 verheiratet und eine Zugewinngemeinschaft.
Was soll ich machen? Fertig bauen und verkaufen. Darauf hoffen, dass ich das Haus behalten kann? Fertig gestellt hat das Haus mit Grundstück einen Wert von ca. €400.000,-

Sehr geehrter Ratsuchender,


im Falle einer Scheidung würde der Zugewinnausgleich durchgeführt werden.

Dazu werden zunächst die Vermögenswerte ermittelt, die zum Zeitpunkt der Eheschließung vorhanden waren; das sogenannte Anfangsvermögen. Dazu zählt dann auch nach § 1374 BGB die Schenkung des Vaters. In Ihrem Fall wird dann der Wert des Grundstückes zum Zeitpunkt der Übertragung dem Anfangsvermögen zugerechnet.

Sodann wird das Endvermögen ermittelt. Das ist das Vermögen, das zum Zeitpunkt der Zustellung des Scheidungsantrages abzüglich Verbindlichkeiten vorhanden ist. In Ihrem Fall ist dieses dann der Wert des Hauses und des Grundstückes abzüglich der Darlehensverpflichtungen.

Dem Endvermögen wird das Anfangsvermögen gegenübergestellt. Die Differenz wäre dann der Zugewinn, der hälftig auszugleichen ist.

Das Problem sind aber die Darlehen, die von beiden Ehegatten aufgenommen wurden. Somit haftet auch Ihre Frau für diese Darlehen, so dass dem Grunde nach nur die Hälfte der Verbindlichkeiten in Ihrem Fall anzurechnen wären und sich danach der Zugewinn erhöhen würde.

Da ich schon erhebliche Zweifel habe, dass die Mitverpflichtung Ihrer Frau überhaupt zulässig ist, da diese über keine Ausbildung verfügt und auch kein Einkommen hat, sollte eine einvernehmliche Einigung angestrebt werden.

Sie sollten daher mit Ihrer Frau eine vertragliche Regelung in Betracht ziehen, dass diese auf Zugewinnausgleichsansprüche verzichtet; Sie diese aber im Gegenzug von Ansprüchen der Banken freistellen. Unter Umständen kann auch erreicht werden, dass Ihre Frau ohnehin aus einer Haftung von den Banken entlassen wird, da die Frau ohne Ausbildung und Erwerbstätigkeit keine Zahlungen leisten könnte.

Nicht unberücksichtigt bleiben darf Ihre Unterhaltsverpflichtung gegenüber den Kindern und der Frau.

Es müssen daher für Ihre Frage letztlich die Gesamtumstände in Betracht gezogen werden. Ob das Haus fertig gebaut werden soll, wird demnach auch davon abhängen, wieviel Unterhalt Sie zahlen müssten und ob eine vertragliche Regelung, die sich hier unbedingt anbietet getroffen werden kann.


Mit freundlichen Grüßen

Rechtsanwältin

Sylvia True-Bohle

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