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Haus Übertrag, auszahlung an Bruder

| 19.07.2015 12:18 |
Preis: ***,00 € |

Erbrecht


Zusammenfassung: Private Veräußerungsgeschäfte und vorweggenommene Erbfolge.

Sehr geehrte Damen und Herren,
mein Vater möchte ein Haus an mich und meinen Bruder übertragen, das Haus hat den Wert x. Ein Wohnrecht des Vaters soll nicht berücksichtigt werden. Das Haus wird dann alleine durch meinen Bruder bewohnt. Wir haben uns darauf geeinigt, das mein Bruder mich auszahlt mit dem Wert x/2. Fallen in dem Zusammenhang steuern an? was ist bei der Übertragung zu beachten?

Sehr geehrter Fragesteller,

gerne beantworte ich Ihre Frage auf der Basis des gegebenen Sachverhaltes wie folgt:

1.) Grunderwerbssteuer fällt bei Übertragung vom Vater an Sie beide nicht an, wenn es sich dabei um eine Schenkung handelt. Das ist der Fall, wenn weder Sie noch ihr Bruder eine Gegenleistung an den Vater erbringen (§ 3 Ziff.1 GrdEstG) und auch weil sie beide in gerade Linie mit ihrem Vater verwandt sind (§ 3 Ziff. 6 GrdEStG).

Nach dieser Übertragung bilden sie und ihr Bruder eine Miteigentümergemeinschaft.

2.) Grunderwerbssteuer fällt allerdings an bei der Übertragung ihres Miteigentumsanteils an ihren Bruder, weil Geschwister nicht in gerade Linie verwandt miteinander sind und weil ihr Bruder danach Alleigentümer wird.

3.) Ob bei der Übertragung vom Vater an sie beide Schenkungssteuer anfällt, hängt davon ab, ob jeder der Miteigentumsanteile einen Wert von mehr als €400.000,- hat (§16 Abs.1 Ziff.2 ErbStG , vorausgesetzt, dass sowohl sie als auch ihr Bruder einen deutschen Wohnsitz hat (§ 2 ErbStG ).

4.) Beim Vater kann sich die Schenkung nicht auf die Einkommenssteuer auswirken, weil er nichts erhält. Fraglich könnte nur sein, ob sie oder ihr Bruder hier ein privates Veräußerungsgeschäft haben, aus dem eine der Seiten Gewinn erzielt(§23 EStG ). Davon ausgenommen sind aber Grundstücke, bei denen der Zeitraum zwischen ´entgeltlicher´ Anschaffung und Veräußerung mehr als zehn Jahre beträgt, oder die im Rahmen bestimmter Fristen ausschließlich zu eigenen Wohnzwecken genutzt werden (§23 Abs.1Ziff.1 S.2 EStG ).

Ich gehe davon, dass hier eine durchlaufende Nutzung zu eigenen Wohnzwecken vorliegt. Außerdem soll nach ihre Angaben überhaupt kein Gewinn erwirtschaftet werden. Das ist zugleich der Punkt auf den man hier genau achten muss, es darf nicht dazu kommen, dass sich das Ganze als eine gemischte Schenkung darstellt oder dass bei all dem entweder Sie oder ihr Bruder Gewinn erwirtschaften.

Mit freundlichen Grüßen
Ra. Jahn

Rückfrage vom Fragesteller 19.07.2015 | 14:35

Vielen Dank, Ihre Annahmen sind richtig. Könnte man die Grunderwerbssteuer umgehen indem der Vater meinem Bruder alles überträgt. Und mein Bruder mir x/2 € schenkt?
Anders gefragt, gibt es einen Weg die Grunderwerbssteuer zu umgehen?

Antwort auf die Rückfrage vom Anwalt 19.07.2015 | 14:44

Sehr geehrter Nachfragesteller,

leider nein, als Gegenleistung gilt auch, was der Erwerber, (=ihr Bruder), anderen Personen als dem Veräußerer (=ihr Vater), im Ergebnis also ihnen, dafür gewährt, dass sie auf ihren Anteil verzichten (§9 Abs.1 Abs2 Ziff.3 GrdEStG).

Man muss hier auch bedenken, dass die beurkundenden Notare öffentliche Ämter innehaben und Mitteilungspflichten gegenüber dem Finanzamt bestehen.

Mit freundlichen Grüßen
Ra. Jahn

Bewertung des Fragestellers 19.07.2015 | 15:16

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