Hilfe & Kontakt
Schnell einen Anwalt fragen:
 Antworten,  Anwaltsbewertungen
480.122
Registrierte
Nutzer
Anwalt? Hier lang

1
 
Frage Stellen
an unsere erfahrenen Anwälte.
Jetzt auch vertraulich
Frage Stellen
einem erfahrenen Anwalt
Jetzt auch vertraulich
2
 
Preis festlegen
Sie bestimmen, wieviel Ihnen die Antwort wert ist.
Preis festlegen
Sie bestimmen die Höhe selbst
3
Antwort in 1 Stunde
Sie erhalten eine rechtssichere
Antwort vom Anwalt.
Antwort in 1 Stunde
Rechtssicher vom Anwalt
Jetzt eine Frage stellen

Haus auf unbeplantem Innenbereich (Zwangsversteigerung)


| 03.09.2007 12:47 |
Preis: ***,00 € |

Baurecht, Architektenrecht


Beantwortet von

Rechtsanwalt Thomas Bohle



Ich habe vor, bei einer Zwangsversteigerung ein Grundstück mit einem kleinen Häuschen in Niedersachsen zu erwerben. Gemäß Wertgutachten hat dieses Grundstück jedoch nur 300 qm theoretisches Bauland und der Rest (2.700 qm) liegt im unbeplanten Innenbereich und wird als "Hausgarten" deklariert. Leider liegt das vorhandene Haus im unbebaubaren Teil des Grundstückes...

Zitat:
"Im Zuge der Überplanung der Nachbargrundstücke wurde das Grundstück (3.000 qm) aufgrund der Weigerung der damaligen Eigentümerin nicht mit in den Bebauungsplan aufgenommen. Somit ist das Grundstück als unbeplanter Innenbereich (§34 BauGB) ausgewiesen. Insoweit hat das vorhandene und voll erschlossene Gebäude lediglich Bestandsschutz und kann renoviert, modernisiert und erhalten werden, darf aber in seinen Abmessungen nicht verändert werden.

Gemäß §34 Abs. 4 BauGB hat die Gemeinde in der Innenbereichssatzung festgelegt, dass lediglich eine rückwärtige Baugrenze von 25 m, gemessen von der straßenseitigen Grundstücksgrenze, nicht überschritten werden darf. Die anderen Grundstücksflächen sind dem zur Folge unbebaubar."...

Daher meine 1. Frage: kann ich als neuer Eigentümer überhaupt eine neue Überplanung meines Grundstückes (oder Teile davon) bewirken oder ist das reine Willkür der Baubehörde? Falls ja, welche ungefähren Kosten würden für die Überplanung in etwa auf mich zukommen? Die Frage stelle ich mit den Hintergrund, da ich an das vorhandene und voll erschlossene Haus (nur 65 qm Wohnfläche) unbedingt 20 qm anbauen möchte.

Falls nein (2. Frage): darf ich in den ersten 25 m ab Grundstücksgrenze zur Straße hin überhaupt ein weiteres Haus bauen bzw. muss ich das andere dann abreissen (soviel ich weiß, darf ich ja nicht 2 Häuser auf ein Grundstück setzen, oder?)?

Eine eher spekulative 3. Frage wäre noch, aus welchen Beweggründen ein Eigentümer sein Grundstück indirekt selber abwertet? Als Bauland wäre das Grundstück nämlich 60 EUR/qm wert, jetzt als unbeplanter Innenbereich lediglich 5,50 EUR/qm.

Da die Zwangsversteigerung bereits in 14 Tagen ansteht, bedanke ich mich für die Mühe und die kurzfristige Beantwortung im Voraus!

Mit freundlichen Grüßen

Notfall?

Jetzt vertrauliche kostenlose Ersteinschätzung von einem erfahrenen Anwalt erhalten!

Feedback noch heute.

Kostenlose Einschätzung starten
Sehr geehrter Ratsuchender,


hier werden Sie aufgrund des Eintrages KEINE neue Überplanung erlangen können. Fraglich könnte allenfalls sein, ob ein Gespräch mit der Behörde dann zu einem anderen Ergebnis führen würde, wenn Sie ggfs. eine nachträchliche Einbeziehung in dem B-Plan ankündigen, wobei aber KEINE Verpflichtung der Behörde besteht.

