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Haus bei Scheidung

12.01.2008 12:08 |
Preis: ***,00 € |

Familienrecht


Beantwortet von


in unter 2 Stunden
Sehr geehrte Damen und Herren,

meine Frau und ich wollen uns nach 5 Jahren Ehe scheiden lassen. Dabei streben wir beide eine gütige Regelung hinsichtlich unseres gemeinsamen Vermögens an. Hierzu habe ich folgende Frage:

Wir haben uns bereits vor 7 Jahren (vor Eheschließung) gemeinsam ein Haus gekauft - beide stehen je zur Hälfte im Grundbuch. Nun würde ich gerne das Haus behalten (eine Zustimmung der Bank sollte kein Problem sein) und wir wollen wissen, wie sich der Ausgleich aus dem Wert des Hauses (250.000 Euro) und dem ausstehendem Darlehensbetrag (213.000 Euro) berechnet. Die monatlichen Zinsen belaufen sich auf 830 Euro (ohne Tilgung).

Muss ich bei diesen "Eckdaten" noch Zahlungen an meine Frau leisten oder werden die Zinsen dem inzwischen abbezahlten Hauswert gegen gerechnet?

Mit freundlichen Grüßen
12.01.2008 | 13:26

Antwort

von


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Sehr geehrter Fragesteller,

vielen Dank für Ihre Anfrage, die ich im Rahmen einer Erstberatung unter Berücksichtigung Ihres Einsatzes beantworte. Bitte haben Sie zunächst Verständnis dafür, dass durch Weglassen oder Hinzufügen weiterer Sachverhaltsangaben Ihrerseits die rechtliche Beurteilung anders ausfallen kann. Eine Beratung innerhalb dieses Forums stellt nur eine erste rechtliche Orientierung dar und kann den Gang zu einem Rechtsanwalt vor Ort im Zweifel nicht ersetzen. Nach Ihren Angaben führe ich wie folgt aus:


Ihre Frage richtet sich nach dem Zugewinnausgleich. Aufgrund Ihrer Schilderung gehe ich davon aus, dass es sich bei dem gemeinsamen Haus um den wesentlichen Vermögenswert handelt.
Der Zugewinn ist der Betrag, um den das Endvermögen (Zeitpunkt Ende Ehezeit) eines Ehegatten das Anfangsvermögen (Zeitpunkt Heirat) übersteigt, § 1373 BGB. Er ist für jeden Ehegatten gesondert in einer eigenen Vergleichsrechnung zu ermitteln. Aus der gesetzlichen Definition ergibt sich, dass der Zugewinn um so geringer ist, je niedriger das Endvermögen und je höher das Anfangsvermögen ist. Der Zugewinn ist lediglich eine Rechengröße, die niemals negativ sein kann, also immer mindestens Null betragen muss, da die Zugewinngemeinschaft keine Verlustgemeinschaft darstellt. Nachdem jeder Ehegatte „seinen“ Zugewinn so ermittelt hat, ist die Hälfte der Differenz dem Ehegatten zuzuschlagen, dessen Zugewinn geringer ist. Dieser hälftige Betrag ist dann der Zugewinnausgleich.
Da Sie beide bereits vor der Ehe Eigentümer des Hauses gewesen sind, bestimmt sich das Anfangsvermögen nach dem Wert des Hauses im Jahr 2001. Damit dieser Betrag dann mit dem Endvermögen zum Zeitpunkt des Endes der Ehezeit verglichen werden kann, muss dieser Betrag noch indiziert, sprich dem Lebenshaltungsindex angepasst werden. Wenn der Verkehrswert jetzt 250.000,00 € beträgt, sind hiervon die Verbindlichkeiten abzuziehen, so dass eine Differenz von 37.000,00 € verbleibt. Hiervon ist das Anfangsvermögen abzuziehen und die Differenz hälftig zu teilen. Da Sie das Haus allein übernehmen werden, wäre in Höhe dieser Differenz von Ihnen der Zugewinnausgleich an Ihre Frau zu zahlen. Allerdings übernehmen Sie ja auch im Innenverhältnis die hälftige Verpflichtung Ihrer Frau aus dem Darlehensvertrag, was vermögensrechtlich auch noch Berücksichtigung finden sollte. Hier sollten Sie einen Anwalt mit einer detaillierten Berechnung nach Vorlage sämtlicher Unterlagen und Belege beauftragen.
Die Frage etwaiger Unterhaltszahlungen an Ihre Frau ist vom Zugewinn losgelöst zu betrachten. Die von Ihnen zukünftig allein zu tragende Zinsbelastung kann in gewissem Umfang Ihre Leistungsfähigkeit vermindern. Problematisch hierbei ist, dass Sie hierdurch jedoch in „Ihr Eigentum“ investieren, was unterhaltsrechtlich dem Unterhaltsberechtigten grundsätzlich nicht entgegengehalten werden kann. Weiter ist zu berücksichtigen, dass der Ihnen unterhaltsrechtlich verbleibende Selbstbehalt von einer gewissen Mietbelastung ausgeht, Sie jedoch mietfrei wohnen, also einen Wohnwertvorteil haben. Daher ist Ihr Selbstbehalt angemessen zu verringern. Lediglich die Wohnkosten (Wohngeld etc.) werden hiernach beim Selbstbehalt berücksichtigt. Grundsätzlich ist im Einzelfall anhand der konkreten und der die Ehe prägenden Verhältnisse zu prüfen, ob und in welchem Umfang Tilgungsraten (Zinsen und Tilgung) unterhaltsrechtlich zu berücksichtigen sind.
Insgesamt ist der Zugewinn mit seinen Folgen, vor allem hinsichtlich der Wirtschaftlichkeit einer Ausgleichsverpflichtung so komplex, dass ich zu einer konkreten anwaltlichen Beratung anhand des Zahlenmaterials und der Unterlagen nur dringend raten kann.


Diese Beurteilung ist lediglich eine erste rechtliche Orientierung und basiert auf den Angaben aus Ihrer Frage. Ich hoffe, Ihnen mit der Beantwortung einen ersten Überblick gegeben zu haben und stehe im Rahmen der kostenlosen Nachfragefunktion gern für Ergänzungen sowie gegebenenfalls für die weitere Interessenwahrnehmung im Rahmen einer Mandatierung zur Verfügung. Falls Sie mich beauftragen wollen, können Sie sich bitte zunächst per Email über fea-radannheisser@gmx.de kontaktieren. Gern gebe ich Ihnen dann auch die voraussichtlich anfallenden Gebühren auf.
Wenn Sie diese Antwort im Rahmen der Bewertung beurteilen, helfen Sie mit, dieses Portal transparenter und verständlicher zu gestalten.

Mit freundlichen Grüssen und den besten Wünschen für noch das junge 2008!



gez. RA Dannheisser


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