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Hausanteil an Mutter verschenken

| 25.07.2015 21:23 |
Preis: ***,00 € |

Erbrecht


Beantwortet von

Rechtsanwalt Andre Jahn, LL.M. (US)


Zusammenfassung: Schenkungssteuer bei Grundstücksübertragung von Kindern an die Eltern.

Guten Tag, ich (Sohn) habe mit meiner Mutter gemeinsam ein Haus geerbt. Ich möchte meinen Anteil gern meiner Mutter schenken, die auch im Haus lebt, da ich das Haus nicht benötige. Besteht diese Möglichkeit und muss meine Mutter oder ich dafür Schenkungssteuer bezahlen? Kann ich einen Hinweis auf voraussichtliche Kosten bekommen?

Einsatz editiert am 26.07.2015 11:41:33

Sehr geehrte Fragestellerin,

gerne beantworte ich Ihre Frage auf der Basis des gegebenen Sachverhaltes wie folgt, wobei ich unterstelle dass Sie und ihre Mutter beide einen inländischen Wohnsitz haben:

Ob Schenkungssteuer anfällt, hängt vom Wert des verschenkten Gegenstandes ab. Anscheind besteht momentan entweder noch eine Miterbengemeinschaft zwischen Ihnen und ihrer Mutter oder bereits eine Miteigentümergemeinschaft, beides je zur Hälfte, - nehme ich an. Es geht also darum ihren hälftigen Anteil unentgeltlich an ihre Mutter zu übertragen.

Bei der Schenkungssteuer sind Eltern Steuerklasse II (§ 15 ErStG). Weil Übertragungen von Kindern auf die Eltern deutich seltener sind als von Eltern auf die Kinder, gilt hier nur ein sehr geringer Freitbetrag von €20.000,- (§ 16 Abs.1 Ziff. 5). Es greifen auch keine weiteren Befreiungen etwa für die Übertragung von Familienheimen unter Ehegatten (§13 Abs.1 Ziff.4a bis 4c) oder für vermietete Grundstücke(§13c ErbStG) ein.

Auf denjenigen Wert des Anteils an der Miterben/Miteigentümergemeinschaft, den sie an ihre Mutter übertragen, der diesen Freitbetrag von € 20.000,- übersteigt, finden dann progressive Steuersätze Anwendung (§19 ErbStG): bis €75.000,-> 15%; bis €300.000,-> 20% bis €600.000,-> 25%.

Grunderwerbssteuer fällt dagegen nicht (§3 Abs.1 Ziff. 2 GrdErwbStG); dafür aber Notarkosten, die auch vom Gegenstandswert, als vom Wert des verschenkten Anteils, abhängen. Diese lassen sich auch nicht vermeiden, da Grundstücksschenkungen in Dtl. notariell zu beurkunden sind.

Um auszurechnen, was das für Sie in Zahlen heißt, muss man den Verkehrswert des Grundstücks und des Gebäudes kennen.

Mit freundlichen Grüßen
Ra. Jahn LL.M.

Nachfrage vom Fragesteller 27.07.2015 | 09:26

Sehr geehrter Herr Jahn,

wenn ich Sie richtig verstehe, wäre es preiswerter, wenn ich den Anteil am Haus an meine Mutter einfach verkaufe. Ich kann doch dann den Kaufpreis, natürlich nicht unter dem Wert, selbst festlegen. Wir nutzen ja derzeit das Haus gemeinsam und keiner zahlt Miete.

Antwort auf die Nachfrage vom Anwalt 27.07.2015 | 10:38

Sehr geehrte Fragestellerin,

wenn keine Schenkung vorliegt, weil ihre Mutter eine Gegenleistung erbringt, indem sie einen Kaufpreis zahlt, der auch ungefähr marktgerecht ist, fällt auch keine Schenkungssteuer an. Grunderwerbssteuer fällt auch dann nicht an, aufgrund der geradlinigen Verwandtschaft (§ 3 Ziff 6 GrdEStG).

Evtl. steht ihrer Mutter auch ein etwas höherer Freibetrag zu (§13 Abs.1 Ziff.6), dazu müsste aber entweder ihrer Mutter erwerbsunfähig sein, sie sich um jemanden kümmern, der mit ihr zusammenlebt und erwerbsunfähig ist oder noch eine Ausbildung macht. Das würde aber auch nur dazu führen, dass das Gesamtvermögen ihrer Mutter solagen steuerbefreit bleibt, solange es insgesamt nicht mehr als € 41.000,- beträgt.

Ob ein Kauf "preiswerter" ist? Das Geld bleibt in der Familie, mehr lässt sich ohne Zahlenkenntnis leider nicht sagen.

MIt freundlichen Grüßen
Ra. Jahn

Ergänzung vom Anwalt 27.07.2015 | 01:34

Schulder der Schenkungssteuer sind Schenker und Beschenkter als Gesamtschuldner. Das heißt, dass das Finanzamt die Schenkungssteuer nur einmal einfordern darf, aber selbst entscheiden kann, ob es sich dabei an Sie oder ihre Mutter richtet. In der Praxis werden die meisten Bescheide zunächst nur an den Beschenkten gerichtet.

Bewertung des Fragestellers 29.07.2015 | 17:35

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"Eine sehr schnelle und kompetente Antwort. Vielen Dank Herr Dr. Jahn. Immer zu empfehlen."
Stellungnahme vom Anwalt:
Oh, danke, es ehrt mich ja, aber eh mich hier Dritte des Missbrauchs von Titeln bezichtigen, möchte ich klarstellen, dass ich keinen deutschen Dr.-Titel führe sondern einen US-Mastertitel. Schmunzel, schmunzel.
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