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Haus überschreiben/Auszahlung der Tochter

22.05.2007 15:31 |
Preis: ***,00 € |

Erbrecht


Beantwortet von


16:15

Wir sind vier Geschwister. Beim Tod des Vaters 1984 haben drei volljährige Geschwister auf ihren Erbteil(Anteil am Haus, in dem die Mutter und ein Sohn wohnt) verzichtet. Für die damals minderjährige Tochter wurde ein 25%Anteil am Haus im Grundbuch eingetragen. Nun möchte die Mutter das Haus dem bereits mit ihr wohnenden Sohn überschreiben.
Was geschieht dann mit dem 25% Anteil der Tochter? Was muss sie ausgezahlt bekommen? Kann die Mutter die Beträge, die sie der Tochter in den letzten Jahre geschenkt hat von dem Anteil am Haus der Tochter abziehen, obwohl es sich um den Erbanteil des Vaters handelt?
Kann die Mutter das Haus ohne Einwilligung der Tochter verkaufen, wenn sie es nicht dem Sohn überschreibt?

22.05.2007 | 15:46

Antwort

von


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Sehr geehrte Fragestellerin,

den von Ihnen geschilderten Sachverhalt verstehe ich so, dass im Grundbuch derzeit Mutter und Tochter als Eigentümer des Hauses eingetragen sind, und zwar die Mutter zu 3/4 und die Tochter zu 1/4.

Somit kann über das Haus nur verfügt werden, wenn beide Miteigentümer sich einig sind. Sowohl eine notarielle Schenkungsurkunde als auch ein notarieller Kaufvertrag müsste von beiden gemeinsam unterschrieben werden.

Es stellt sich also die Frage, unter welchen Voraussetzungen die Tochter bereit wäre, ihren Anteil herzugeben bzw. an einer Schenkung oder an einem Verkauf mitzuwirken. Üblicherweise würde dies durch Auszahlung des Zeitwertes erfolgen, also durch Auszahlung von 25% des aktuellen Verkehrswertes.
Eine Anrechnung von früheren Schenkungen kommt nicht in Betracht, wenn die Tochter damit nicht einverstanden ist. Selbstverständlich könnte die Tochter sich mit einer solchen Anrechung freiwillig einverstanden erklären oder ihrem Bruder ihren Anteil freiwillig schenken, aber verpflichtet ist sie dazu nicht.

Ich hoffe, ich konnte Ihnen eine erste Orientierung geben.

Mit freundlichen Grüßen

Karin Plewe
Rechtsanwältin

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Rechtsanwältin Karin Plewe
Fachanwältin für Familienrecht, Fachanwältin für Erbrecht

Rückfrage vom Fragesteller 22.05.2007 | 16:06

Vielen Dank! Noch eine kurze Nachfrage:
Hat die Tochter auch eín Recht auf vorzeitige Auszahlung des Anteils, wenn es noch nicht zu einer Schenkung oder zu einem Verkauf gekommen ist?

Antwort auf die Rückfrage vom Anwalt 22.05.2007 | 16:15

Sehr geehrte Fragestellerin,

die Tochter kann eine Auszahlung nicht vorzeitig verlangen. Sie kann jedoch eine Teilungsversteigerung zur Aufhebung der Miteigentumsgemeinschaft beantragen. Da dies im Regelfall sehr ungünstig für alle Beteiligten ist, wird man sich dann auf eine "freiwillige" Auszahlungslösung verständigen müssen.

Mit freundlichen Grüßen

Karin Plewe
Rechtsanwältin

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