Derzeit müssen Sie davon ausgehen, dass die bestehenden Abmessungen beibehalten werden müssen.


Auch Ihre zweite Frage ist nach dem derzeitigen Kenntnisstand zu verneinen, da der Bestandschutz sich nur auf die vorhandene Bebauung bezieht. Kommt es zu einem Abriss, entfällt der Bestandschutz komplett - einen zusätzlichen Neubau werden Sie kaum erstellen können; allenfalls könnte eine Grundstücksteilung da weiter helfen. Um dieses abschließend beurteilen zu können, wäre aber VORAB einsicht in die Akte der Baubehörde und ein Gespräch mit dieser notwendig.


Zur dritten Frage geben Sie die Antwort selbst: Es wäre spekulativ, hier über die Motivation der Eigentümerin zu schreiben.


Mit freundlichen Grüßen


Rechtsanwalt
Thomas Bohle

Nachfrage vom Fragesteller 04.09.2007 | 14:44

Sehr geehrter Herr Bohle,

interpretiere ich zusammenfassend Ihre Antwort richtig, wenn ich sage, dass eine Aussicht auf Erfolg maßgeblich vom Wohlwollen des Bauamtes abhängt? (Also für Normalsterbliche quasi fast gegen Null)

Falls ja, müsste ich dem Oberamtsrat also eine Menge Kekse zum Käffchen mitbringen...und dann sind die Kekse weg und ich darf wahrscheinlich trotzdem nicht anbauen...

Antwort auf die Nachfrage vom Anwalt 04.09.2007 | 14:57

Sehr geehrter Ratsuchender,


diese Interpretation ist richtig.

Kekse sollten Sie lieber nicht mitnehmen, sondern Argumente. Offenbar hat der Alteigentümer das Bauamt so richtig geärgert, so dass Sie damit argumentieren könnten, dass SIE nun auch die Vorstellungen des Bauamtes teilen und das Grundstuck in anlehungen der B-Planes gerne nutzen wollen.

ABER, und das haben Sie schon richtig erkannt: Dabei können Sie mit den berühmten Zitronen handeln, da Sie etwas Schriftliches haben müssten.

Ehrliche Meinung? Suchen Sie ein anderes Grundstück ODER versuchen Sie den Preis so zu drücken, dass es als "Schrebergarten" trotzdem noch seinen Reiz hätte.


Mit freundlichen Grüßen

Rechtsanwalt
Thomas Bohle

Bewertung des Fragestellers |


Hat Ihnen der Anwalt weitergeholfen?

Wie verständlich war der Anwalt?

Wie ausführlich war die Arbeit?

Wie freundlich war der Anwalt?

Empfehlen Sie diesen Anwalt weiter?

"Besonderen Dank für Ihre ehrliche Meinung und die damit verbundene Bekräftigung meines Gefühls, die Finger von diesem Objekt zu lassen. Da für dieses Grundstück auch noch eine Wegerrecht-Klärung und eine Eigenbedarfskündigung gegen einen Mieter anstehen, überlasse ich dieses sonst sehr idyllische Objekt lieber nerven- und finanzstärkeren Mitmenschen. Denn unnötigen Streit und Ärger versuche ich immer aus dem Wege zu gehen bzw. denen zu überlassen, die nicht anders könmnen oder die damit ihr Geld verdienen :-) "
FRAGESTELLER 5/5.0
Durchschnittliche Anwaltsbewertungen:
4,6 von 5 Sternen
(basierend auf 60078 Bewertungen)
Aktuelle Bewertungen
5,0/5,0
Ausführlich, verständlich und klar geschrieben. Sehr zufrieden. ...
FRAGESTELLER
5,0/5,0
Herr RA Vasel erschien mir sehr kompetent, da er auch bei angedachtem weiteren Verfahren meines Steuerberaters fundierte Bedenken, gerade paradoxerweise bezüglich eventuell sich daraus ergebender steuerlicher Nachteile, hatte ... ...
FRAGESTELLER
3,2/5,0
Ohne Paragraphenangabe, alles pi x Daumen, man hätte zb § 850d ZPO oder sowas erwähnen können, Frage wurde obendrein unvollständig beantwortet aber Alles in Allem eine kleine Übersicht, musste im Endeffekt trotzdem alles Nachschlagen ... ...
FRAGESTELLER