Willkommen beim Original und Testsieger.
Online seit 2004, mit über 140.000 Fragen & Antworten. 
00.000
Bewertungen
0,0/5,0
Günstige Rechtsberatung für alle.
Anwalt? Mitmachen
1
 
Frage stellen
an unsere erfahrenen Anwälte.
Jetzt auch vertraulich
Frage stellen
einem erfahrenen Anwalt
Jetzt auch vertraulich
2
 
Preis festlegen
Sie bestimmen, wieviel Ihnen die Antwort wert ist.
Preis festlegen
Sie bestimmen die Höhe selbst
3
Antwort in 1 Stunde
Sie erhalten eine rechtssichere
Antwort vom Anwalt.
Antwort in 1 Stunde
Rechtssicher vom Anwalt
Jetzt eine Frage stellen

Haus-Kaufvertrag unterschrieben - Wasserschaden

15.08.2014 15:18 |
Preis: ***,00 € |

Vertragsrecht


Beantwortet von

Rechtsanwalt Robert Weber


Bevor wir den Kaufvertrag für ein Haus unterschrieben haben, waren wir mit einem Gutachter vor Ort. Er hat die Feuchtigkeit im Keller gemessen. Ergebnis: Die Wände sind feucht, wie es für einen Keller üblich ist, aber nicht nass. Wenn der Keller als Wohnraum genutzt werden sollte, müsste noch gedämmt werden.
Auf die Frage nach Wasserschäden in der Vergangenheit verwies der Makler nur auf einen kleinen Schaden im Dachgeschoss.

Da wir den Keller nicht bewohnen wollten, haben wir uns für das Haus entschieden.

Nach der Unterschrift beim Notar, erhielten wir den Schlüssel und sind ins Haus gegangen. Der Schreck war groß, als wir dort eine Pfütze im Vorratskeller fanden. Die Fenster standen offen.

In einem großen Kellerraum war eine Wand klitschnass, eine kleine Pfütze sammelte sich in einer Ecke. Die Wand ist an Teilen mit einer Vertäfelung versehen. Ein Blick dahinter ließ eine Folie deutlich werden.
Ein Gutachter bestätigte: Die Wand war nass. Die Bitumenschicht an der Terrasse muss beschädigt sein.

Das Haus über dem Keller ist ein Holzhaus und die Feuchtigkeit zieht nach oben. Passiert das, wird das Haus baufällig.

Wir befinden uns aktuell in einer Schwebephase, wir haben noch nichts bezahlt für das Haus und dürfen auch noch keine Arbeiten vornehmen.

Wir sind auf die Eigentümer zugegangen, denn das Haus entsprach ja nicht dem Zustand, den wir vorher gesehen und dem wir zugestimmt hatten und hofften auf eine Beteiligung an den Reparaturarbeiten (Höhe 7.000 €). Denn diese Kosten haben wir nicht eingeplant.

Die Eigentümer sind da unnachgiebig.

Wir suchen jetzt nach einer Lösung den Vertrag rückgängig zu machen. Der Zustand wurde wie folgt beschrieben:

"Der Vertragsgegenstand wird verkauft im gegenwärtigen gebrauchten Zustand, in dem er sich bei Besichtigung befand und der dem Käufer bekannt ist. Dem Käufer ist bekannt, dass sich der Vertragsgegenstand in einem sanierungsbedürftigem Zustand befindet. Dieser Zustand wird hiermit als vertragsgemäße Beschaffenheit vereinbart. Ansprüche und Rechte des Käufers gegen den Verkäufer wegen eines sichtbaren oder dem Verkäufer unbekannten verborgenen Sachmangels sind ausgeschlossen. Dies gilt auch für Ansprüche auf Schadensersatz, es sei denn, dem Verkäufer fällt Vorsatz zur Last."

Können wir aufgrund der Folie von Vorsatz oder einer arglistigen Täuschung sprechen. Die Vertäfelung ist schimmelig, das lässt darauf schließen, dass der Keller schon einmal nass geworden ist. Was vorher nicht erkennbar war, weil Möbel davor standen.

