Willkommen beim Original und Testsieger.
Online seit 2004, mit über 140.000 Fragen & Antworten. 
00.000
Bewertungen
0,0/5,0
Günstige Rechtsberatung für alle.
Anwalt? Mitmachen
1
 
Frage stellen
an unsere erfahrenen Anwälte.
Jetzt auch vertraulich
Frage stellen
einem erfahrenen Anwalt
Jetzt auch vertraulich
2
 
Preis festlegen
Sie bestimmen, wieviel Ihnen die Antwort wert ist.
Preis festlegen
Sie bestimmen die Höhe selbst
3
Antwort in 1 Stunde
Sie erhalten eine rechtssichere
Antwort vom Anwalt.
Antwort in 1 Stunde
Rechtssicher vom Anwalt
Jetzt eine Frage stellen

Hausarzt erkennt Blinddarmdurchbruch nicht !

| 13.01.2014 10:44 |
Preis: ***,00 € |

Medizinrecht


Beantwortet von

Rechtsanwalt Martin P. Freisler


Zusammenfassung: Arzthaftung, Ärztlicher Behandlungsfehler bei Blinddarmverdacht, Ansprüche auf Schadensersatz und Schmerzensgeld

Sehr geehrte Damen und Herren,
mein Sohn erleidet am Montag abend einen Blinddarmdurchbruch (nach Aussage des später operierenden Arztes). Wegen der heftigen Bauchschmerzen gehen wir nichts ahnend am nächsten Morgen zum Hausarzt. Dieser untersucht ihn unzulänglich und stellt dann eine Fehldiagnose. Er tippt auf eine virusbedingte Darmerkrankung und meint dazu, dass mein Sohn nicht ins Krankenhaus gehen müsse. Stattdessen erhält er vom Hausarzt eine Infusion. Er selbst habe vor einigen Tagen ähnlich Beschwerden gehabt. Wir glauben an die Diagnose des Hausarztes und gehen am Dienstag wieder nach Hause und hoffen auf das Abklingen der Schmerzen. Doch die heftigen Bauchschmerzen halten weiter an. Am Donnerstag wird der Hausarzt noch einmal telefonisch kontaktiert. Mein Sohn möchte am Freitag ins Krankenhaus. Der Hausarzt stimmt zu. Am Freitag abend kommt es endlich nach einer Reihe von Untersuchungen tagsüber im Krankenhaus (zuletzt Bauch-Endoskopie) zur lebensrettenden Operation. Eine Bauchspülung erfolgt und 40 cm Darm müsssen entfernt werden. Mein Sohn landet für drei Tage auf der Intensivstation. Bauchfellentzündung und beginnende Sepsis klingen wieder ab.
Mein Sohn ist über dem Berg.
Wegen des Versagens des Hausarztes konnte mein Sohn erst drei Tage später operiert werden. Eine akut lebensgefährliche Situation war nach den drei unnütz vergangenen Tagen eingetreten. Drei Tage und Nächte voller Schmerz und Ungewißheit. Mein Sohn konnte während dieser Zeit nichts essen und kaum etwas trinken. Ein guter Hausarzt hätte ihn wenigstens noch am Dienstag ins Krankenhaus geschickt. Wir unterstellen dem Hausarzt, der ansonsten ein netter Mensch ist, einen schweren Fehler, einhergehend mit ärztlicher Betriebsblindheit und unzureichender Sorgfalt in seiner Diagnosestellung.
Frage1:
Wie beurteilen Sie aufgrund der Kurzschilderung die Aussichten auf Schmerzensgeld für
die unnötig vergangenen drei Tage?
Frage2:
Wie hoch ungefähr könnte ein Schmerzensgeld hierfür ausfallen ?

Vielen Dank und mit freundlichen Grüßen
L.K.

-- Einsatz geändert am 13.01.2014 10:48:36

Sehr geehrter Fragesteller,

aufgrund Ihrer Schilderungen beantworte ich Ihre Frage in einer ersten rechtlichen Einschätzung wie folgt:

Sofern ein medizinischer Sachverständiger unter Auswertung des Behandlungsverlaufs bestätigt, dass die unterlassene Abklärung der Bauchschmerzsymptomatik fehlerhaft gewesen war, d.h. nicht dem zu fordernden fachärztlichen Standard entsprochen hat, bestehen Ansprüche auf Ersatz der dadurch eingetretenen materiellen und immateriellen Schäden.

Je nach Art und Umfang der tatsächlich durch den Hausarzt erfolgten Befunderhebungen und deren Ergebnisse käme aufgrund Ihrer Schilderung insbesondere ein sog. Befunderhebungsfehler in Betracht. Dieser führt dann zu einer Haftung, wenn etwa aufgrund der Symptomatik ein Verdacht auf einen Blinddarmdurchbruch nahe gelegen hat; dieser Verdacht durch die erfolgten Untersuchungen aber nicht ausgeschlossen werden konnte. Denn dann wäre der Arzt verpflichtet gewesen, diesen Verdacht zunächst weiter abzuklären bzw. eine engmaschige Überwachung einzuleiten, d.h. hier wohl zumindest eine stationäre Aufnahme.

