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Haus vermietet an Ehemann gleicher Hausstand kann es steuerlich abgesetzt werden?

| 23. März 2021 18:00 |
Preis: ***,00 € |

Steuerrecht


Beantwortet von


in unter 2 Stunden

Suchen dringend steuerrechtlichen Rat in Bezug für unsere Einkommensteuererklärung 2019

Was ist die Sachlage?
Wir (Ehemann und Ehefrau) haben im Jahr 2016 gemeinsam ein Reihenhaus gekauft. Im Mai 2019 wurde die 1/2 (Ehemann) an die Ehefrau übertragen (per Notar). Somit ist die Ehefrau 100% Inhaberin des Objekt. Seit Juni 2019 hat die Ehefrau das Objekt an den Ehemann vermietet inkl. Mietvertrag, regelmäßige Mietzahlung usw. Die Steuerklärung 2019 wurde in "Gemeinsamer Veranlagung" durchgeführt. In der Erklärung 2019 wurde angegeben das Objekt vermiete zu haben an den Ehemann inkl. Angaben der Mieteinahmen, Ausgabe, Abschreibungen usw. Im Haus selber leben Ehemann/Ehefrau + Kind.

Was wurde vom FA gemeldet?
Das Finanzamt möchte nun verstehen warum wir dies gemacht haben und ob alle beteiligte im Haus selber wohnen? Ob wir zusammen noch leben? Wieso der Mietvertrag? Warum zahlt der Eheman Miete an die Ehefrau? Am Ende dachten die Ehefrau an die Steueroptimierung wegen AFA Abschreibung und das Absetzen von Zinskosten, Reparatur usw. Das Finanzamt möchte die Sachlage nicht akzeptieren (nicht berücksichtigen) und sieht hier ggf. sogar Geltuntsmissbrauch des §42 AO vor

Unsere Frage?
- Wie ist die Lage allgemein einzuschätzen?
- Sollten wir Einspruch einlegen oder es so akzeptieren (Sprich raus nehmen aus der Erklärung 2019)?

Vielen Dank!

23. März 2021 | 18:41

Antwort

von


(537)
Alte Schmelze 16
65201 Wiesbaden
Tel: 0611-13753371
Web: http://deutschland-schulden.de
E-Mail:

Sehr geehrte/r Fragesteller/in,

bei einer Vermietung unter nahen Angehörigen gilt der Grundsatz, dass solche Vertragsverhältnisse einem Fremdvergleich standhalten müssen.

Es ist hier bei angemessenem Mietzins und der tatsächlichen Durchführung des Mietverhältnisses auch möglich, dass solche Verträge steuerlich anerkannt werden.

Bei der Vermietung von Gewerberäumen an den Ehepartner oder einer Zweitwohnung aus beruflichen Gründen (BFH Urteil v. 11.3.2003, IX R 55/01), ist dies möglich soweit die Miete dem ortsüblichen entspricht.

Bei einer Vermietung des Hauses in dem die Familie gemeinsam lebt wird dies aber regelmäßig sowohl an einem Fremdvergleich, als auch einer ernsthaften Durchführung und den unterhaltsrechtlichen Besonderheiten unter Ehegatten scheitern.

So hat das Finanzgericht Düsseldorf ( Urteil vom 25.06.2010 – 1 K 292/09) unter anderem festgestellt, dass es..

Zitat:
"an der tatsächlichen Durchführung eines Mietvertrages fehlt es, soweit der Vermieter dem Mieter die Wohnung nicht zur Nutzung überlässt oder - soweit dies nicht auf Zahlungsunfähigkeit oder Streitigkeiten über die Ansprüche beruht - die Miete nicht gezahlt wird oder nicht endgültig in das Vermögen des Vermieters übergeht, sondern der Vermieter dem Mieter z.B. die Miete im Vorhinein zur Verfügung stellt oder sie nach dem Eingang alsbald wieder an den Mieter zurückzahlt, ohne dazu aus anderen Rechtsgründen verpflichtet zu sein (BFH-Urteil vom 17.12.2002, IX R 23/00, BFH/NV 2003, 612, BFH-Urteil vom 28.01.1997 IX R 23/94, BStBl II 1997, 655). Kleinere Unregelmäßigkeiten bei der Zahlung der Miete stehen hingegen selbst bei Angehörigenmietverträgen der steuerlichen Anerkennung nicht entgegen.
Im Streitfall ist der Senat nicht davon überzeugt, dass die von der Klägerin monatlich überwiesene Miete in Höhe von 420 EUR endgültig in das Vermögen des Klägers übergegangen ist. Vielmehr ist der Senat zu der Überzeugung gelangt, dass der Kläger der Klägerin die Miete nach Eingang alsbald wieder zurückgezahlt hat, ohne dazu aus anderen Rechtsgründen verpflichtet zu sein."


Bei einem Fremdvergleich würde hier allenfalls eine Untermiete oder eine Vermietung eines einzelnen Zimmers in Betracht kommen, niemand würde eine ortübliche Miete für ein Einfamilienhaus zahlen wenn sich dieses mit dem Vermieter teilen müsste. Dann wäre die Miete aber deutlich geringer und es stünde hier im Raum, dass auch auf lange Sicht keine Gewinnerzielungsabsicht mehr vorliegt da die Afa höher ist als die Miete.

Es stellt sich aus Sicht des Finanzamtes dann auch die Frage nach der tatsächlichen Durchführung. Je nach Einkommen der Ehefrau müsste sichergestellt sein, dass die Mietzahlungen auch ausschließlich in deren Vermögen verbleiben und nicht wieder über Umwege an den Ehemann zurückfließen oder zumindest plausibel ist, dass die Ehefrau sich allein unterhalten kann.

Auch wenn man über die ersten beiden Punkte vielleicht noch hinweg kommen könnte wird das Ganze letztlich daran scheitern, dass auf diese Art und Weise die Erfüllung der Unterhaltspflichten der Ehefrau steuerlich abgesetzt werden und dies nicht zulässig ist. Hierfür gibt es das Instrument des Ehegattensplittings, damit soll den steuerlichen Vorteilen Rechnung getragen werden.

Es ist daher leider nicht möglich den gemeinsamen Familiensitz steuerlich absetzen zu können, dies wäre allenfalls noch denkbar wenn die Eheleute sich getrennt haben und nur noch vorübergehend zusammen wohnen. Bei einer intakten Ehe wird dies aber nicht möglich sein weil dies eine Umgehung der Unterhaltspflichten darstellt.

Ich hoffe damit Ihre Frage trotz der nicht erhofften Antwort zumindest inhaltlich zufriedenstellend beantwortet zu haben und wünsche Ihnen noch einen schönen Abend.

Mit freundlichen Grüßen,
RA Fabian Fricke




Bewertung des Fragestellers 23. März 2021 | 19:37

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