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Haus - Insolvenzmasse

18.08.2007 14:59 |
Preis: ***,00 € |

Insolvenzrecht


Beantwortet von

Rechtsanwalt Marcus Schröter, MBA


Sehr geehrte Damen und Herren,

Mein Name ist *****. Ich habe in Januar 2005 Insolvens angemeldet. Mein Mann, meine Mutter , mein Stiefvater und ich haben Dezember 2003 ein Haus gekauft( Wert 210000€).Es gehören jedem 25%. Im Kreditvertrag stehen aber nur mein Mann, meine Mutter und mein Stiefvater, mein Name erscheint nirgendwo. Der Kredit läuft noch 25 Jahre. Im Grundbuch stehen die Bank, mein Mann, meine Mutter, mein Stiefvater und ich. Und was passiert nun mit dem Haus?
Mit freundl. Grüssen

Sehr geehrte Ratsuchende,

vielen Dank für Ihre Anfrage, die ich auf Grundlage Ihrer Angaben wie folgt beantworte:

Nach § 35 Abs. 1 Inso umfasst das Insolvenzverfahren das gesamte Vermögen, welches dem Schuldner zum Zeitpunkt der Insolvenzeröffnung gehört.

Demnach gehört Ihr Anteil des Hauses zur Insolvenzmasse. Allerdings wird Ihr Anteil auch für den Darlehensvertrag haften, so dass die Bank eine abgesonderte Befriedigung aus der Immobilie verlangen könnte, dies aber nur, wenn der Sicherungsfall eintritt.

Soweit der Insolvenzverwalter davon ausgeht, dass durch die bevorrechtigten Sicherheiten der Bank im Verwertungsfalle keine Erlöse für die Insolvenzmasse übrig bleiben, kann er Ihren Anteil an der Immobilie aus der Insolvenzmasse freigeben, so dass diese nicht am Insolvenzverfahren teilnimmt.

Voraussetzung ist, dass der Insolvenzverwalter Kenntnis von Ihrem Anteil an dem Haus hat. Entsprechende Einzelheiten ergeben sich aus den Berichten des Insolvenzverwalters, die er zu Beginn des Verfahrens und dann nach festzulegenden Perioden zu erstellen hat.

Im Ergebnis gehört Ihr Anteil zur Insolvenzmasse, außer der Insolvenzverwalter hat den Anteil aus der Insolvenzmasse freigegeben. Dann können Sie über den Anteil vorbehaltlich der Belastung der Bank durch die Besicherung frei verfügen und müssen keine Verwertung Ihres Anteils bzw. der Immobilie befürchten.

Ich hoffe Ihnen einen ersten Überblick gewährt zu haben.

Bei Fragen oder Unklarheiten nutzen Sie bitte die Nachfragefunktion.

Mit besten Grüßen

Marcus Schröter
Rechtsanwalt & Immobilienökonom

Nachfrage vom Fragesteller 19.08.2007 | 10:38

Guten Morgen!
Vielen Dank für Ihre Antwort. Mein Mann, meine Eltern und ich haben am 31.8. einen Termin beim Insolvenzverwalter. Dort will er mit uns über das Problem sprechen. Sollte mein Mann im Vorfeld die Bank anrufen? Und was passiert wenn er das viertel vom Haus nicht freigibt? Unser Geschäft ist auch noch in diesem Haus.
Mit freundl. Grüssen

Ergänzung vom Anwalt 19.08.2007 | 21:45

Der Insolvenzverwalter wird Ihnen wahrscheinlich einen Vorschlag unterbreiten für welchen Beitrag zur Masse er den Miteigentumsanteil freigibt.

Hierzu sollten Sie den Verkehrswert ermitteln. Die finanzierende Bank wird sicherlich über ein entsprechendes Gutachten bzw. eine interne Festsetzung des Beleihungswertes verfügen. Weiterhin sollten Sie für das Gespräch die aktuelle Darlehensvaluta verfügbar haben. Aus der Differenz zwischen Verkehrswert und Darlehensvaluta geteilt durch vier, wird sich dann ein möglicher Ablösebetrag finden.

Eine zwangsweise Verwertung der Immobilie durch den Insolvenzverwalter wird dann keinen Sinn machen, wenn die Darlehensvaluta nahe des Verkehrswertes (ab 70 %) liegt, da bei einer Zwangsversteigerung nicht unbedingt mit einem Erlös zu rechnen ist.

Insoweit wird es in diesem Termin um die Höhe des Ablösebetrages gehen. Auf die Verhandlung sollten Sie sich dann gut vorbereiten und die genannten Daten bereithalten.

Zunächst sollten Sie den Termin abwarten, bevor Sie die Bank informieren. Aufgrund der Komplexität der Angelegenheit empfehle ich Ihnen einen Kollegen zu beauftragen, der bei dem Termin mit dem Insolvenzverwalter anwesend ist.

Mit besten Grüßen

Marcus Schröter
Rechtsanwalt & Immobilienökonom

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