Zudem kommen Ansprüche in Betracht, wenn die Aufklärung des Hausarztes nicht sachgerecht gewesen war, etwa hinsichtlich der Risiken oder des weiteren Verlaufs.

Beides bedarf jedoch einer entsprechend eingehenden medizinischen und rechtlichen Prüfung und Auswertung des Behandlungsverlaufs/Patientenunterlagen bzw. sachverständigen Bestätigung.

Die Höhe eines Schmerzensgeldes richtet sich immer nach den konkreten Umständen des Einzelfalles, d.h. der erlittenen Schmerzen und Beeinträchtigungen sowie deren Folgen und voraussichtliche weitere Entwicklung.

Im Falle eines nicht rechtzeitig erkannten Darmdurchbruches werden Schmerzensgelder zwischen 3.000,00 – 5.000,00 € (z.B. OLG Düsseldorf, VersR 2004, 1563 ) für „einfachere" Verletzungsbilder / Schmerzen, bzw. ca. 20.000,00 € - 40.000,00 € im Falle von schwerwiegenden Verläufen mittels Sepsis, längerfristiger Beatmung, Resektionen des Darms, mehrfache Nachfolgeoperationen ausgeurteilt (z.B. OLG München, Urteil v. 06.12.2007 – 1 U 4232/07 ; OLG Hamm, OLGR 2000, 322 ).

Ich hoffe, Ihnen mit meinen Ausführungen eine erste rechtliche Orientierung geben zu haben. Bitte haben Sie Verständnis dafür, dass eine abschließende rechtliche Bewertung Ihres Problems die Kenntnis des vollständigen Sachverhaltes erfordert. Im Rahmen dieses Forums können sich die Ausführungen aber ausschließlich auf Ihre Schilderungen stützen, und somit nur eine erste anwaltliche Einschätzung darstellen.

Ich empfehle Ihnen daher, einen Rechtsanwalt Ihres Vertrauens zu beauftragen, sofern Sie eine abschließende Beurteilung erhalten möchten. Bitten beachten Sie, dass dabei weitere Kosten anfallen.

Gerne stehe auch ich Ihnen bei der weiteren Durchsetzung Ihrer Interessen zur Verfügung. Sollten Sie dies wünschen, können Sie sich jederzeit - gerne auch per eMail - mit mir in Verbindung setzen.

Ich verbleibe mit freundlichen Grüßen

Rückfrage vom Fragesteller 14.01.2014 | 16:00

Sehr geehrter Herr Rechtsanwalt,
können die Kosten für einen Sachverständigen und für den Rechtsanwalt geltend gemacht werden?

Antwort auf die Rückfrage vom Anwalt 14.01.2014 | 16:06

Diese Kosten sind Teil der materiellen Schadenspositionen bzw. Kosten der Rechtsverfolgung.

Im Falle eines Obsiegens sind diese Kosten zu erstatten; eine quotale Erstattung erfolgt bei teilweisem Obsiegen.


Mit freundlichen Grüßen

Martin P. Freisler
Rechtsanwalt

Bewertung des Fragestellers 06.02.2014 | 07:56

Hat Ihnen der Anwalt weitergeholfen?

Wie verständlich war der Anwalt?

Wie ausführlich war die Arbeit?

Wie freundlich war der Anwalt?

Empfehlen Sie diesen Anwalt weiter?

"Antwort war zu allgemein. Ich hatte den Eindruck, dass der Antworttext teilweise zusammenkopiert sein könnte."
Stellungnahme vom Anwalt:
Sehr geehrter Fragesteller,

Ihre Bewertung und deren Begründung veranlasst mich zu dem Hinweis, dass mangels Kenntnis der konkreten Patientendokumentation sowie dem Behandlungsverlauf zwar keine konkreteren "Vermutungen" zu einem möglichen Ausgang eines arzhaftungsrechtlichen Verfahren - nach entsprechender sachverständigen Beweisaufnahme und Anhörungen - erfolgen konnten; dies ist seriös auch nur äußert selten zu Beginn eines arzthaftungsrechtlichen Verfahrens möglich. Deshalb erfolgten konkrete Hinweise dazu, auf welche Umstände sich explizit gestützt werden sollte.

Zudem hatte ich die in Ihrem Fall bestehenden Rahmen für eine Schmerzensgeldbemessung aufgezeigt; die dabei von mir zitierten Fundstellen sind benannt.

Auch hinsichtlich Ihrer Nachfrage war eine konkretere Beantwortung sicherlich nicht möglich.

Sie sollten daher Ihre Bewertung und Begründung noch einmal überdenken.


Mit freundlichen Grüßen

Martin P. Freisler
Rechtsanwalt
Fachanwalt für Medizinrecht
FRAGESTELLER 06.02.2014 3/5,0
Durchschnittliche Anwaltsbewertungen:
4,6 von 5 Sternen
(basierend auf 78757 Bewertungen)
Aktuelle Bewertungen
5,0/5,0
Die Antwort erfolgte noch am selben Tag und hat mir sehr geholfen. ...
FRAGESTELLER
5,0/5,0
Vielen Dank für die schnelle Beratung. ...
FRAGESTELLER
5,0/5,0
Schnelle Beantwortung - auch der Rückfrage. Perfekt. ...
FRAGESTELLER