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Hausanteile erben

22.09.2009 17:37 |
Preis: ***,00 € |

Erbrecht


Beantwortet von

Rechtsanwalt Andreas Schwartmann


Guten Tag,

unsere Mutter ist vor 3 Wochen tödlich verunglückt. Wir sind 4 (Erwachsene) Kinder, unsere Eltern haben 2 Häuser, die beide auf die Eltern geschrieben waren. Nun erben wir die Anteile aus der Hälfte der Mutter.

1. Wie hoch sind diese Anteile für jeden ? Soviel ich weiss geht die Hälfte auf den Vater, und der Rest auf die Kinder, also Vatrer 75%, kinder jeweils 6,25 %, ist das korrekt ?

2. Wie ist das mit Grundbuch ? Werden alle mit ihren Anteilen in beide Grundbücher eingetragen, oder kann man das untereinander völlig frei regeln wie man will, oder wird da was gesetzlich aufgezwungen ?

3. Was passiert wenn jemand eine Erbausschlagung machen würde, wird dann so aufgeteilt wie wenn nur 3, 2 usw. Kinder da wären ?

4. Spielt das irgend eine Role ob die Kinder in den Häuser gewohnt haben oder nicht, ob sie Miete bezahlt haben, sich an den Arbeiten beteiligt haben etc. ?

Nun zu der Bank, da sind noch auf beiden Häuser Kredite, die die Eltern (zum Teil aus der Miete) bezahlt haben.

5. Wen kann die Bank evtl. zu welchen Zahlung an Krediten verpflichten ? Nur diejenigen gemäß ihren Anteilen die ins Grundbuch eingetragen werden ?

6. Wie kann man sich am besten schwarz auf weiss einen Überblick über die Kreditsituation verschaffen, da der Vater das irgendwie nicht konkret gesagt hat. Ist die Bank gegenüber der Kinder auskunftspflichtig ? Was sollte man dabei beachten ?

Vielen Dank schon mal im vorraus.



Sehr geehrter Ratsuchender,

vielen Dank für Ihre Anfrage, die ich auf der Basis Ihrer Angaben gerne wie folgt beantworten darf:

ad 1)

Sofern Ihre Eltern im gesetzlichen Güterstand der Zugewinngemeinschaft gelebt haben, erbt Ihr Vater die Hälfte des Nachlasses Ihrer Mutter, die vier Kinder erben die restliche Hälfte zu gleiche Anteilen, also jeweils zu 1/8. Gemeinsam bilden Sie eine Erbengemeinschaft.

ad 2)

Das bedeutet aber nicht, dass jedes Kind nun 1/16 jedes Hauses erbt und mit diesem Anteil im Grundbuch eingetragen wird:

Im Grundbuch werden die Eigentumsanteile Ihrer Mutter an den beiden Häuser nun auf die Erbengemeinschaft als Ganzes überschrieben, wenn ein entsprechender Erbschein vorgelegt wird. Es verhält sich also nicht so, daß etwa Sie nun mit 1/16 Eigentum im Grundbuch eingetragen werden, sondern im Grundbuch werden also Ihr Vater zu 50% und die Erbengemeinschaft nach Ihrer Mutter zu 50% stehen.

ad 3)

Bei einer Erbausschlagung eines Miterben treten dessen Kindern an seine Stelle - gibt es keine Kinder, erhöht sich der Anteil der übrigen Erben entsprechend. Nach außen hin tritt die Erbengemeinschaft aber weiterhin als Gesamtheit auf - die Höhe der einzelnen Anteile ist nur im Innenverhältnis von Belang, wenn also etwa die Häuser verkauft werden.

ad 4)

Ob die Kinder in den Häusern gewohnt haben und sich ggf. an Kosten beteiligt haben spielt für die Höhe des Erbes bzw. der Beteiligung an der Erbengemeinschaft keine Rolle.

ad 5)

Mit Eintragung ins Grundbuch haftet die Erbengemeinschaft nun zu 50% für etwaige Belastungen. Zudem haften die Erben natürlich für etwaige Schulden des Erblassers, also der Mutter. Für die Bank bedeutet dies, dass Sie sich nun an jeden Erben halten kann, um etwaige Kredite einzufordern. Wenn also z.B. der Vater und 3 Kinder ohne geregeltes Einkommen sind, kann sich die Bank durchaus an denjenigen Erben halten, der über das meiste Vermögen bzw. ein entsprechendes Einkommen verfügt: Jeder Erbe haftet nicht in Höhe seines Anteils, sondern nach außen hin in voller Höhe. Lediglich im Innenverhältnis besteht dann gegenüber den anderen Miterben ein entsprechender Ausgleichsanspruch.

ad 6)

Die Bank ist gegenüber den Erben zur Auskunft verpflichtet. Oft verlangt die Bank jedoch erst einen Erbschein zum Nachweis der Erbeneingeschaft, bevor sie Auskunft erteilt. Der Nachteil: Ist der Erbschein erst einmal erkannt, ist das Erbe damit angetreten und eine Ausschlagung nur noch schwerlich möglich. Daher gilt es derzeit zunächst Auskunft über etwaige Verbindlichkeiten ohne Vorlage eines Erbscheins zu erlangen. Wenn Ihr Vater die Kredite gemeinsam mit Ihrer Mutter aufgenommen hat, steht ihm der Auskunftsanspruch auch ohne Erbschein zu, denn er ist ja dann ohnehin schon immer Vertragspartner der Bank gewesen. Erteilt die Bank Ihnen also keine Auskunft, sollte Ihr Vater diesen Anspruch gegenüber der Bank geltend machen.

Ich hoffe, Ihnen mit meiner Antwort geholfen zu haben und stehe Ihnen für Rückfragen und die weitere Vertretung selbstverständlich gerne zur Verfügung.

Bei Bedarf kontaktieren Sie mich bitte unter <info@rechtsanwalt-schwartmann.de> oder telefonisch unter 0221-3559205.

Mit freundlichen Grüßen

A. Schwartmann
Rechtsanwalt




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