Welche Möglichkeiten der Vertragsauflösung bestehen außer arglistiger Täuschung?

Oder gibt es eine Möglichkeit die Eigentümer an den Kosten der Reparaturmaßnahme zu beteiligen?





Sehr geehrter Ratsuchender,

vielen Dank für Ihre Anfrage, die ich basierend auf Ihren Angaben wie folgt beantworten möchte:

Das Problem ist, dass Sie beweisen müssen, dass Sie das zuvor nicht gesehen haben können. Diesen Beweis zu führen ist bei einer Begehung des Kellers mit einem Gutachter eher schwierig, da Gutachter üblicherweise alles sehr genau unter die Lupe nehmen.

Wenn Sie aber beweisen können, dass Sie das zuvor nicht gesehen haben, liegt in der Tat arglistige Täuschung vor und Sie haben die üblichen Rechte aus Gewährleistung. Vertragsauflösung ist da "nur" ein nachrangiges Recht. Zuvor haben Sie Anspruch auf Nachbesserung, also Reparatur, oder Neulieferung, also Übereignung eines gleichartigen und gleichwertigen Hauses. Dabei hat der Verkäufer das Recht zur Wahl zwischen Reparatur und Neulieferung,

Erst wenn der Verkäufer dies verweigert oder eine entsprechende Frist verstreichen läßt, haben Sie einen Anspruch auf Rücktritt vom Kaufvertrag oder Minderung des Kaufpreises. Die Minderung entspricht dabei der Höhe des Schadens bzw. des zur Reparatur aufzuwendenden Betrages.

Allerdings haben Sie einen Schadensersatzanspruch gegen den Gutachter, da er die feuchte Stelle nicht gesehen hat und damit ein fehlerhaftes Gutachten abgegeben hat.

Ich hoffe, Ihre Frage damit beantwortet zu haben. Bitte benutzen Sie bei Bedarf die kostenlose Nachfragefunktion.

Ansonsten verbleibe ich
mit freundlichen Grüßen,

Robert Weber
Rechtsanwalt

Das Zurückhalten relevanter Informationen kann die rechtliche Beurteilung radikal verändern. Diese Beurteilung ist lediglich eine erste rechtliche Orientierung.

Nachfrage vom Fragesteller 18.08.2014 | 08:49

Vielen Dank für die Rückmeldung.
Ich fürchte allerdings, dass es ein Missverständnis gibt: Der Schaden war vorher nicht da. Erst in der Nacht nach der Vertragsunterzeichnung hat ein Starkregen eingesetzt, der die Wand genässt hat.
Ändert sich damit etwas am möglichen Vorgehen?

Antwort auf die Nachfrage vom Anwalt 18.08.2014 | 14:17

Sehr geehrter Ratsuchender,

danke für die Konkretisierung.

Dann entfällt natürlich der Anspruch gegen den Gutachter.

Gegen den Verkäufer können Sie dann nur vorgehen, wenn Sie beweisen können, dass er von dem Schaden (Loch in der Bitumenschicht) wußte oder hätte wissen müssen. Diesen Nachweis können Sie nur führen, indem Sie das Loch in der Bitumenschicht finden und von einem Sachverständigen begutachten lassen.

Wenn die Feuchtigkeit andere Gründe hat, gilt Entsprechendes.

Mit freundlichen Grüßen,
Robert Weber
Rechtsanwalt

FRAGESTELLER 30.12.1899 /5,0
Durchschnittliche Anwaltsbewertungen:
4,6 von 5 Sternen
(basierend auf 70152 Bewertungen)
Aktuelle Bewertungen
4,6/5,0
Die Antwort und die Argumentation des Anwaltes hat mir gut gefallen. Ich denke, dass ich ihn mit einem Mandat beauftragen werde. ...
FRAGESTELLER
5,0/5,0
Schnelle und kompetente Antwort. So gut, dass ich mit dem Anwalt meine Rechte in der Angelegenheit durchsetzen lassen werde. ...
FRAGESTELLER
5,0/5,0
Endlich mal ein Anwalt der eine eigene Meinung hat und nicht nur mit Allgemeinplätzen rumdruckst! ...
FRAGESTELLER