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Hauptwohnsitz und doppelte Haushaltsführung

19.05.2009 20:21 |
Preis: ***,00 € |

Steuerrecht


Beantwortet von

Rechtsanwältin Dr. Corina Seiter


Wir haben unser Haus im Süden Deutschlands (bisher Hauptwohnsitz) verkauft. Nun zieht meine Ehefrau nach <Stadt 1> (in der auch meine Mutter wohnt, allerdings in einer anderen Wohnung) und ich arbeite (schon länger) in <Stadt 2>. Ich möchte gerne weiterhin die doppelte Haushaltsführung geltend machen.
Meine Frau hat kein zu versteuerndes Einkommen.
In der <Stadt 2>, die zur Zeit mein Zweitwohnsitz ist, zahle ich 10% der Miete an Zweitwohnungssteuer (ca. 700 Euro im Jahr).
Die beiden Städte sind 450km voneinander entfernt.

Um die Steuerlast minimal halten zu können:
a) Wo sollte ich nun meinen Hauptwohnsitz melden? (bei meiner Frau, bei meiner Mutter oder in <Stadt 2>)
b) Muß ich im Mietvertrag der Wohnung meiner Frau mit eingetragen sein?
c) Wenn b) = nein: akzeptiert die <Stadt 1> meine Wohnsitzmeldung?

Vielen Dank für Ihre Hilfe.

Sehr geehrter Fragender,

im Rahmen einer Erstberatung auf Basis der von Ihnen hier gegebenen Informationen beantworte ich Ihre Frage gerne wie folgt:

Zunächst möchte ich darauf hinweisen, dass Sie natürlich verpflichtet sind, wahrheitsgemäße Angaben im Rahmen Ihrer Einkommenssteuerveranlagung zu machen. Ansonsten besteht die Gefahr, dass Sie sich der Steuerhinterziehung oder (zumindest) der leichtfertigen Steuerverkürzung schuldig machen.

Eine doppelte Haushaltsführung liegt grds. dann vor, wenn ein Steuerpflichtiger außerhalb des Ortes, in dem er einen eigenen Hausstand (grds. Erstwohnsitz; Lebensmittelpunkt: dieser ist bei Eheleuten/Familien i. d. R. dort anzunehmen, wo die Ehefrau/Familie lebt) unterhält, beruflich tätig ist und auch am Ort der Berufstätigkeit übernachtet (Zweitwohnung). Notwendige Mehraufwendungen, die einem nichtselbständig Tätigen wegen einer solchen aus beruflichem Anlass begründeten doppelten Haushaltsführung entstehen, sind Werbungskosten gemäß § 9 Absatz 1 Satz 3 Nummer 5 EStG.

Entscheidend ist, dass der doppelte Haushalt (Zweitwohnung am Bewschäftigungsort) aus beruflichen Gründen begründet wurde. Ist der doppelte Haushalt entstanden, so ist es in der Folgezeit unbeachtlich, aus welchen Gründen dieser weiter aufrecht erhalten wird, eine zeitliche Begrenzung des Werbungskostenabzugs wird nicht vorgenommen.

Die Steuervorteile bei einer doppelten Haushaltsführung können auch dann fortbestehen, wenn die Familie - wie offenbar in Ihrem Falle - aus ihrer alten Wohnung auszieht, sich aber nicht am Arbeitsort des Berufstätigen niederlässt. Dies geht aus einem Urteil des Finanzgerichts (FG) Düsseldorf hervor (Aktenzeichen: 16 K 589/04 E). Im entschiedenen Fall war die Familie in eine andere Stadt gezogen, während der Mann eine Zweitwohnung in der Nähe seines neuen Arbeitsorts unterhielt.

Ggf. müssen in diesem Falle - wie auch in dem vom FG entschiedenen - aber weitere Gründe hinzukommen, die das Fortbestehen zweier getrennter Wohnungen rechtfertigen.

Im entschiedenen, vorstehehend bezeichneten Fall wurde z. B. glaubhaft und das FG überzeugend vorgebracht, dass der befristete Arbeitsvertrag des berufstätigen Manns zu unsicher für einen kompletten Umzug gewesen sei und es am Arbeitsplatz keine bezahlbaren und ausreichend großen Wohnungen gegeben habe; zudem lebten die Eltern des Manns im neuen Familienwohnort, sodass sie die Kinder hätten betreuen können.

In Ihrem Falle sollte es daher idealerweise eine glaubhafte begründung geben, wesahlb Ihre Frau/Familie nicht zu Ihnen an Ihren Beschäftigungsort gezogen ist.

Ich hoffe, Ihnen hiermit weitergeholfen zu haben und verbleibe

mit freundlichen Grüßen,

Dr. C. Seiter

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