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Haus mit falschen Baujahr gekauft


| 08.09.2006 13:12 |
Preis: ***,00 € |

Mietrecht, Wohnungseigentum


Beantwortet von

Rechtsanwalt Guido Matthes



Wir haben vor drei Tagen ein Haus gakauft : laut Makler Baujahr 1996 wir haben dann gestern die Bauzeichungen etc bekommen durch die wir nun rauslesen konnten, das das Haus bereits 1990 gebaut worden ist , 1992 wurde angebaut , 1996 wurde es zum zweifamilien Háus umgebaut uns wurde davon aber nichts erzählt .
Jetzt stehen wir da haben bereits den Kaufvertrag beim Notar unterschrieben und die Bankzusage haben wir auch . Wir möchten das Haus auch gerne behalten was steht uns als Entschädigung zu wir sind schließlich um 6 Jahre belogen worden - das ist doch Betrug - der Makler muß uns doch entgegenkommen oder haben wir keine Möglichkeit dagegen anzukommen.
Danke
Sehr geehrte(r) Fragesteller(in),

zu Ihrer Frage hat das OLG Hamm mit Urteil vom 22.04.1999 (Az.:
22 U 70/98, veröffentlicht OLG Report Hamm 2000, 6) entschieden:

"Die Angabe des Baujahrs im Exposé eines Maklers ist in aller Regel Objektbeschreibung und stellt keine Zusicherung einer bestimmten Eigenschaft dar. Dem Käufer steht daher wegen der unrichtigen Angabe des Baujahres kein Schadensersatzanspruch aus § 663 Satz 1 BGB zu.

Dem Käufer kann jedoch ein Recht zur Minderung des Kaufpreises oder Wandelung zustehen, wenn ein Mangel vorliegt. Das Baujahr eines Hauses ist eine wertbildende Eigenschaft, da es Indikator für die restliche Nutzungszeit und ein den Wert des Grundstücks bestimmender Faktor ist. Gibt der Verkäufer bzw. der vermittelnde Makler als Baujahr 1940 an und wurde das Haus bereits um 1900 errichtet, ist darin in der Regel ein Mangel zu sehen.

Zum Nachweis des Mangels darf sich der Käufer jedoch auf die Angabe des tatsächlichen Baujahres beschränken, wenn der Verkäufer dem entgegen hält, dass das ursprüngliche Gebäude nach dem von ihm angegebenen Baujahr (1940) durch umfangreiche Erweiterungs-, Erneuerungs- und Modernisierungsarbeiten "neu aufgebaut" wurde. In diesem Fall ist der Käufer darlegungs- und beweispflichtig, in welchem Umfang die von ihm erworbene Bausubstanz noch aus der Zeit der erstmaligen Errichtung oder jedenfalls aus einer Zeit stammt, die vor dem angegebenen Baujahr liegt."

In Ihrem Fall beträgt die Abweichung der Baujahr nur sechs Jahre. In dieser Zeit zwischen 1990 und 1996 haben sich die Baustandards nicht wesentlich verändert, so dass zweifelhaft ist, ob sich die wertbildenden Faktoren geändert haben. Wenn dies nicht der Fall ist, liegt kein Mangel vor und sie können keine weiteren Gewährleistungsrechte geltend machen. Die wertbildenden Faktoren letztlich nur ein Sachverständiger beurteilen.

Ich hoffe, Ihnen mit meiner Frage geholfen zu haben.

Mit freundlichen Grüßen

Matthes
Rechtsanwalt
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